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Industriemetalle 2023: Jetzt ist Hochspannung angesagt

Rohstoffbörse
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Inhaltsverzeichnis

Die Industriemetalle haben eine regelrechte Achterbahnfahrt hinter sich: Nach einer Rally im Frühling 2022 krachten die Marktpreise im Sommer in sich zusammen, nur um anschließend wieder in eine Gegenbewegung zu wechseln. Im folgenden Chart sehen Sie die Turbulenzen exemplarisch anhand des Kupferpreises (Kupfer-ETC vom 04.04.2023, 11:30 Uhr):

Quelle: www.aktienscreener.com

2023: Quo vadis Industriemetalle?

Die große Frage, die Sie sich wahrscheinlich auch stellen, lautet: Wie geht es 2023 weiter? Können die Industriemetalle wieder Renditen abwerfen oder ist das Ganze eher ein Rohrkrepierer? Letzteres gilt indes laut den meisten Experten als eher unwahrscheinlich. Tatsächlich könnten die Metalle im laufenden Jahr wertvoller werden und die Gewinnmargen von Aktien wie Rio Tinto, Vale und BHP antreiben.

Nun hat auch die renommierte Ratingagentur Moody’s diese Annahme unterstützt. Die Experten des US-Konzerns haben sich in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie vor allem auf Kupfer, Nickel, Zink und Aluminium konzentriert.

Moody’s erhöht Sektor-Ausblick auf „stabil“

Das Ergebnis kurzum: Moody’s hat seinen weltweite Prognose für den Metall- und Minensektor von „negativ“ auf „stabil“ angehoben. Demnach gebe es in den USA und Europa leicht bessere Geschäftsbedingungen für die Bergbaubranche. Vor allem aber die Wiedereröffnung der chinesischen Wirtschaft durch das Ende der strikten No-Covid-Politik werde die Nachfrage nach Industriemetallen prinzipiell unterstützen.

Allzu überschwänglich zeigte sich Moody’s trotzdem nicht. Laut der Prognose soll das Betriebsergebnis EBITDA der rund 40 größten Metall- und Bergbaufirmen in den nächsten 12 Monaten auf rollierender 12-Monats-Basis zurückgehen. Allerdings spiegele dieser Rückgang eine ungewöhnlich hohe Vergleichsbasis wider und nicht eine Schwächung der Fundamentaldaten, betonte Barbara Mattos, Vize-Präsidentin von Moody’s Investors Services. Die Expertin spielt damit auf die teils sehr hohen Preise für Industriemetalle im ersten Halbjahr 2022 an.

Aluminium und Kupfer: Mega-Potenzial durch Energiewende

Bei den einzelnen Rohstoffen hob Moody’s vor allem Aluminium und Kupfer hervor. So sollen die Aluminiumpreise bis Anfang 2024 „über dem historischen Durchschnitt“ bleiben. Die Analysten begründen das unter anderem mit der wachsenden Bedeutung von Aluminium für die Energiewende.

Schließlich werden große Mengen des Werkstoffs für den Ausbau der Wind- und Solarkraft benötigt. Aber auch in Elektroautos spielt das Leichtmetall eine maßgebliche Rolle. Immerhin müssen die Hersteller alle Hebel in Bewegung setzen, um die Fahrzeuge leichter zu machen und deren elektrische Reichweite zu erhöhen.

Ähnliche Effekte sieht Moody’s indes beim Kupfer. Auch dieses Metall ist ein Schlüsselrohstoff der Energiewende. Die Experten konstatieren beim Kupfer historisch niedrige Lagerbestände und anhaltende Probleme in den Lieferketten. Zusammen mit der höheren Nachfrage durch nachhaltige Technologien dürfte dies den Marktpreis antreiben.

Was Moody’s zu Nickel und Zink sagt

Beim Nickel sieht Moody’s für 2023 hingegen einen Angebotsüberschuss. Dieser dürfte laut den Analysten jedoch allmählich einem Defizit weichen, auch weil Nickel in den Batterien für Elektroautos eine große Rolle spiele.

In Sachen Zink äußerte sich die US-Ratingagentur ebenfalls bullisch. So gebe es auch hier ein knappes Angebot und niedrige Lagerbestände. Gleichzeitig sorgten höhere Energiekosten dafür, dass kostenintensive Produzenten aus dem Markt gedrängt würden. Das verschärfe die Angebotslage zusätzlich. Zink ist vor allem als Beimischung für Stahlprodukte wichtig und verbessert deren Korrosionsschutz.

Eisenerz und Kraftwerkskohle

Eher bärisch gestimmt ist Moody’s hingegen beim Eisenerz. Für den wichtigen Stahlrohstoff erwarten die Analysten bis 2024 Preisrückgänge. Der Grund: Das Angebot steige insgesamt schneller als die Nachfrage. Immerhin: In der ersten Jahreshälfte 2023 gebe es für den Eisenerzpreis noch Unterstützung, da große Minenkonzerne in Brasilien und Australien zuletzt ihre Produktion gekürzt hätten.

In seiner Studie hat Moody’s übrigens nicht nur die oben genannten Metalle analysiert, sondern sich auch den Energierohstoffen gewidmet. Allen voran: der Kraftwerkskohle. Diese hatte im letzten Jahr Rekordpreise erzielt – insbesondere weil europäische Staaten als Reaktion auf die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland die Kohleverstromung intensivieren mussten.

Laut den Experten dürften die Preise für Kraftwerkskohle bis Anfang 2024 über den historischen Durchschnittswerten bleiben. Moody’s begründet das mit einer Verbesserung der Konjunkturlage in China und Indien. Beide Länder wollen ihr Wirtschaftswachstum trotz Kritik von Klimaschützern mit neuen Kohlekraftwerken flankieren. Die Rekordpreise von 2022 seien aber nicht aufrechtzuerhalten, so Moody’s.

Mein Fazit für Sie

2023 wird ein sehr spannendes Jahr für die Industriemetalle. Entscheidend wird sein, wie sich die Weltkonjunktur entwickeln wird und ob der Markt Vertrauen in eine optimistische Konjunktur-Story setzen kann. Die seit Anfang 2023 erzielte Aufwertung etwa bei Kupfer spricht jedenfalls für einen solchen Optimismus.

Was man definitiv sagen kann: Die Energiewende ist in vielen Ländern im Prinzip politisch besiegelt. Entsprechende Technologien werden deshalb zu einem Superzyklus bei einigen Industriemetallen führen, ohne die saubere Energie schlicht nicht möglich wäre. Hier gilt vor allem Kupfer als langfristiger Renditegarant. Wollen Sie in den Rohstoff investieren, können Sie auf Aktien wie Freeport-McMoRan, BHP oder Glencore setzen.