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Rio Tinto-Aktie: Lithium-Projekt Jadar gestoppt – das müssen Sie jetzt wissen!

Inhaltsverzeichnis

Experten sind sich sicher: Durch die schnelle Verbreitung der Elektroautos wird es bei einigen Rohstoffen in den nächsten Jahren zu einem Superzyklus kommen. Allen voran: Lithium.

Schauen Sie: Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) wird die Nachfrage nach dem Batteriemetall in den kommenden fünf Jahren um 176 Prozent gegenüber dem Niveau von 2019 zunehmen. Bis 2030 könnte der Bedarf gar um 376 Prozent klettern.

Auf den ersten Blick ist die Sache also klar: Investments in Lithium bzw. entsprechende Minenaktien versprechen hohe Renditen. Doch als kluger Rohstoff-Anleger sollten Sie immer beide Seiten der Medaille kennen. Grund genug, dass wir uns heute einmal einige Risikofaktoren rund um Lithium anschauen.

Bleibt Lithium überhaupt relevant?

Erstens: Zwar ist Lithium derzeit noch unabdingbar für wiederaufladbare Batterien. Doch das könnte sich ändern. Wissenschaftler rund um den Globus forschen derzeit an Akkus, die auch ohne das weiße Metall auskommen könnten.

Sollte sich einer dieser Energiespeicher als marktfähig erweisen und gar als künftiger Standard herausstellen, wäre Lithium schlagartig nicht mehr wirklich relevant.

Umweltschäden: Kritik an Lithium-Minen nimmt zu

Zweitens: Hinzu kommt die Ambivalenz des Rohstoffs. Lithium ist derzeit als wichtige Batteriekomponente zwar ein maßgeblicher Baustein der Elektromobilität und damit des Klimaschutzes. Die Förderung des Metalls aber ist alles andere als umweltverträglich und stößt weltweit auf immer mehr Widerstand.

Wollen Sie in Minenaktien investieren, sollten Sie sich stets bewusst sein, dass Lithium-Projekte nicht in Stein gemeißelt sind, sondern wegen der Kritik auch schnell wieder auf Eis gelegt werden können.

Neustes Beispiel: Rio Tinto

Der britisch-australische Bergbaukonzern will im Westen Serbiens in der Nähe des Flusses Jadar eine gigantische Produktionsstätte errichten und hierfür 2,4 Milliarden US-Dollar investieren. Doch nun musste Rio Tinto in dieser Sache eine herbe Niederlage einstecken.

Aber der Reihe nach: Experten vermuten, dass rund um Jadar eines der größten Lithium-Vorkommen der Welt ruht. Rio Tinto wollte hier ab 2026 pro Jahr 50.000 bis 60.000 Tonnen des Batteriemetalls fördern. Damit wäre der Konzern auf einen Schlag einer der zehn größten Lithium-Produzenten der Welt.

Jadar-Projekt auf Eis: schwere Vorwürfe gegen den Konzern

Vor wenigen Wochen jedoch musste Rio Tinto das Projekt auf Eis legen. Der Grund: Etliche Bürger und Umweltschützer protestieren seit Monaten gegen die geplante Förderstätte. Sie monieren, dass das Projekt die Grundwasserversorgung der Region nachhaltig belasten könnte.

Zudem würden örtliche Bauern durch den Lithium-Standort von ihrem Land vertrieben. Wer wolle schließlich noch Produkte kaufen, die am Rande der Mine hergestellt werden, gab ein Milchbauer der Region kürzlich zu Protokoll. Zwar hatte Rio Tinto angekündigt, die Landwirte zu entschädigen. Doch das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und so kam es, wie es kommen musste: Kurz vor Weihnachten stoppte der Gemeinderat der im Jadartal liegenden Stadt Loznica den geplanten Lithium-Abbau. Dem Ratsbeschluss war eine Petition vorausgegangen, an der sich mehr als 5.000 Menschen beteiligt hatten.

Noch ist nicht aller Tage Abend

Natürlich ist das Jadar-Projekt von Rio Tinto nicht unwiederbringlich gecancelt. Die serbische Ministerpräsidentin Anna Brnabic erklärte inzwischen, dass der Konzern gegenüber der örtlichen Bevölkerung mehr Transparenz schaffen solle.

Ob das die verärgerten Bürger besänftigen würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Rio Tinto jedenfalls gab sich in den letzten Monaten alle Mühe, auf die Vorteile einer Lithium-Mine hinzuweisen.

Mine würde serbische Volkswirtschaft beleben

Die Mine sollte ein Grundpfeiler werden, um die Wirtschaft des gesamten Balkanlandes voranzubringen. So hatte Rio Tinto betont, dass der Standort 1 Prozentpunkt zum jährlichen BIP Serbiens beitragen werde.

Der Konzern hatte im Vorfeld mit der Regierung in Belgrad einen Plan erarbeitet, um die Mine zu einem wichtigen Grundpfeiler einer neuer Wertschöpfungskette zu formen. Das heißt: Belgrad wollte im großen Stil Batteriefabriken und E-Auto-Werke bauen lassen, die direkt mit dem Jadar-Lithium versorgt werden sollten. Für die serbische Volkswirtschaft wäre das zweifelsohne ein Glücksfall.

Nun bleibt es abzuwarten, ob Rio Tinto sein Projekt doch noch fortsetzen darf. Einfach wird es jedenfalls nicht. Und so hängt das Desaster von Jadar weiter wie ein Damoklesschwert über der Rio Tinto-Aktie.

Behalten Sie die Nachrichtenlage hier also auf jeden Fall im Auge.