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Goldpreis: Hohe Inflation macht auch Gold Probleme

Goldpreis: Hohe Inflation macht auch Gold Probleme
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Vor den mit Spannung erwarteten Inflationsdaten aus den USA am gestrigen Donnerstag hielten sich die meisten Anleger bedeckt. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA bleibt die Inflation hoch: Im September lag die Inflation bei 8,2 Prozent – nur ganz knapp unter dem Vormonat.

Bemerkenswert ist vor allem der Anstieg der Kerninflation auf 6,6 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit den 1980er Jahren. Die Inflationszahlen haben nicht nur die Aktienmärkte negativ beeinflusst, sondern auch Gold um 1,4 Prozent in den Keller geschickt.

Gold als Investment bei hoher Inflation – warum das heute nicht gilt

In der Regel ist Gold ein willkommener Inflationsschutz für Anleger. Üblicherweise galt: Ist die Inflation hoch, unterstützt das den Goldpreis. Doch die hohe Inflation treibt die Zinsängste. Mit gleichbleibend hoher Inflation oder gar steigender Kerninflation werden weitere große Zinsschritte der Fed wahrscheinlich.

Die Zinsmärkte werden wieder attraktiv und auch Staatsanleihen als sicherer Hafen beliebter. Für den Goldpreis sind das kurzfristig keine guten Aussichten – denn auf absehbare Zeit dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen. Gold bleibt ein sicherer Hafen für Anleger, doch in der momentanen Zinsspirale ist ein nachhaltig steigender Goldpreis eher unwahrscheinlich.

2022 hätte das Gold-Jahr werden können

Gestartet ist der Goldpreis in 2022 mit einer Notierung um 1.800 US-Dollar je Feinunze. Der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine hat das Edelmetall dann kurzfristig sogar über 2.000 Dollar steigen lassen – in echten Krisenzeiten ist Gold traditionell stark. Mit 2.069 Dollar kletterte Gold im März sogar in Richtung Allzeithoch.

Doch danach ging es stetig bergab. Denn die Krisensituation wurde überlagert zum Beispiel von der hohen Inflation, den stark steigenden Zinsen oder auch einem starken US-Dollar. Heute notiert Gold bei rund 1.665 US-Dollar je Feinunzen und seit einem Jahr steht ein Minus von knapp sieben Prozent zu Buche.

Anleger sollten nicht vergessen wo der Goldpreis herkommt

Was Anleger in der kurzen Sicht häufig vergessen: Schaut man sich an, wo der Goldpreis heute vor drei Jahr stand, sieht man eine Notierung von rund 1.500 Dollar je Feinunze – und das noch vor der Corona-Pandemie.

Kurzfristig sollten Anleger also weiterhin mit Volatilität rechnen. Aktuell spricht wenig für einen steigenden Goldpreis. Das ändert jedoch nichts daran, dass Gold grundsätzlich ein sicherer Hafen für Anleger bleibt. Es gibt Ausschläge nach oben und unten, aber auch die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Mit einem Goldinvestment macht man langfristig wohl kaum etwas falsch.