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USA: Bald Impfpflicht für Millionen Amerikaner. Geringe Impfquote wird zum Belastungsfaktor

Joe Biden verliert langsam die Geduld. Jetzt knöpft sich der US-Präsident fast 80 Millionen ungeimpfte Amerikaner vor. Nach anfänglich schnellen Erfolgen in den USA nimmt das Infektionsgeschehen aufgrund der hochansteckenden Delta-Variante wieder deutlich zu. Das ist zum Beispiel in den Bundesstaaten Tennessee und Texas zu beobachten, wo die Impfquoten besonders gering sind. Nun stellt Biden einen Sechs-Punkte-Plan zur Bekämpfung der Pandemie vor. Eine große Zahl an Firmen im Privatsektor sind davon betroffen.

Für fast 100 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft und des Gesundheitswesens sollen die neuen Reglungen gelten. Ebenfalls betroffen sind alle Angestellten und Zulieferer.

Der 6-Punkte-Plan des US-Präsidenten

  • Bei Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten sollen künftig alle Mitarbeiter geimpft sein. Sind sie es nicht, müssen sie sich mindestens einmal pro Woche testen lassen. Hiervon sind rund 80 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft betroffen.
  • Für rund 17 Millionen Beschäftigte des Gesundheitswesens, die Zahlungen der staatlichen Krankenversicherungen annehmen, müssen sich ebenfalls impfen lassen.
  • Alle Mitarbeiter der Bundesregierung sind ebenfalls der Impfpflicht unterzogen. Ausgenommen sind Personen mit gesundheitlichen oder religiösen Gründen. Firmen die in Zusammenarbeit mit der Regierung stehen, müssen ihre Mitarbeiter ebenfalls impfen. Regelmäßiges Testen soll in Zukunft nicht mehr ausreichen. Wer nach 75 Tagen nicht geimpft ist, muss mit disziplinarischen Maßnahmen oder sogar einer Kündigung rechnen.
  • Auch die Bußgelder wurden für Maskenverweigerer an öffentlichen Plätzen wie Flughäfen oder Bahnhöfen, sowie Transportmittel verdoppelt.

In den USA sind erst 53% der Menschen vollständig geimpft

Trotz eines vielfältigen und überwiegend leicht zugänglichen Angebots steigt in den USA die Zahl der Impfungen nur langsam. Erst 53% der US-Bevölkerung ist vollständig geimpft. Immerhin haben 63% bereits die erste Spritze erhalten.

Fazit: Die niedrige Impfquote in den USA wird nicht nur zum Politikum (Impfgegner finden sich vor allem bei den Republikanern), sondern auch zum Belastungsfaktor für die Börsen. Ein erneuter Lockdown oder andere restriktive Maßnahmen kann die US-Konjunktur empfindlich treffen und zu einer heftigen Korrektur an den Börsen führen. Davon wären dann aber nicht nur die US-Börsen betroffen.

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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