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Veranstaltungsbranche am Boden – zerstört Corona Clubs und Konzerthallen?

Sie waren die ersten, die dichtmachen mussten – und sind wohl die letzten, die wieder öffnen dürfen. In der Veranstaltungsbranche ist die Corona-Krise akut wie eh und je.

Um auf ihre desaströse Lage aufmerksam zu machen, veranstalteten tausende Betriebe der Branche Anfang dieser Woche die „Night of Light“: Von 22 bis 1 Uhr nachts wurden etliche Eventlocations, Konzerthallen und Clubs deutschlandweit rot angestrahlt – ein Symbol des Hilferufs.

Etliche Betriebe existenziell bedroht

Dass die Branche besonders heftig betroffen ist, leuchtet ein: Bei Partys und Konzerten sind regelmäßig hunderte – oder auch tausende – Menschen dichtgedrängt, häufig fließt Alkohol, ein Einhalten oder Kontrollieren von Abstandsregelungen ist weder realistisch möglich noch gewollt. Denn gerade das enge Miteinander im Innenraum eines Konzerts oder auf der Tanzfläche eines Clubs sind wesentlicher Bestandteil des Gesamterlebnisses.

In einigen Bereichen konnten sich die Verantwortlichen aus der Politik inzwischen zu Lockerungen durchringen, so sind zum Teil Open Air Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl und strikter Einlasskontrolle wieder erlaubt. Doch davon profitiert lediglich ein kleiner Teil der Branche.

Hilfspakete unzureichend

Zahlreiche Inhaber von Clubs oder Veranstaltungshallen richten dieser Tage eindringliche Appelle an ihre Gäste sowie die zuständigen Politikerinnen und Politiker und weisen auf ihre existenzbedrohende Lage hin.

Viele fühlen sich von den bisherigen Hilfspaketen des Staates oder den schrittweisen Lockerungen übergangen, sie profitieren nicht oder nur unzureichend davon. Ihre Kosten laufen weiter, ihre Einnahmen liegen bei null, und das seit mittlerweile drei Monaten.

Wenig Hoffnung auf Besserung

Von Seiten der Politik gibt es wenig Hoffnung auf baldige Besserung der Situation: Gerade erst wurde das Verbot von Großveranstaltungen vom 31. August auf den 31. Oktober verlängert. Eine Ausweitung auch darüber hinaus erscheint nicht unwahrscheinlich angesichts der fortbestehenden Unsicherheiten: Solange weder ein Impfstoff noch eine wirksame Therapie gegen Covid-19 verfügbar sind, kann eine zweite Infektionswelle mit erneut zigtausenden Toten und wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Lockdown nicht ausgeschlossen werden. Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen wären ideale Superspreader-Events.

Das Verbot entsprechender Veranstaltungen ist demnach durchaus nachvollziehbar und dürfte wohl noch eine ganze Weile Bestand haben. Die Hilferufe aus der Branche sind dennoch ernst zu nehmen – denn kaum jemand wird sich wirklich wünschen, dass es nach der Pandemie, wenn die Normalität allmählich zurückkehrt, keine Clubs oder Konzerthallen mehr gibt.

Gesamtgesellschaftliches Anliegen

Es braucht daher zielgerichtete Hilfsmaßnahmen, speziell zugeschnitten auf die Veranstaltungsbranche, um die Betriebe – und die Millionen Arbeitsplätze, die daran hängen – mittelfristig zu erhalten.

Es ist die Veranstaltungsbranche, die in normalen Zeiten eine kurze Flucht aus dem Alltag, Zerstreuung und Erholung ermöglicht und damit sämtliche Gesellschaftsschichten anspricht, ob Jung oder Alt, arm oder reich. Diesen wichtigen Bereich der Freizeitkultur zu erhalten, sollte daher ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein.

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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