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Dramatische Entwicklung bei den Rohstoffpreisen: Was das für Sie bedeutet

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Egal, wo Sie hinschauen. Alles wird teurer, weil zahlreiche Rohstoffe knapp werden. Tatsächlich können die fehlenden Rohstoffe sogar zu einem geopolitischen Druckmittel werden. Für die Autoindustrie, die häufig auch als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet wird, spitzt sich die Lage beispielsweise dramatisch zu. Die Auswirkungen könnten sich im ganzen Land  in den unterschiedlichsten Bereichen bemerkbar machen.

Insbesondere die Produktion von E-Autos gerät aktuell ins Stocken, weil wichtige Rohstoffe und Vorprodukte, wie Palladium, Nickel, Neon oder Kabelbäume fehlen. „Wenn diese Engpässe länger andauern, weil Ersatz nur begrenzt mobilisiert werden kann, drohen anhaltende Produktionsausfälle in der deutschen Wirtschaft“, warnt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft IW in einer aktuellen Studie, die auf tagesschau.de zitiert wird.

100 % Preisanstieg

Metalle, die für den Autobau unerlässlich sind, sind zum einen knapp und haben sich zum anderen erheblich verteuert. Der Nickel-Preis stieg beispielsweise um über 100 Prozent, allein in diesem Jahr. Nickel gilt als Schlüsselrohstoff für die Verkehrs- und Energiewende, weil er zur Herstellung von Batterien benötigt wird.

Bisher bezogen die meisten Unternehmen ihr Nickel aus russischen Minen, aber die Sanktionen gegen Russland erschweren jetzt den Import oder legen ihn komplett lahm. Die Nickel-Knappheit wird zum Bremsschuh der deutschen E-Auto-Produktion werden. Das wird sich natürlich früher oder später auf die Preise auswirken. „Allein die gestiegenen Nickelpreise könnten die Bruttogewinnspanne der Automobilhersteller um zwei Prozent drücken“, erklärt Konstantin Oldenburger, Marktanalyst CMC Markets auf tagesschau.de. Ob die Autohersteller die niedrigeren Gewinne hinnehmen oder die Preissteigerung an ihre Kunden weitergeben, ist noch unklar.

Dass E-Autos in Zukunft teurer werden, gilt jedoch als wahrscheinlich, da auch andere Rohstoffe, die zur Herstellung benötigt werden, deutlich teurer geworden sind. Die Preise für Lithium sind beispielsweise um rund 75 Prozent gestiegen. Palladium legte etwa 30 Prozent zu. Experten weisen darauf hin, dass dies noch moderat ist. Als Russland 2014 die Krim annektierte, schossen einige Rohstoffpreise um bis zu 600 Prozent in die Höhe.

Chipkrise könnte eskalieren

Darüber hinaus ist problematisch, dass Deutschlands Autobau von Neon-Lieferungen aus der Ukraine abhängt. 70 Prozent der Neon-Exporte kommen aus dem Land, das sich gerade gegen Russland verteidigen muss. Neon ist ein Edelgas, das zum Betrieb bestimmter Laser unerlässlich ist, die bei der Produktion von Halbleitern zum Einsatz kommen.

Die meisten Hersteller von Speicherchips halten laut tagesschau.de Neon-Bestände für etwa acht Wochen. Der Krieg dauert jetzt bereits gute vier Wochen an. Wie wird es dann weitergehen?

Ihr Lebensstandard wird von den steigenden Rohstoffpreisen akut bedroht. Wenn Sie hören, dass Nickel oder Neon knapp werden, klingt das für Sie natürlich zunächst abstrakt. Schließlich benötigen Sie solche Rohstoffe in ihrer Ursprungsform in Ihrem Alltag nicht. Letztendlich nutzen Sie jedoch die  Produkte, in denen die Metalle verbaut werden und müssen wegen der Knappheit tiefer in die Tasche greifen.