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Fällt der Ölpreis wieder unter 40 US$?

Sie merken es längst an der Zapfsäule – die Zeit des billigen Tankens ist vorbei. Derzeit werden Sie in Deutschland keine Tankstelle mehr finden, bei der Sie weniger 1 € für einen Liter Diesel bezahlen.

Das war zu Beginn des Jahres noch anderes. Da lag der Dieselpreis zeitweise unter 90 Cents. Damit folgt der Diesel dem Ölpreis, der seit Anfang des Jahres um fast +30% gestiegen ist.

Durchbruch über 50 US$ fürs erste nicht geschafft

Doch gibt der Ölpreis wieder nach, wie Sie am Chart hier sehen. Mitte Mai ist er im Handel schon bis auf wenige Cents an die Marke von 50 US$ herangerückt. Doch der Durchbruch über diese Marke ist nicht gelungen (siehe rote Linie).

Was der Ölpreis aber geschafft hat, ist der Sprung über den Widerstand bei 47 US$, aus dem jetzt eine neue Unterstützung geworden ist (siehe blaue Linie). Die aktuelle Korrektur kann bis mindestens in diesen Bereich gehen. Eine weiter charttechnische Supportmarke finden Sie schon um 46,50 US$. Der neue Aufwärtstrend dürfte aber trotz Korrektur nicht gefährdet sein.

Ölpreis

Regenfälle in Kanada stoppen Ölpreis-Anstieg

Die Ölpreisrally ist damit für erste gebremst. Die Waldbrände in der in der kanadischen Ölprovinz Alberta scheinen unter Kontrolle, nachdem mit den niedrigeren Temperaturen auch der lang ersehnte Regen eingesetzte.

Die kanadischen Behörden haben die angeordneten Evakuierungen teilweise wieder aufgehoben, so dass die Arbeiter wieder zu den Produktionsstätten zurückkehren können. Immerhin geht es um die tägliche Förderung von mehr als 1 Mio. Barrel Öl pro Tag. Auf kurz oder lang wird die Förderung wieder aufgenommen werden

Werden in den USA weitere Ölbohrungen still gelegt?

Durch die gesunkenen Ölimporte aus Kanada sind derzeit auch die Rohöllagerbestände in den USA zurückgegangen. Infolge dessen wurden in den USA keine weiteren Ölbohrungen mehr still gelegt. Das dürfte aber nur ein vorübergehendes Phänomen sein. Seit Jahranfang sind die Ölbohrungen um über 40% zurückgegangen, da sich aufgrund des niedrigen Ölpreises zahlreiche Bohrvorhaben nicht mehr lohnen.

Hinzu kommt: Kurzfristig wird es auch keine Einigung für gemeinsame Produktionsobergrenzen mit der Opec geben. Die Positionen der verfeindeten Lager Saudi-Arabien und Iran liegen einfach zu weit auseinander.

Von einem niedrigen Niveau ausgehend will der Iran seine Ölproduktion erst einmal wieder ankurbeln. Der Ölpreis pendelt sich ein. Der Iran dreht den Hahn auf, und in den USA wird der zugedreht. Deshalb halte ich das Rückschlagpotenzial für relativ begrenzt. Das sehen Sie dann auch an der Zapfsäule.

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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