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Gold: Ruhiges Fahrwasser nach Rückschlag

Es war ein gehöriger Dämpfer, den Goldfans Ende September und vor allem Anfang Oktober zu verkraften hatten: Der Preis je Feinunze fiel von knapp 1.350 US-$ auf zwischenzeitlich unter 1.250 Dollar. Doch nun scheint vorerst ruhigeres Fahrwasser erreicht.

Seit einigen Tagen kann sich der Goldpreis wieder oberhalb der 1.250-Dollar-Marke stabilisieren. Klare Impulse, die die Preisentwicklung in eine deutliche Richtung treiben würden, blieben bislang allerdings aus.

Goldpreis: Zinspolitik größter Einflussfaktor

Den größten Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises hat derzeit die Geld- und Zinspolitik der Notenbanken, allen voran die der Federal Reserve (Fed). Die US-Notenbanker um Janet Yellen waren sich zuletzt nicht einig über den weiteren Kurs in Sachen Zinspolitik.

So gibt es zahlreiche Befürworter einer Zinsanhebung im Dezember. Mit dieser Variante rechnet aktuell auch eine Mehrheit an den Märkten. Es gibt allerdings auch Stimmen innerhalb der Fed, die erst die weitere Entwicklung der US-Konjunktur und des Arbeitsmarktes abwarten wollen, ehe sie sich festlegen.

Im Dezember 2015 hatte die US-Notenbank erstmals seit 2009 die Zinsschraube nach oben gedreht, wenn auch sehr behutsam und nach monatelanger Vorbereitungs- und Ankündigungsphase. Nach wie vor befindet sich der Leitzins auf historisch niedrigem Niveau.

Das lässt Gold als Anlageform attraktiver erscheinen, da Spareinlagen in Papierwährungen kaum Rendite abwerfen. Letzteres gilt zwar auch für Gold, das seinerseits Einlagerungskosten verursacht, aber ebenfalls keine Zinsen abwirft. Doch das Edelmetall gilt aus Sicht seiner Befürworter vor allem als Absicherung gegen einen Wertverlust.

Expansive Geldpolitik schwächt Papierwährungen

Ein solcher Wertverlust wird bei den Papierwährungen seit Jahren vorangetrieben durch die expansive Geldpolitik, die etwa durch die Fed, die Bank of Japan oder auch die Europäische Zentralbank betrieben wurde und wird. Um die Konjunktur zu stützen und die gewünschten Inflationsziele zu erreichen, werden Geldscheine gedruckt. Geholfen hat das bislang wenig, statt in der Realwirtschaft anzukommen, versickern die Milliarden meist an den Finanzmärkten.

Goldfans werden sich nun also noch etwas gedulden müssen, ehe sie Klarheit darüber erlangen, wie die Fed im Dezember vorgehen wird. Kommt es zur Zinserhöhung, dürfte dies dem Goldpreis einen weiteren Dämpfer versetzen – zumindest kurzfristig.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass nach der leichten Zinserhöhung im vergangenen Dezember die Gold-Rally erst richtig losging: Nachdem der Goldpreis von seinem Höchststand im Jahr 2011 sukzessive zurückgefallen war auf unter 1.100 US-$ je Feinunze, setzte zum Jahresbeginn 2016 ein wahrer Goldrausch ein, der den Goldpreis binnen weniger Wochen um mehrere hundert Dollar in die Höhe katapultierte.

Von Notierungen jenseits von 1.800 US-$, wie damals in 2011, ist der Goldpreis zwar noch weit entfernt. Zahlreiche Beobachter wollen das Edelmetall jedoch noch nicht abschreiben. Weitere Kurssteigerungen in den kommenden Jahren sind nach wie vor im Bereich des Möglichen.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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