Gold steigt trotz der Zinserhöhung der US-Notenbank

Inhaltsverzeichnis

Jetzt ist es amtlich: Die erste Erhöhung der Zinsen in den USA seit 2018. Um die Inflation zu bekämpfen, hebt die Fed den Leitzins um 0,25 Basispunkt an – und kündigt weitere Zinsschritte an.

„Die US-Wirtschaft ist sehr stark“

Die Begründung von Fed-Chef Jerome Powell: „Die US-Wirtschaft ist sehr stark und durchaus in der Lage, eine strengere Geldpolitik zu verkraften. Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession ist derzeit nicht besonders erhöht.“ Der US-Leitzins könnte zum Jahresende dann in der Spanne von 1,75 bis 2% liegen. Und damit zeigt sich das ganze Dilemma der Notenbanken.

Inflation in den USA bei 7,9%

Die Verbraucherpreise in den USA sind im Februar auf 7,9% gestiegen, das ist der stärkste Zuwachs seit 40 Jahren. Schon vor dem Krieg in der Ukraine sieht vor allem die Energiepreise stark gestiegen. Jetzt gibt es durch Putins Angriffskrieg erhebliche Marktverwerfungen, von den nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Preise für Agrarrohstoffe betroffen sind. Wenn die Fed aber die Zinsen zu stark anhebt, wirkt sie in der ungewissen Krisensituation die Wirtschaft ab.

Seit Beginn des Kriegs haben Anleger über 117 Tonnen Gold gekauft

Klar ist: Wie auch immer die kommenden Zinsschritte ausfallen, die USA haben jetzt die Zinswende eingeleitet. Normalerweise setzt den Goldpreis sofort unter Druck. Wir haben aber keine normalen Zeiten, sondern Krieg. Nach den Angaben von Bloomberg verzeichnen die Gold-ETFs weiterhin starke Zuflüsse. Allein am Mittwoch waren es über 11 Tonnen. Seit Beginn des Kriegs haben Anleger über 117 Tonnen Gold gekauft. Damit ist auch klar: Angesichts der Krise spielt der sonst übliche Zusammenhang von höherem US-Dollar und niedrigerem Goldpreis nur eine untergeordnete Rolle. Da der Goldpreis nun einmal in US-Dollar abgerechnet wird, mach ein steigender US-Dollar Gold für Käufer aus Nicht-US-Dollar-Ländern teurer.

Fazit: Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank haben die Analysten ihre Goldpreisprognose nur leicht reduziert. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel für Ende des Jahres liegt jetzt bei 2.013 US$, das höchste bei 2.114 US$. Für Sie als Anleger bedeutet das: Nutzen Sie jede Korrektur unter 1.900 US$ zum Einstieg bzw. Aufstocken Ihrer Positionen.