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Mega-Chance: Warum Rio Tinto so heiß auf Turquoise Hill ist!

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Endlich ist es vollbracht: Nach langem Tauziehen übernimmt Rio Tinto die restlichen 49 Prozent der Anteile an dem kanadischen Bergbauunternehmen Turquoise Hill Resources (TRQ). Das gab Rio Tinto vor Weihnachten bekannt.

Demnach hatten die Aktionäre von TRQ dem 3,3 Milliarden Dollar schweren Angebot des britisch-australischen Rohstoffgiganten zugestimmt. Rio Tinto hatte zuvor alle Hebel in Bewegung gesetzt und den Angebotspreis erhöht, um sich die kanadische Firma einzuverleiben.

Aber warum ist Rio Tinto so heiß auf TRQ?

Nun, mit der Komplettübernahme sichert sich Rio Tinto die Mehrheitsanteile an dem gigantischen Minenprojekt „Oyu Tolgoi“ (OT) im Süden der Mongolei. Schauen Sie: OT gilt als eines der größten Kupfervorkommen der Welt. Hinzu kommen große Mengen an Gold und Nebenprodukte wie Silber sowie Molybdän.

Breits seit 2013 werden dort Rohstoffe abgebaut. Der Konzern Rio Tinto, der an der Mine über seine Anteile an Turquoise Hill schon länger beteiligt ist, will die Kapazitäten von Oyu Tolgoi nun massiv erweitern. So plant der Rohstoffgigant eine Untergrund-Expansion, um Kupfer und Co. tief aus dem Boden zu holen.

Nach Fertigstellung soll der Untertagebau dazu beitragen, die jährliche Kupferproduktion der Mine bei voller Auslastung auf 1 Milliarde Pfund zu erhöhen. Beim Gold sind es  perspektivisch mehr als 800.000 Unzen pro Jahr. Oyu Tolgoi wäre damit eine der größten Kupferminen der Welt und das wichtigste Kupferwachstumsprojekt von Rio Tinto.

Kupfer: der Rohstoff der Energiewende

Das Kalkül ist klar: Der Rohstoffgigant will sich mehr Kupfer beschaffen, um noch wichtiger für das Gelingen der Energiewende zu werden. Wegen seiner sehr guten elektrischen Leitfähigkeit ist das Metall ausschlaggebend für Klimaschutz-Technologien wie Windkrafträder und Elektroautos.

Entsprechend dürfte die Nachfrage nach Kupfer in den nächsten Jahren signifikant anziehen. Rohstoffexperten etwa von Goldman Sachs sagen für das Metall gar einen Superzyklus voraus.

Oyu Tolgoi: Kostensteigerungen und Verzögerungen

Soweit so gut: Doch Turquoise Hill bzw. Oyu Tolgoi hat für Rio Tinto auch seine Schattenseiten. Der Rohstoffgigant musste nicht nur den Kaufpreis für TRQ deutlich erhöhen, sondern auch den Investitionsbedarf für die Mine selbst. Der Ausbau des Untertagebaus ist extrem kostspielig und wurde unter anderem durch Lizenzerhöhungen und die inflationären Treibstoffpreise noch teurer.

Gleichzeitig musste Rio Tinto in den letzten Jahren mehrfach den Beginn der zusätzlichen Förderung nach hinten verschieben. Ursprünglich wollte der Konzern damit Ende 2020 beginnen. Inzwischen peilt das Management das erste Halbjahr 2023 an.

Mein Fazit für Sie

Dass sich Rio Tinto weitere Kupfervorkommen sichert, ist für die Aktie prinzipiell positiv zu bewerten. Kupfer ist schlicht und ergreifend einer der wichtigsten Rohstoffe der Zukunft. Es bleibt nun abzuwarten, ob Rio Tinto zusammen mit dem mongolischen Staat, der 34 Prozent an der Mine hält, das Projekt endlich zu einem nachhaltigen Erfolg machen kann.

Ruft man sich die umfangreiche Expertise des Rohstoffgiganten ins Gedächtnis und berücksichtigt man das enorme Potenzial der Mine für die mongolische Volkswirtschaft, stehen die Chancen hierfür gar nicht mal so schlecht.