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Der Dollar schmiert ab: Warum das gut für Gold ist

Jahrzehntelang galt der Dollar als Leitwährung unantastbar, aber jetzt bröckelt die Fassade. Das könnte dem Goldpreis zu einem neuen Höhenflug verhelfen und Sie könnten davon profitieren.

Bis in die 1970er-Jahre galt das sogenannte Bretton-Woods-System fester Wechselkurse, das nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt worden war. Darin festgesetzt war die alleinige Konvertibilität (Umwandlungsmöglichkeit) des US-Dollar in Gold. Anders ausgedrückt: Jeder Dollar, der von der US-Regierung in Form von Banknoten oder Schulden (Staatsanleihen) ausgegeben wurde, war durch Gold gedeckt.

US-Präsident Richard Nixon wünschte sich jedoch ein flexibleres System, weil er Schulden machen wollte, ohne Gold vorzuhalten. Er war der Ansicht, dass sich der Dollar auch ohne Goldstandard als Leitwährung behaupten würde und schaffte den Goldstandard deshalb ab. In den Folgejahren machten die USA Schulden als gäbe es kein Morgen. Nixon zeigte sich ganz entspannt, soll sogar Folgendes gesagt haben: „Der Dollar ist unsere (US-amerikanische) Währung und euer Problem. It’s our money and your problem.“ Aus US-Sicht hat Nixon alles richtig gemacht. Der Dollar blieb Leitwährung und war in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich so stark, dass selbst hohe US-Staatsschulden ihm nichts anhaben konnten.

Dollar spielte jahrzehntelang eine Sonderrolle, aber damit ist jetzt Schluss

Es gibt zwei spezielle Gründe, weshalb andere Nationen laufend neue Schuldverschreibungen bei den hoch verschuldeten USA kaufen.

Zum einen gibt es da die Öl-Bindung des Dollar, die auf eine Abmachung zwischen den OPEC-Ländern und den USA in den 1970er-Jahren zurückgeht. Für den Handel mit dem wichtigen Rohstoff Öl muss also jedes Land US-Dollar vorrätig haben. Zum anderen üben die USA Druck auf andere Nationen wie Japan und Deutschland aus, ihre Währungsreserven in US-Dollar zu halten.

Die extrem hohe Verschuldung kann jedoch nur aufrechterhalten werden, solange der US-Dollar halbwegs stabil ist  – und eben daran könnte der Fortbestand als Leitwährung jetzt scheitern.

Aktuell verliert der US-Dollar durch eine hohe Inflation nachhaltig an Wert und damit auch an Attraktivität, denn niemand will in einen sich stark entwertenden US-Dollar investieren. Natürlich könnten die USA mit sehr hohen Zinsen gegensteuern, aber was soll dann mit den Schulden passieren? Das ganze System würde wir ein Kartenhaus zusammenbrechen.

Gold ist die einzig wahre Alternative

Vorteilhaft für den Dollar ist, dass es bislang keine echte Alternative für den Dollar als Leitwährung gibt. Der Euro leidet an seinen Konstruktionsfehlern von Target2 bis hin zu der verfrühten und bis heute nicht verarbeiteten Aufnahme der früheren Schwachwährungsländer.

Der Yen ist durch die hohe Verschuldung Japans stark gefährdet. Die Währung der Chinesen wiederum ist weder frei handelbar noch politisch etabliert. Die Schwächen der Alternativen haben sicher ihren Beitrag dazu geleistet, dass sich die defizitäre Weltwährung solange halten konnte.

Die stark steigende Inflation in den USA erzwingt jedoch jetzt ein Umdenken. Immer mehr Zentralbanken und andere staatsnahe nicht amerikanische Kassen werden auf Alternativen umschwenken (müssen). Geraden Zentralbanken werden dann viel Gold kaufen.

Dieser Prozess hat bei einigen Ländern wie Russland bereits eingesetzt und wird sich in den kommenden Jahren bei zunehmender Geldentwertung beim US-Dollar verstärken, zumal Zentralbanken nur sehr eingeschränkt andere Anlagen wie Aktien oder gar Immobilien erwerben, da sie liquide sein sollen.

Die zusätzliche Nachfrage wird den Goldpreis antreiben. Viele Anleger denken bei ihren Angebot- und Nachfrage-Überlegungen an private und institutionelle Anleger und nur selten an Zentralbanken, aber eben diese könnten den Goldpreis in naher Zukunft bewegen. Sie sollten mit einem Schub in den kommenden Jahren rechnen.

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Über den Autor
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Iris Schuler

Nach einer kaufmännischen Ausbildung absolvierte Iris Schuler eine Weiterbildung zur Redakteurin und Werbetexterin. Nach ihrem Abschluss machte sie sich im […]

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