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Kobalt: Biolaugung – das ist eine Chance für Deutschland

Kobalt gilt als einer der Schlüsselrohstoffe der Zukunft. Entsprechend stark ist das Metall auf den Weltmärkten nachgefragt – und das dürfte erst einmal so bleiben. Der Grund: Kobalt ist für die Herstellung von Batterien von Elektroautos von entscheidender Bedeutung. Zwar arbeiten Forscher daran, den Kobaltanteil in den Akkus zu reduzieren, eine völlige Abkehr ist derzeit aber kaum in Sicht.

Deutschlands brisante Abhängigkeit

Auf der einen Seite ist Kobalt einer der Grundbausteine der Elektromobilität. Auf der anderen Seite ist das Metall hoch umstritten. Denn: Ein Großteil des weltweit gehandelten Kobalts stammt aus Afrika und vor allem aus dem Kongo. Dort wird der Rohstoff nicht selten unter menschenunwürdigen Bedingungen im Kleinbergbau gefördert.

Für die Autobranche, die sich im Zuge der Elektromobilität eigentlich ein grüneres Image verleihen will, ist dies freilich ein Problem. Dabei ist Deutschlands Abhängigkeit von Drittstaaten nicht in Stein gemeißelt. Denn auch hierzulande gibt es durchaus relevante Vorkommen.

Biolaugung: BGR extrahiert Kobalt mit Bakterien aus Bergeteich

Vor wenigen Tagen hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) nun über ein neues Projekt berichtet, das durchaus vielversprechend klingt. Im Mittelpunkt: der Bergeteich Bollrich des stillgelegten Erzbergwerks Rammelsberg im Landkreis Goslar. In diesem künstlich angelegten Klärteich finden sich nämlich etliche mineralische Rohstoffe. Darunter: Indium, Kupfer, Gallium, Blei, Zink, Silber, Gold und eben auch Kobalt. Seit Jahren schon versuchen Forscher diese wertvollen Schätze zu extrahieren.

Nun hat die BGR in Kooperation mit der TU Clausthal ein interessantes Verfahren erfolgreich erprobt. Demnach lösten die Forscher mithilfe von säureliebenden Bakterien („Sulfobacillus harzensis“) das Kobalt aus den Gesteinen, die beim jahrhundertelangen Bergbau in der Region gefördert wurden. Mit jener sogenannten Biolaugung seien 91 Prozent des in den vorkommenden Rückständen enthaltenen Kobalts extrahiert worden, so die BGR.

1.200 Tonnen Kobalt vermutet

Die Wissenschaftler schätzen, dass in den Rückständen des Bergeteichs Bollerich rund 1.200 Tonnen Kobalt enthalten sind. Das wäre im Vergleich zum sehr hohen Bedarf Deutschlands natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch vermuten die Forscher auch in anderen Bergeteichen hierzulande ähnlich hohe Vorkommen.

Ob das Verfahren tatsächlich in größerem Maßstab eingesetzt werden kann, muss sich nun zeigen. Entscheidend wird sein, zu welchem Preis das Kobalt so produziert werden kann – und wo eine Aufbereitung des Rohstoffes möglich wäre. Professor Dr. Axel Schippers von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zeigte sich jedenfalls optimistisch. Die gegenwärtigen Untersuchungen hätten gezeigt, dass Biolaugung eine geeignete Technologie zur Extraktion von Wertmetallen aus Bergbaurückständen sei.

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