Goldpreis: Rally und Absturz – ist das ein Crash?

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Im heutigen Vormittagshandel hat sich der Goldpreis erneut stabilisiert und notiert mit rund 5.081 US-Dollar je Feinunze wieder über der Marke von 5.000 Dollar (Stand: 4. Februar 2026, ca. 10 Uhr). Damit hat das Edelmetall den Einbruch der letzten Handelstage ein gutes Stück kompensiert.

Was war passiert? Seit Jahresbeginn hatte der Goldpreis bis zum Allzeithoch von zwischenzeitlich fast 5.600 US-Dollar Ende Januar mehr als 25 Prozent zugelegt – der vorläufige Höhepunkt einer enormen Rally. Mit der Nominierung von Kevin Warsh als neuen Fed-Chef durch Donald Trump ist ein kurzfristiger Abverkauf bei den Edelmetallen gestartet worden. Was die Entwicklung der letzten Wochen, Monate und Jahre über Gold als Anlageobjekt aussagt.

Gold mit eindrucksvoller Rally

Das hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten: Auf Jahressicht hat der Goldpreis satte 80 Prozent zugelegt – im Vergleich zum Februar 2024 sind es fast 150 Prozent. Zu der Zeit notierte das Edelmetall noch bei rund 2.000 Dollar je Feinunze. Zu Beginn des Jahres 2026 hat die Rally rund um Gold (und Silber) nochmal Fahrt aufgenommen und einen eindeutig spekulativen Charakter bekommen.

Dass mit Kevin Warsh nun ein neuer Fed-Chef nominiert wird, der nicht für radikale Zinssenkungen steht, hat beim Goldpreis den Stein für Gewinnmitnahmen ins Rollen gebracht. Binnen zwei Tagen ist der Goldpreis um gut 13 Prozent eingebrochen. Dass das Edelmetall kurze Zeit später wieder die 5.000 Dollar-Marke übersteigt, ist ein deutliches Indiz dafür, dass es sich um kurzfristige Spekulationen handelt.

Goldpreis ist Spekulationsobjekt – das ist aber deshalb noch lange kein Crash

Gold galt vor 2024 als solide Anlageoption, ein sicherer Hafen für Wertstabilität. In den letzten Jahren ist jedoch eine spekulative Komponente hinzugekommen, die den Goldpreis binnen weniger Monate stark steigen ließ. Der jüngste Absturz ist jedoch kein Crash, sondern eine Korrektur in Folge von Gewinnmitnahmen.

An den grundsätzlich treibenden Faktoren für den Preis von Gold hat sich ohnehin nichts geändert: Unter anderem geopolitische Konflikte, tendenziell sinkende Leitzinsen, ein günstiger Dollarkurs und erhebliche Käufe internationaler Notenbanken haben den Goldpreis in den letzten Quartalen angeschoben.

Das Tempo der Rally wird nicht zu halten sein – erst recht nicht ohne Rücksetzer wie zuletzt. Dennoch: Ein Goldpreis rund um die Marke von 5.000 Dollar je Feinunze hätte vor zwei Jahren wohl fast niemand für möglich gehalten.