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Elektrolyse-Aktien: Ohne diese Metalle gibt es keine Wasserstoffwende!

Inhaltsverzeichnis

Dass die große Wasserstoffwende ohne Elektrolyseure nicht funktionieren kann, dürfte hinlänglich bekannt sein. Letzte Woche haben wir Ihnen hierzu mit Air Liquide eine interessante Aktie vorgestellt.

Doch was viele Anleger nicht auf dem Schirm haben: Die Elektrolyseanlagen brauchen ganz bestimmte Rohstoffe – vor allem Metalle. Ohne diese Grundstoffe ist die Wasserstoffwirtschaft nicht vorstellbar. Entsprechend dürfte die Nachfrage nach diesen Metallen in den nächsten Jahren drastisch zunehmen. Das wiederum schafft Potenzial für einige Bergbauaktien. Dazu aber gleich mehr.

EU-Wasserstoffstrategie: der Elektrolyse-Boom

Zunächst für Sie ein paar Fakten: Im Sommer 2020 hatte die EU im Rahmen ihres „Green Deal“ eine ambitionierte Wasserstoffstrategie vorgelegt. Diese soll dabei helfen, den Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen.

In der ersten Phase (2020- 2024) soll in Europa eine Elektrolyseleistung von mindestens 6 Gigawatt installiert werden. Damit ließe sich pro Jahr 1 Million Tonnen an „grünem“ Wasserstoff produzieren. In Phase zwei (2025 – 2030) soll die Leistung auf 40 GW erhöht werden. Hierfür sollen 24 bis 42 Milliarden Euro investiert werden.

In der letzten Phase (2030 – 2050) dann strebt die EU eine Dekarbonisierung im großen Stile an. Bis Mitte des Jahrhunderts soll ausreichend „grüner“ Wasserstoff hergestellt werden, um alle Wirtschaftssektoren damit zu versorgen.

Sie sehen also: In den nächsten Jahren werden in Europa die Elektrolyseanlagen förmlich aus dem Boden schießen. Das gilt übrigens auch für andere Regionen wie Amerika oder Asien.

Nun aber zurück zu den Metallen

Zunächst einmal sollten wir hier differenzieren. Denn es gibt im Elektrolyse-Bereich unterschiedliche Prozesse, die unterschiedliche Metalle erfordern. Im Prinzip gibt es derzeit drei marktfähige Technologien der Wasserelektrolyse. Im Folgenden ein kurzer Überblick – ergänzt durch die jeweils erforderlichen Metalle (via Deutsche-Rohstoffagentur, DERA).

  • Alkalische Elektrolyse (AEL): Nickel
  • Polymerelektrolytmembran-Elektrolyse (PEMEL): Platin, Iridium, Titan
  • Festkörperoxid-Elektrolyse (SOEL): Nickel, Yttrium, Scandium, Lanthan, Strontium

Die DERA jedenfalls sieht bei einigen dieser Metalle in den nächsten Jahren einen Angebotsengpass – ausgelöst durch den Elektrolyse-Boom. Neben Platin betreffe das vor allem Iridium und Scandium.

Iridium könnte knapp werden

Bei Iridium, das in der PEMEL eingesetzt wird, könnte der Bedarf laut einer Schätzung der DERA im Jahr 2040 deutlich höher sein als die Produktion im Jahr 2018. Je nach Szenario könnte die fünffache Menge der Raffinadeproduktion aus dem Jahr 2018 (6,8 Tonnen) benötigt werden.

Die Deutsche-Rohstoffagentur rechnet übrigens nicht damit, dass die Iridium-Produktion in den nächsten Jahren deutlich anziehen wird. Der Grund: Iridium ist ein Nebenprodukt der Platinförderung. Laut der DERA ist eine signifikante Erhöhung jener Förderung aber nicht absehbar. Die Behörde begründet das unter anderem mit Südafrika, wo es derzeit große sozioökonomische Herausforderungen gebe. Das alles spricht also für steigende Iridium-Preise.

Scandium: gefährliche Abhängigkeit von China und Russland

Ähnlich sieht es übrigens bei Scandium aus. Der Bedarf nach dem Seltenerdmetall könnte der DERA zufolge bis 2040 das 2,7-fache der Produktion von 2018 betragen. Das Metall ist neben der Elektrolyse vor allem für Brennstoffzellen wichtig. Schon heute ist der Wasserstoff-Antrieb der wichtigste Anwendungsbereich von Scandium.

Durch den Ausbau der Elektrolyseanlagen (SOEL) dürfte schon bald ein neuer zugkräftiger Markt hinzukommen. Die Versorgungslage von Scandium ist jedenfalls kritisch, auch weil China und Russland hier den Ton angeben. Politische Konflikte könnten den Engpass also weiter verschärfen und den Preis befeuern.

Iridium-Aktie: Anglo American

Wollen Sie als Anleger auf die Elektrolyse-Metalle setzen, haben Sie nicht wirklich viele Möglichkeiten. Eine interessante Aktie im Bereich Platin und Iridium ist zum Beispiel Anglo American.

Der milliardenschwere Mega-Konzern baut unter anderem Platin ab und als Nebenprodukt Iridium. Anglo American jedenfalls darf sich angesichts der Wasserstoffwende auf lukrative Margen einstellen.

Rio Tinto setzt auf Scandium

Bei Scandium sieht das Ganze etwas komplizierter aus. Die meisten Scandium-Unternehmen sind entweder chinesische und russische Firmen oder relativ junge Explorationsunternehmen, die weit entfernt  von der Gewinnschwelle sind.

Wollen Sie trotzdem auf Scandium setzen, könnte für Sie auch Rio Tinto in Frage kommen. Der Konzern hatte im letzten Sommer in Kanada eine neue Demonstrationsanlage in Betrieb genommen, wo hochwertiges Scandiumoxid produziert werden soll. Rio Tinto will den Rohstoff für Aluminium-Legierungen nutzen. Diese wiederum könnten im 3D-Druck zum Einsatz kommen. Ob Rio Tinto das Metall irgendwann auch für Elektrolyse-Anwendungen verarbeiten wird, blieb indes offen.