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Gold im Auftrieb: Das sind die Gründe

Gold im Auftrieb: Das sind die Gründe
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Inhaltsverzeichnis

Investitionen in Gold sind beliebt. Das gilt auch oder vor allem in Zeiten einer hohen Inflation, wie wir sie gerade erleben. Im letzten Jahr kletterte die Inflationsrate deutlich nach oben, erreichte Monat für Monat einen neuen Rekordwert. Eigentlich hätte der Goldpreis ein großer Profiteur sein müssen, aber das Gegenteil war der Fall.

Anfang 2022 hatten die anziehende Teuerungsrate sowie der Ukrainekrieg den Goldpreis zunächst nach oben getrieben. Es wurde sogar an der 2000-Dollar-Marke gekratzt. Auf den Höhenflug folgte jedoch ein tiefer Fall. Als die Notenbanken in den USA und im Euroraum die Leitzinsen rasant anhoben, brach der Goldpreis auf 1600 Dollar je Feinunze ein. Dass der Goldpreis bei steigenden Zinsen fällt, ist nicht ungewöhnlich, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft und gegenüber zinstragenden Anlagen wie zum Beispiel Anleihen an Attraktivität verliert.

Höchststand seit 8 Monaten

In diesem Jahr könnte sich das Blatt jedoch schon wieder wenden. Nach dem nervenaufreibenden Jahr 2022 hatten Goldanleger 2023 bereits einen Grund zur Freude. Gleich zu Beginn des Jahres stieg der Goldpreis auf den höchsten Stand seit acht Monaten. In der Spitze verteuerte sich das Edelmetall um 0,8 Prozent je Feinunze. Eine erste Kurserholung hatte es bereits im November gegeben. Der positive Trend könnte sich jetzt weiter fortsetzen.

Dass der Goldpreis wieder steigt, hängt unter anderem mit dem Zinskurs der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED) zusammen. Nachdem die Währungshüter binnen kurzer Zeit sieben Jumbo-Zinsschritte eingeleitet hatten, wird jetzt offenbar einen Gang zurückgeschaltet. Die Märkte erwarten sogar ein mögliches Ende des Aufwärtskurses.

Was den Goldpreis antreibt

Weil für die Zinserhöhungen offenbar eine Pause ansteht, rückt das Zinsthema insgesamt in den Hintergrund. Stattdessen schenken Anlegerinnen und Anleger den geopolitischen Krisen rund um den Globus wieder mehr Beachtung, allen voran der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Sie wünschen sich für ihre Ersparnisse einen sicheren Hafen und werden in Gold fündig, auch wenn das Edelmetall keine Zinsen abwirft.

Zentralbanken decken sich mit Gold ein

Mit neuen Goldanlagen folgt der eine oder andere vielleicht auch dem Vorbild der Zentralbanken, die sich im letzten Jahr mit großen Mengen Gold eindeckten. Laut tagesschau.de fragten die Notenbanken so viel Gold wie seit 1967 nicht mehr an. Dabei wurde die fulminante Aufstockung mit der relativen Stabilität des Edelmetalls begründet. Davon könnten Sie als Kleinanlegerin oder Kleinanleger ebenfalls profitieren. Trotz der Verluste im letzten Jahr sollten Sie sich zudem bewusst machen, dass Gold deutlich besser abschnitt als beispielweise Aktien.

Gewinnbringende Investitionen fallen in diesen schwierigen Zeiten schwer, weil so viele unterschiedliche Aspekte für eine kluge Investmententscheidung berücksichtigt werden müssen. Für den Goldpreis spielt beispielsweise auch die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes eine Rolle. Wie werden sich die Löhne entwickeln? Ein nachlassender Anstieg würde beispielsweise auf eine Entspannung der Inflation hindeuten und die Erwartungen der Marktteilnehmer erhöhen, dass die Fed keine weiteren Zinserhöhungen anstrebt, was Gold einen Schub verleihen könnte. Momentan ist das noch nicht der Fall, jedoch sollten Sie die Entwicklung beobachten.