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Öl: Setzt Saudi-Arabien den Preiskrieg fort?

Was ist nur mit dem Ölpreis los? Mitte Juni ist er erst auf ein neues Jahreshoch bei 53,50 US$ gesprungen, ist dann aber wieder in einen neuen Abwärtstrend gerutscht, wie Sie am Chart unten erkennen können. Plötzlich reden wir wieder über Kurse um 40 US$.

Charttechnisch brisante Lage

In der Tat befindet sich Öl in einer charttechnisch brisanten Lage – eine Dreiecksformation, die sich der Regel durch einen Chartausbruch auflöst. Noch ist nicht klar, in welche Richtung das gehen kann.

Denn der Ölpreis notiert jetzt genau an der Marke, wo sich der mittelfristige Aufwärtstrend seit Beginn des Jahres und der neue kurzfristige Abwärtstrend seit Juni kreuzen. Hinzu kommt die massive Unterstützung bei 42 US$ (blaue Linie).

Wenn Sie diese charttechnische Haltelinie gerissen wird, reden wir einen Ölpreis von 38,70 US$ oder sogar 36 US$. Denn da liegen die nächsten Unterstützungslinien.

Zur Zeit deutet alles daraufhin, dass sich der Ölpreis wieder fangen kann. Doch die Anleger, die auf einen fallenden Ölpreis spekulieren nehmen zu.

Reißt der Ölpreis jetzt die Unterstützung bei 42 US$?

Chart Ölpreis

USA und China stützen den Ölpreis

Die aktuell veröffentlichen Daten rechtfertigen eigentlich keine scharfe Korrektur des Ölpreises. Zum ist die Benzin-Nachfrage in den USA sehr robust, zum anderen geht die US-Ölproduktion weiter zurück und: auch die Benzin-Lagerbestände in den USA fallen.

Gleichzeitig sind die Autozulassungen in China im letzten Monat sehr stark angezogen. Wer ein neues Auto hat, wird damit auch fahren. Das alles spricht für eine steigende Nachfrage nach Öl.

Saudis drehen Ölhahn wieder auf

Doch der Ölpreis hat darauf nicht mit steigenden Notierungen reagiert. Und das liegt an der Opec, vor allem aber an Saudi-Arabien. Im jüngsten Monatsbericht des Öl-Kartells ist für 2017 nur von einem moderaten Anstieg der Ölnachfrage die Rede.

Der entscheidende Preis-Faktor bleibt aber Saudi-Arabien, der offenbar weiter Ölpreis-Krieg anzetteln. Aus diesem kann kaum einer als Gewinner hervorgehen, wenn die Förderkosten durch den Ölpreis nicht mehr gedeckt sind.

Doch genau das bezweckt Saudi-Arabien. Die Saudis wollen vor allem die US-Ölproduzenten vom Markt verdrängen. Für September haben die Saudis für ihre asiatischen Kunden bereits Preis-Abschläge angekündigt.

Gleichzeitig weitet Saudi-Arabien nach den jüngsten Zahlen seine Ölproduktion aus. Im Juli sogar auf ein neues Rekordhoch. Mehr fördern zu geringeren Preisen – was für ein wirtschaftlicher Unsinn.

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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