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Gold: Darum ist jetzt für Sie ein guter Zeitpunkt zum Kauf!

Da haben Gold-Investoren wohl zu früh frohlockt, als die ersten Hochrechnungen einen Wahlsieg Trumps zeigten. Einzelne Analysten gaben für diesen Fall Kursziele von mehr als 1.800 US-Dollar pro Unze aus. Tatsächlich hat Gold fast gar nicht auf Trump reagiert.

Daran könnte auch der neuste Gold-Report des World Gold Council schuld sein. Denn laut diesem Report ist die Nachfrage nach Gold im 3. Quartal gesunken. Nichts da mit Krisenschutz Gold – oder niemand sah Donald Trump oder den Brexit als Risiko an, das den Goldkauf wert gewesen wäre. Zumindest nicht die Inder und Chinesen, die weltweit am meisten Gold kaufen.

Vor allem die Schmuckindustrie verzeichnete einen drastischen Einbruch der Nachfrage. Das liegt sicher auch an den gestiegenen Preisen seit Januar. Die Schmuckkäufer in Asien zeigten schon in der Vergangenheit erst einmal Kaufzurückhaltung, wenn die Preise schnell ansteigen.

Doch das ist ein temporäres Phänomen. Sobald die Lagerbestände aufgebraucht sind und die Käufer realisieren, dass Gold erst einmal nicht günstiger wird, kaufen die auch wieder.

Zurückgehalten haben sich im 3. Quartal auch die Käufer von Barren und Münzen. Auch das war zu erwarten. Denn die Kleinanleger, die vor allem Münzen und Barren kaufen, schlagen vor allem dann zu, wenn der Goldpreis sinkt und sie halten sich zurück, wenn der Goldpreis steigt.

Das ist eine nachvollziehbare Strategie. Ganz anders hingegen handeln institutionelle Käufer, die bevorzugt Anteile an Gold-Fonds kaufen. Die waren im 3. Quartal die einzige Käufergruppe, die mehr Gold kaufte als vor einem Jahr. Und zwar richtig viel Gold.

Verkauften die Goldfonds im 3. Quartal 2015 noch mehr als 60 Tonnen Gold, so kauften sie im vergangenen Quartal 146 Tonnen Gold auf. Insgesamt stieg daher die Investoren-Nachfrage nach Gold.

Das Angebot stieg – aber die Minen produzieren trotzdem weniger Gold

Während die Gesamtnachfrage nach Gold um 10% sank, stieg das Angebot um 4%. Das lag aber nicht an den Goldminen. Obwohl der Preis im Jahresverlauf stark stieg, sank das Angebot der Goldminen um 1%.

Da gleichzeitig aber 30% mehr Gold recyclet wurde als vergangenes Jahr, stieg das Goldangebot insgesamt um eben die genannten 4%. Logisch, dass der Goldpreis die vergangenen Monate im Wesentlichen seitwärts lief. Steigendes Angebot, sinkende Nachfrage – ein Wunder, dass der Preis überhaupt stabil blieb.

Wenn Sie schon Gold besitzen, sollten Sie daran festhalten. Wenn Sie noch kein Gold besitzen, sollten Sie jetzt nachkaufen. Denn das World Gold Council rechnet mit steigenden Preisen.

Während das Angebot der Minen tendenziell eher sinken wird, geht das World Gold Council von steigender Nachfrage aus. Vor allem die Schmuckindustrie wird sich nicht ewig in Kaufzurückhaltung üben. Und wenn die wieder zu kaufen beginnt, steigen auch die Preise wieder.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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