MenüMenü

Schuldendiscount für Donald

Normandie, Frankreich

Wir sind uns einig mit Hedgefonds-Manager Stanley Druckenmiller. Dies ist wirklich keine gute Zeit, um ein Bulle für den US-Aktienmarkt zu sein.

Anlässlich einer Investorenkonferenz in New York warnte der ehemalige Partner von George Soros davor, dass …

… höhere Bewertungen, drei weitere Jahre unproduktives Verhalten von Unternehmen, Grenzen der weiteren geldpolitischen Lockerung und eine bereits vollzogene übermäßige Kreditaufnahme darauf hindeuten würden, dass sich der Bullenmarkt erschöpfen würde.

Heut wollen wir uns hier aber mit einer bemerkenswerten Aussage eines bemerkenswerten Kandidaten vor einer bemerkenswerten Wahl beschäftigen.

Schuldendiscount für Donald

Donald Trump gab letztens bekannt, dass er als US Präsident das tun werde, was er am besten kann. Nämlich die US-Staatsschulden neu aushandeln, wenn der Schuldenberg zu stark auf seinen Schultern lasten würde.

Er wird einen „Rabatt“ bekommen.

„WAS??!!!“

Die Nachricht erreichte die Wall Street und flog in die Seitengassen von Lower Manhattan weiter… erreichte die City of London … und auch alle anderen wichtigen Finanzzentren auf der ganzen Welt.

„Was hat er gesagt? Hat er gesagt, dass er den Bankrott für die US-Schulden erklären würde? Ich kann es nicht glauben! “

Die Bedingungen für die Schulden neu aushandeln … einen Rabatt bekommen … ist genau das, was Sie tun, wenn Sie nicht bezahlen können.

Es ist genau das, was Argentinien nach vielen Jahren mit juristischen Streitigkeiten gerade tat. In dem Konfliket griffen die Gläubiger sogar nach den Schiffen der argentinischen Marine, die in fremden Häfen vor Anker lagen. Die Idee, die US-Staatsanleihen mit einem „Rabatt“ auszustatten – die angeblich sichersten Kredite der Welt – war mehr als nur bemerkenswert … sowas war eigentlich undenkbar.

Die New York Times griff den „Fall“ sofort auf und behauptete, der Vorschlag von Trump würde das „Vertrauen der Anleger auf eine Zerreißprobe stellen“ und dem Land „eine Menge Geld“ kosten (in Form einer höheren Zinsbelastung).

Die Washington Post behandelte die Thematik weiter und wies darauf hin, dass das Vertrauen in die US-Staatschulden der Klebstoff sei, der die globale Finanzwelt zusammenhalten würde. Zweifel an diesem Kleber würden die ganze Weltwirtschaft „sofort destabilisieren“.

Armer Donald. Er hatte ein anderes Tabu gebrochen.

Er musste es richtigstellen und erklären.

Trump scheint nicht zu verstehen, wie der Betrug funktioniert. Aber er hatte recht, was es bedeutet.

Die US-Bundesregierung hat das Monopol darauf, die Reservewährung der Welt herauszugeben. Da bedarf es keiner Nachverhandlung. Da muss nicht um einen Rabatt ersucht werden.

Und die US-Regierung ist es auch, die den Wert der Währung, in der die eigenen Schulden denominiert sind, beeinflusst.

Das heißt, sie wird ohne ein Wort zu sagen, die Investoren auf der ganzen Welt in der Luft zerreißen.

Zumindest jetzt noch steht der Dollar relativ „hoch“ … und Käufer stehen Schlange, um mehr US-Staatsanleihen zu bekommen.

Später wird der Schuh am anderen Fuß sein. Aber die USA werden nicht auf einem Bein stehen.

Sie werden um Rabatte für ihre Schulden betteln.

Stattdessen werden eben die Besitzer von Staatsanleihen der USA – allen voran die armen Rentner – an den Straßenecken betteln gehen müssen…

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

Regelmäßig Analysen über Politik erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Bill Bonner. Über 344.000 Leser können nicht irren.