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Der Hype um die „Erneuerbaren Energien“ weckt viele Illusionen

Das Thema Klimaerwärmung begegnet Ihnen in den Medien im Augenblick fast täglich. Laut Umfragen steht es bei vielen Deutschen auf Platz 1 der drängendsten Probleme. Auch unsere Politiker überschlagen sich hierzu mittlerweile mit Gesetzesvorschlägen. Kein Wunder, Deutschland befindet sich ja mitten im Bundestagswahlkampf.

Der Einfluss der Klimapolitik könnte sich in Zukunft sogar noch ausweiten.

Mit entsprechenden Folgen für die Finanzmärkte. So werden bereits für Aktien der Hersteller von Elektroautomobilen wie Tesla sehr hohe Preise bezahlt, während Aktien der Förderer von Erdöl günstig zu haben sind.

Es ist höchste Zeit für einen Faktencheck

Und auch wenn Sie vielleicht nichts von der Klimadiskussion halten, müssen Sie sich aus Anlegersicht doch mit ihr beschäftigen, um die wichtigen Trends bei Rohstoffen und wichtigen industriellen Sektoren nicht zu verpassen.

Die Klimadiskussion beeinflusst die Finanzmärkte

Denn die Preisentwicklung von Rohstoffen und Aktien hängt vermutlich stärker von der Umweltpolitik und ihrer realen Umsetzung ab, als sich die meisten Anleger derzeit bewusst sind.

Daher gleich meine These: Der Aufprall der umweltpolitischen Illusionen auf die Realität dürfte wichtige Markttrends der kommenden Jahre begünstigen.

Illusionen beherrschen die Diskussion

Wenn Sie beispielsweise die Webseite von „Spiegel Online“ aufrufen, sehen Sie dauerhaft im mittleren Bereich der Hauptseite einen Abschnitt „Der Klimabericht – Daten zur Lage des Planeten“ und dort links die Ziffer „Ökostrom“. Mit stark schwankenden Werten von oft um die 60 Prozent und mehr wirkt es auf den ersten Blick, als seien bereits große Fortschritte beim Ersatz der fossilen durch die erneuerbaren Energien erzielt worden.

Laufende Ökostromanzeige von „Spiegel Online“

laufende Ökostromanzeige Spiegel Online

Es wirkt, als sei das Ziel von 100% nicht mehr so fern.

Quelle: Spiegel Online

Doch wie viel wurde tatsächlich erreicht? Schließlich gibt es nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch die Industrie, die Heizungen und den Verkehr, und es gibt nicht nur Deutschland, sondern noch viele andere Länder. Zudem gibt es Verlagerungseffekte – wenn ich den Schmutz vor meiner Haustür in den Garten meines Nachbarn kehre, wird er dorthin verlagert und nicht entsorgt. Gerade bei einer globalen Thematik wie dem Klima wäre nichts gewonnen.

Viele umweltpolitische Maßnahmen sind kaum durchdacht

Sehen Sie sich das E-Auto als eine zentrale Schlüsseltechnologie der Klimadiskussion an. In Norwegen mit seiner hohen Menge an Wasserkraft dürfte es tatsächlich zur Umweltschonung beitragen.

Doch wie sieht es in Deutschland und den meisten anderen Ländern aus? E-Autos sind in der Anschaffung teurer als klassische Benziner. Der Grund hierfür ist der hohe Energieverbrauch bei der Herstellung.

Dies betrifft vor allem die Batterien, und zwar sowohl deren Herstellung als auch die Förderung der dazu nötigen Rohstoffe wie Lithium. Auch der Aufwand an Maschinen ist höher, die wiederum hergestellt werden müssen. E-Autos gehen also mit einer negativen Umweltbilanz „ins Rennen“.

Die Stromerzeugung für E-Autos ist meist umweltschädlich

Doch wie sieht es beim laufenden Betrieb aus? Hier wird oft der derzeitige Energiemix bei der Herstellung des Stroms angenommen oder ganz trickreich wird dem E-Auto sogar nur Strom aus erneuerbarer Energie zugebucht.

Doch wie sieht eine realistische Grenzbetrachtung aus? Stellen Sie sich dazu einfach vor, anstelle eines E-Autos (oder einiger) würde ein Benziner (oder einige) betankt werden. Was passiert nun infolge des geringeren Stromverbrauchs? Sicher wird keine Solarzelle und kein Windkraftwerk abgeschaltet, sondern beispielsweise ein Gas- oder Kohlekraftwerk zurückgefahren. Solange aber nicht der gesamte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, muss der Verbrauch der E-Autos eher aus „schmutzigen“ Energiequellen gedeckt werden. Ohne den E-Auto-Verbrauch hätten diese schließlich abgestellt werden können.

E-Autos bringen für die Umwelt wenig

Ich vermute daher, dass die derzeitige Forcierung der E-Mobilität auf viel zu optimistischen Annahmen beruht. Weltweit ist die Annahme, dass bald nur noch Elektroautos unterwegs sein werden, sowieso abwegig.

Unser Ökostrom belastet die Umwelt andernorts

An dieser Stelle muss ich auch auf die länderübergreifenden Verlagerungseffekte eingehen. Deutschland rühmt sich, wie Ihnen das Beispiel von „Spiegel Online“ gezeigt hat, eines hohen Anteils an Ökostrom. Doch zugleich hat Deutschland einen im internationalen Vergleich sehr hohen Strompreis.

Die wirtschaftlichen Folgen eines hohen Strompreises sind aber klar: Die Produktion verlagert sich. Das Ausmaß der Verlagerung lässt sich nicht genau quantifizieren, Sie brauchen sich aber bloß die Herstellungsorte von vielen Gütern anzusehen, die Sie erwerben. Denken sie hier nur an China oder Indien, in denen Klimaschutz noch ein Fremdwort ist.

Sie sehen es selbst, an den Realitäten beim Verbrauch ändert sich wenig. Für Sie als Anleger ergeben sich deshalb gute Investitionsmöglichkeiten in Form günstiger und aussichtsreicher Ölförderer. Dieser Sektor sollte neben den Goldminen (aufgrund des desolaten Finanzsystems) zu den aussichtsreichsten der kommenden Jahre gehören!

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