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Goldpreisdrückung: 50 Jahre nach Ende des Goldstandards kommt das Papiergeld in arge Bedrängnis!

Viele Jahrtausende lang herrschte Goldpreisbindung. Das bedeutet, dass Geld an Edelmetalle gebunden oder mit ihnen gleichgesetzt war. Größere Zahlungen, der internationale Warenverkehr sowie die Zahlungen der Staaten fanden in Gold oder Silber statt oder waren damit unterlegt.

50 Jahre Aufhebung der Goldpreisbindung

Am Sonntag vor 50 Jahren, am 15. August 1971 hob der damalige US-Präsident Richard Nixon ganz plötzlich die Goldbindung des US-Dollars auf. In einer Fernsehansprache sagte er: „Ich habe Finanzminister John Connally angewiesen, die Konvertibilität des Dollar in Gold vorübergehend auszusetzen.“

Grund für diesen Schritt war der Wunsch Defizite zu machen. Dabei war die Golddeckung mehr als hinderlich. Die Idee des Goldstandards war damit Geschichte. So waren zum ersten Mal in der Geschichte alle wichtigen Währungen der Welt von der Golddeckung befreit.

Inflationen und Rezessionen waren die Folge dieser Politik

Die Entscheidung blieb nicht ohne Folgen: Die 1970er-Jahre wurden zu einem inflationären Alptraum, dem sich Anfang der 1980-Jahre eine Doppelrezession anschloss.

Nicht zu vergessen, die Schuldenkrisen der Dritten Welt in den 1980er-Jahren, die Mexikokrise, die Asienkrise und die LTCM-Krise in den 1990er-Jahren und nach 2000 das Platzen der Technologieblase, die Finanzkrise und letztlich die Eurokrise.

Eine Krise reihte sich an die andere

Anstatt die Krisen durch Sparsamkeit zu beheben, wurden immer mehr Schulden gemacht. Das Ergebnis erleben Sie jetzt: Nie waren die Schuldenberge höher als heutzutage.

Und das Finanzkartenhaus kann gerade noch mit massiv nach unten manipulierten Zinsen am Leben gehalten werden – eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus!

Marktteilnehmer ignorieren Probleme des Finanzsystems

All das wird von meisten Marktteilnehmern ignoriert. Vergangenen Freitag kamen in den USA die Arbeitsmarktdaten heraus. Es wurden etwa ein Zehntel mehr Arbeitsplätze geschaffen als im Mittel von Analytikern erwartet.

Der Markt feierte die Zahlen mit einem festeren US-Dollar und einem schwächeren Goldpreis. Viele von Ihnen fragen sich sicher, ob der Goldpreis gedrückt wurde.

Wurde der Goldpreis gedrückt?

Sehen Sie sich dazu als Erstes die Entwicklung vom Freitag an. Der Chart zeigt Ihnen den Goldpreis als rote Fläche zusammen mit dem Euro in Blau indexiert, beide gegenüber dem in US-Dollar.

Gold (rot), Euro zum US-Dollar (blau), indexiert, 6.8.2021

Gold (rot), Euro zum US-Dollar (blau), indexiert, 6.8.2021

Gold fiel deutlich stärker als der Euro.

Quelle: Comdirect

Wie Sie sehen, fiel Gold am Freitag prozentual deutlich stärker als der Euro. Wieso tat es das?

Die FED kann den Goldpreisanstieg nicht verhindern

Grundsätzlich ist es so, dass beim Rückgang des Euros der in US-Dollar gemessene Goldpreis tendenziell ebenfalls fällt, weil Gold ein international verwendetes und gehandeltes Metall ist.

Gold fiel aber stärker. Das wurde von einigen Marktteilnehmern damit begründet, dass die US-Notenbank (FED) relativ bald ankündigen würde, ihre Anleihekäufe reduzieren zu wollen. Das würde die Zinsen am Rentenmarkt anheben; damit wäre das unverzinste Gold unattraktiver. Die Zinsen stiegen dementsprechend auch um etwa 0,07 Prozentpunkte.

Bitte bedenken Sie aber: Dieser Zinsanstieg ist im Rahmen der Schwankungen der vergangenen Wochen und Monate, vor allem aber liegt der Zins für zehnjährige Staatsanleihen immer noch nur bei mickrigen 1,29 Prozent und auch tiefer als noch vor Wochen.

Notenbanken haben keine Handhabe mehr

Eigentlich müsste der Zins deutlich über der Inflationsrate, also bei 7 oder 8 Prozent liegen. Tut er aber jetzt nicht, er ist meilenweit davon entfernt!

Angesichts der hohen Verschuldung wird die FED höhere Zinsen auch nicht zulassen. Sie konnte es bereits in den vergangenen Jahren nicht, als die Inflationsraten viel niedriger waren. Sonst würden Schuldner weltweit erhebliche Schwierigkeiten bekommen.

Goldpreis wurde künstlich gedrückt

Wenn die Inflation über den Erwartungen liegt, die Verzinsung deutlich geringer als die Inflationsrate und zugleich die Saisonalität positiv ist, sollte der Goldpreis steigen. Wenn er hingegen fällt, stellt sich die Frage, was los ist.

Bereits der Kursrückgang am letzten Freitag weckte den Manipulationsverdacht – er war einfach zu stark relativ zur Kursbewegung beim Euro.

Montag früh fiel der Goldpreis dann um etwa 80 US-Dollar. Binnen weniger Minuten wurden über den Terminmarkt Kontrakte im Wert von vier Milliarden US-Dollar verkauft. Kein traditioneller Investor würde diese Menge an Gold im dünnen Handel, wenn die meisten Menschen noch schlafen beziehungsweise im Wochenende sind, auf einen Schlag verkaufen. Solche Verkäufe dienen der Kursdrückung.

Nach 50 Jahren ist das Papiergeldsystem am Ende

Es spricht also vieles dafür, dass 50 Jahre nach der Loslösung vom Gold das Weltfinanzsystem an seine Grenzen stößt und sich einer starken inflationären Periode nähert. Das alles spricht für Gold.

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