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Saudi-Arabien kürzt Ölproduktion

Erleben wir da gerade ein Wunder? Ist bei den Saudis wirtschaftliche Vernunft eingekehrt? Der Ölpreis hat jedenfalls schon mal eine Antwort: er steigt, wie Sie am Chart sehen.

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Ölpreis auf neuem 52-Wochen-Hoch

Der Ölpreis hat sich in den letzten Tagen von der Unterstützungszone um 50 bis 52 US$ gelöst und ist jetzt auf ein neues 52-Wochen-Hoch bei über 57 US$ gesprungen.

Unter teilweise hohen Schwankungen und heftigen Korrekturen hat der Ölpreis innerhalb eines Jahres tatsächlich einen neuen Aufwärtstrend ausgebildet. Rein charttechnisch hat der Ölpreis jetzt Potenzial bis etwa 60 US$. Aber das auch realistisch.

Ölpreis kann jetzt bis auf 60 US$ steigen

Zu den Fakten, oder was wir glauben, dass es Fakten sind. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen wurde bekannt, dass die staatliche saudi-arabische Ölgesellschaft Saudi Aramco mit Kunden über eine Lieferkürzung um 7% verhandelt.

Weiter heißt es, dass Saudi Arabien seine angekündigte um rund eine halbe Millionen Barrel täglich tatsächlich umgesetzt hat.

Grafische Darstellung der Ölpreisentwicklung

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Wie hoch ist die tatsächliche Fördermenge denn nun?

Damit sollte die Ölproduktion von Saudi-Arabien eigentlich bei täglich 10,05 Millionen Barrel liegen. Reuters und Bloomberg berichten aber überstimmend, die die Ölproduktion Saudi-Arabiens im Dezember noch bei 10,48 Millionen Barrel lag.

Ich setze in diesem Jahr nicht auf fallende Ölpreise

Mit anderen Worten: Die angekündigte Produktionskürzung zum Ende des letzten Jahres noch nicht umgesetzt worden ist. Damit die Opec ihr neues Produktionsziel insgesamt schafft, müsste die gesamte Fördermenge noch einmal um 1,7 Millionen Barrel fallen.

Das halte ich aber nicht für realistisch. Denn Libyen, Iran und Nigeria werden ihre Produktion eher nach oben fahren. Trotzdem: Beim wichtigsten Opec-Mitglied Saudi-Arabien scheint jetzt etwas in Bewegung geraten zu sein. Ich werde in diesem Jahr jedenfalls nicht auf fallende Ölpreise setzen.

 

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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