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Bergbaubranche im Wandel: Was Rio Tinto jetzt vor hat!

Inhaltsverzeichnis

Lange Zeit galt in der Bergbaubranche nur eine Devise: möglichst viel Profit und das ohne Rücksicht auf Verluste. Faktoren wie der Klimaschutz kamen dabei zu kurz. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Druck vonseiten der Politik und vieler Bürger ist so groß, dass auch die Minenkonzerne sich hier nicht mehr verweigern können.

Rio Tinto tritt First Mover Coalition bei

Das gilt auch für Rio Tinto. Vielleicht haben Sie es schon in den Medien gelesen: Der zweitgrößte Minenkonzern der Welt ist kürzlich der sogenannten First Mover Coalition beigetreten. Die Initiative wurde vom World Economic Forum (WEF) sowie der US-Regierung ins Leben gerufen und soll dabei helfen, besonders CO2-intensive Wirtschaftssektoren zu dekarbonisieren.

Mehr als 50 Konzerne gehören dieser Koalition inzwischen an – mit einem gemeinsamen Marktwert von rund 8,5 Billionen US-Dollar. Unter den Mitgliedern finden sich prominente Namen wie Apple, Ford, Airbus, Boeing, Deutsche Post, Nokia, FedEx, Alphabet, Microsoft sowie die Rio-Tinto-Konkurrenten BHP und Fortescue.

Die First Mover Coalition will beispielsweise in Sektoren wie der Aluminium-Herstellung, der Stahlproduktion, der Luftfahrt oder dem LKW-Verkehr die CO2-Emissionen drastisch reduzieren.

Rio Tinto setzt sich für CO2-ärmere Stahlproduktion ein

Und Rio Tinto will hierzu jetzt einen Beitrag leisten. So hatte man erst vor wenigen Tagen eine Kooperation mit dem chinesischen Stahlproduzenten Shougang Group geschlossen. Zusammen wollen die Partner daran arbeiten, kohlenstoffärmere Lösungen für die Stahlwertschöpfungskette zu etablieren.

Dabei geht zum einen darum, den CO2-Fußabdruck des Stahlrohstoffs Eisenerz zu verbessern, den Rio Tinto in großem  Stile fördert. Zum anderen forcieren Rio Tinto und  Shougang zum Beispiel Optimierungen von Hochöfen oder Technologien wie die CO2-Abscheidung.

Emissionsfreie Kraftstoffe und Elektro-LKWs

Doch damit ist Rio Tintos neues Klimabewusstsein längst noch nicht erschöpft. Der Minenkonzern will beispielsweise mehr emissionsfreie Kraftstoffe für die eigene Schifffahrtsflotte kaufen und auch Lieferanten, die solche Treibstoffe nutzen, stärker berücksichtigen.

Gleichzeitig will man die eigene LKW-Flotte, die im Minenbetrieb selbst zum Einsatz kommt, elektrifizieren und perspektivisch auch automatisieren. Nicht zuletzt engagiert sich Rio Tinto in Sachen Batterie-Recycling. Hierzu hatte man im letzten Jahr eine Kooperation in Serbien geschlossen, um dort ein nachhaltiges Kreislaufsystem aufzubauen.

Kohle-Aus schon 2018

Den wohl größten Schritt aber hat Rio Tinto bereits hinter sich: den Ausstieg aus der Kohle. 2018 hatte der Rohstoffgigant seine letzte Kohlemine in Australien verkauft. Man wolle sich vielmehr auf Zukunftsmetalle konzentrieren, hatte der Konzern damals verlauten lassen. Darunter vor allem Kupfer und Lithium. Beide Rohstoffe sind wichtig für Technologien wie die Elektromobilität.

Mein Fazit für Sie

Rio Tinto trimmt sich also auf grün. Der Konzern hat im Prinzip auch keine andere Wahl. Er muss seine Klimabilanz verbessern, ansonsten drohen staatliche Restriktionen. Aber nicht nur das: Der Widerstand gegen neue Minenprojekte vonseiten der lokalen Bevölkerung nimmt seit Jahren weltweit zu. Rio Tinto muss hier also Zugeständnisse machen, um klima- und umwelttechnische Bedenken in den Wind zu schlagen.

Für die Perspektive der Aktie ist das somit ein wichtiger Faktor. Auf der anderen Seite geht die Klima-Offensive natürlich mit hohen Kosten einher. Rio Tinto muss viel Geld investieren, um seine Zukunftsfähigkeit zu sichern. Zudem verzichtet man auf Rohstoffe wie Kohle, die gerade aktuell besonders profitstark sind.

Der Weg ist also steinig und die durch den Klimaschutz ermöglichten Vorteile dürften eher langfristig wirksam werden. Trotzdem macht Rio Tinto hier meiner Meinung nach alles richtig.