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Geostrategie: Bevölkerungsbewegungen als „Waffe“?

Eins gleich im Vorab: Ich weiß, dass der Titel des heutigen Artikels sich absolut zynisch und menschenverachtend anhört. Denn die Idee, notleidende Menschen massenhaft zur Wanderung zu bringen (und dabei natürlich auch ihren Tod billigend in Kauf zu nehmen) um damit dann andere Länder zu destabilisieren ist schlicht und ergreifend zynisch und abstoßend.

Aber dieses „Konzept“ ist nicht auf meinem sprichwörtlichen Mist gewachsen, sondern entstammt den Hirnwindungen amerikanischer Machtstrategen und Globalisierungsplanern, die mit wissenschaftlicher Präzision ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gehen.

Fallen Sie daher also bitte nicht gleich über mich her. Ich gebe hier lediglich etwas wieder, was andere Personen sich ausgedacht haben.

Die Migrationswaffe

Die größte Bekanntheit dürfte in diese Zusammenhang sicherlich eine amerikanische Dame namens Kerry M. Greenhill haben, die Associate Professor an der amerikanischen Tufts University ist. Auch forscht sie am amerikanischen Harvard Kennedy School of Government’s Belfer Center for Science and International Affairs.

Greenhill verfasste bereits im Jahre 2010 ein Buch, das eine beachtliche Aufmerksamkeit fand. Der Titel des Buchs ist Weapons of Mass Migration (dt. etwa „Die Migrationswaffe“). Das Buch trägt dabei den interessanten Untertitel „forced displacement, coercion, and foreign policy“ (dt. etwa „erzwungene Vertreibung, Zwangsausübung und Außenpolitik“).

Das Buch gewann im Jahr 2011 sogar den 2011 International Studies Association’s Best Book of the Year Award.

Und ein Blick auf den Klappentext offenbart dann auch sehr schnell, was untersucht wird:

„At first glance, the U.S. decision to escalate the war in Vietnam in the mid-1960s, China’s position on North Korea’s nuclear program in the late 1990s and early 2000s, and the EU resolution to lift what remained of the arms embargo against Libya in the mid-2000s would appear to share little in common.

„Yet each of these seemingly unconnected and far-reaching foreign policy decisions resulted at least in part from the exercise of a unique kind of coercion, one predicated on the intentional creation, manipulation, and exploitation of real or threatened mass population movements.

„In Weapons of Mass Migration, Kelly M. Greenhill offers the first systematic examination of this widely deployed but largely unrecognized instrument of state influence. She shows both how often this unorthodox brand of coercion has been attempted (more than fifty times in the last half century) and how successful it has been (well over half the time).

„She also tackles the questions of who employs this policy tool, to what ends, and how and why it ever works. Coercers aim to affect target states‘ behavior by exploiting the existence of competing political interests and groups, Greenhill argues, and by manipulating the costs or risks imposed on target state populations.

„This „coercion by punishment“ strategy can be effected in two ways: the first relies on straightforward threats to overwhelm a target’s capacity to accommodate a refugee or migrant influx; the second, on a kind of norms-enhanced political blackmail that exploits the existence of legal and normative commitments to those fleeing violence, persecution, or privation.

„The theory is further illustrated and tested in a variety of case studies from Europe, East Asia, and North America. To help potential targets better respond to―and protect themselves against―this kind of unconventional predation, Weapons of Mass Migration also offers practicable policy recommendations for scholars, government officials, and anyone concerned about the true victims of this kind of coercion―the displaced themselves.“

(Quelle: Amazon; Hervorhebungen durch mich)

Was bedeutet das?

Wie Sie hier lesen können, geht es also darum, eine Querschschnittsstudie durchzuführen, wie die Manipulation bzw. erst das Auslösen von Migrationsströmen politisch zum eigenen Nutzen verwendet werden kann. Hierbei stellt Greenhill zwei interessante Komponenten als entscheidende Faktoren vor:

  • Die Überwältigung der Fähigkeit des Ziels, einen Migranten- oder Flüchtlingsstrom aufzunehmen.
  • Eine erpressungsartige politische Ausnutzung vorhandener politischer Normen und Grundsätze, um das Zielobjekt dazu zu zwingen, weiter Flüchtlinge aufzunehmen und sich nicht zu wehren.

Greenhill endet ihr Buch mit einem Blick darauf, wer am Ende am meisten unter solcher Politik leidet, nämlich die Betroffenen selbst. Darüber hinaus betrachtet sie, was gegen eine solche „Migrationswaffe“ an Gegenstrategien möglich ist.

EU bzw. Deutschland aus Sicht der Migrationswaffe: Das perfekte Ziel

Gehen wir einmal an dieser Stelle gar nicht so weit und fragen nach dem oder den Verursachern, sondern führen einmal nur eine kleine Zielanalyse aus der Sicht der Faktoren, die Greenhill in ihrem Buch schildert, durch. Hierbei wird schnell deutlich, wie angreifbar die EU und insbesondere Deutschland ist.

  • Deutschland hat seine Vergangenheit aus dem zweiten Weltkrieg.
  • In Deutschland existiert im Grundgesetz das Recht auf Asyl für politisch Verfolgte (Artikel 16a, Abs. 1). Eine Obergrenze per Gesetz gibt es nicht.
  • Wir haben in Deutschland eine Reihe an Führungspolitikern, deren Vergangenheit einige Fragen und Löcher aufweist.
  • Deutschland hat eine kaputtgespare „Minimalarmee“ und gleichzeitig jedoch einen aufgeblähten Verwaltungsappart, der Monate für Asylverfahren benötigt

Alleine aus diesen Faktoren ergibt sich, dass besonders Deutschland ein sehr interessantes Angriffsprofil darstellt.

Greenhills erster Faktor der Überwältigung der Fähigkeit des Ziels, einen Migranten oder Flüchtlingsstrom aufzunehmen ist fast schon erreicht. Deutschland musste die Grenzen schließen, die Stimmung in der Bevölkerung „verschlechtert sich stündlich“ und die Behörden sind völlig überfordert.

Gleichzeitig hat man mit dem grundsätzlichen Recht auf Asyl in der jetzigen Form im Grundgesetz eine rechtliche Struktur, welche perfekt den zweiten Faktor nach Greenhill erfüllt. Wir hatten hier ja schon die Äußerung der Kanzlerin, dass es beim Asyl „keine Grenze nach oben“ geben könne.

Und um dem ganzen Spektakel noch die Krone aufzusetzen, dürfte wohl ein entscheidender Teil des politischen Personals in Deutschland sehr erpressbar sein. Ich habe dies bereits geschildert. Und wen dies immer noch nicht überzeugte, der dürfte vor ein paar Tagen hoffentlich gelesen haben, wie plötzlich ein Koffer mit der Polizeiakte von Joschka Fischer in einem herrenlosen Flughafen am Frankfurter Flughafen „aus dem Nichts“ auftauchte. Jeder Politiker dürfte damit verstanden haben, was diese Botschaft für ihn bzw. sie bedeutet, wenn er gegen seine „Steuermänner“ handelt.

Wer sollte die Migrationswaffe gegen die EU bzw. Deutschland einsetzen und warum?

Hierzu ist es nötig, ein wenig auszuholen. In unserer heutigen, westlichen Welt sind die USA nach wie vor die Supermacht. Doch ihr politischer Einfluss geht schon seit einiger Zeit langsam zurück. Dies erkennen selbst die Amerikaner. Nicht umsonst veröffentlichte der amerikanische Generalstab erst vor wenigen Monaten eine neue Militärdoktrin, welche explizit konkurrierende Großmächte wie China und Russland erstmals direkt als Kriegsziele betrachtet. Vom Terrorismus spricht man dagegen nicht mehr wirklich.

Mit anderen Worten: Man sieht die eigenen geopolitischen Fälle etwas davon schwimmen und kämpft darum, den eigenen Einfluss zu behalten. Eine der schlimmsten Befürchtungen der USA ist dabei eine Allianz Europas mit Russland. Schon Bismarck äußerte sich deutlich:

Wenn Preußen und Rußland in einem Bündnis zusammenstanden, ging es den Ländern gut – und Europa. Wenn irgendwelche Kräfte auf dieser Welt es geschafft haben, daß beide Länder in Konfrontation gegeneinander gestanden haben, war es eine Katastrophe für beide Länder und für Europa.

Insofern ist die amerikanische Befürchtung durchaus realistisch und wird auch vom führenden Kopf der „zivilen CIA“ Stratfor geteilt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt natürlich der orchestrierte Umsturz und das weitere Geschehen in der Ukraine eine ganz neue Bedeutung. Hier hat man einen Keil geschaffen, um genau solch eine Verbindung zu erschweren. Dazu zwang man Europa noch zu Sanktionen gegen Russland. Damit war der Keil vorerst platziert und die eigene Industrie konnte sich auf Kosten Europas weiterhin über florierenden Handel mit Russland freuen.

Darüber hinaus zwang der angezettelte Konflikt in Russland Putin, der sich eigentlich als Freund des Westens geben wollte, zur Sicherung nationaler Interessen gegen die NATO-Ostexpansion in eine neue Zarenrolle. Damit hatten die USA ihren medienwirksamen Grund, weiter am Ostrand ihres Imperiums aufzurüsten (was natürlich nicht heißt, dass andere Länder wie Russland nicht auch ihre eigenen Interessen verfolgen, doch die USA treten hier mit Abstand am aggressivsten auf, unter anderem natürlich auch da sie das Meiste zu verlieren haben).

Um jedoch Europa langfristig an die Leine zu legen und aus der EU einen großen Block zu machen, der sich natürlich einfacher im eigenen Imperium „steuern“ lässt, reicht das noch nicht.

In diesem Zusammenhang sind besonders die Arbeiten eines Herrn Thomas P.M. Barnett zu erwähnen. Hierbei handelt es sich um einen amerikanischen Militär- bzw. Geostrategen und globalistischen Vordenker, der einige Konzepte entwickelt hat, die äußerst erwähnenswert sind. Denn sie bieten den operationellen Kontext, vor dem die aktuellen Entwicklungen zu betrachten sind und klaren Sinn machen.

Barnetts Ideen über die Zukunft der Globalisierung und Europa

Barnett entwirft als amerikanischer Stratege ein Modell einer globalisierten Welt unter der alleinigen Führung von Amerika als Zielzustand. Hierbei gilt es besonders die folgenden Punkte zu beachten:

  • Die Globalisierung (=Amerikanisierung) muss sich weiter ausbreiten.
  • Die wesentlichen Stützpfeiler der Globalisierung (er spricht hier von „flows“) müssen ungestört weiter aktiv bleiben, damit der Prozess voranschreiten kann
  • Die USA muss dafür sorgen, die Vormachtstellung in der Welt zu behalten um den Prozess so in die gewünschte Richtung steuern zu können.

Um den Ist-Zustand des Globalisierungsprozesses zu beschreiben, entwirft Barnett ein binäres Modell, das ich nachfolgend vereinfacht bzw. überblicksartig schildern werde (wer mehr hierzu wissen möchte, sollte seine Bücher lesen):

Barnett unterteilt die Welt dabei in einen „Kern-Bereich“ (functioning core), der bereits weitgehend globalisiert ist und einen „Gap-Bereich“ (non-integrated gap), welcher nicht globalisiert sei oder nur kaum.

Er beschrieb dies bereits 2011 in einem Vortrag, der wiederum auf einem Buch von ihm basiert (The Pentagon’s New Map).

Die Aufgabe des Globalisierungsprozesses sei es nun, diesen „Lücken-Bereich“ in den „Kern-Bereich zu integrieren“. Und damit dies effektiv geschieht, müssen zunächst einmal verschiedene Fluss-Faktoren (flows) ungehindert arbeiten können:

  • Menschenströme müssen sich vollständig frei bewegen können. Barnett spricht hier vom „flow of people
  • Das Geld muss frei fließen können. Barnett bezeichnet dies als „flow of money
  • Energie muss frei fließen können. Hier spricht Barnett vom „flow of energy„.
  • Essensströme müssen weltweit ungehindert fließen können. Dies nennt Barnett den „flow of food
  • Freier Fluss von „Sicherheit“.Hier spricht Barnett letztlich von Militär und nennt dies den „flow of security

Globalisierung nach US-Vorbild, und damit letztlich die US-Macht, kommt also dann zum Stocken, wenn diese „heiligen Faktoren“ gestört werden.

Und vor diesem Hintergrund erklären sich auch sehr viele Schritte der Politik. Das umstrittene TTIP-Abkommen etwa ist ein Schritt um Europa noch fester in den „functioning core“ zu binden. Die „transatlantische Partnerschaft“ etwa führt dazu, dass führenden Eliten hierzulande in Gruppen wie der Bilderbergruppe, dem CFR Europa und weiteren dubiosen Clubs fest mit den USA vernetzt sind, worunter auch viele „Alpha-Journalisten“ fallen. Dies erklärt auch, weshalb wir eine derartige Berichterstattung bei Themen wie Russland und Flüchtlingen sehen.

Doch zurück zum „flow of people“.

Barnett argumentiert mit einer Kennziffer, die er HSR (human support ratio) nennt, dass immer weniger junge Menschen in Europa auf immer mehr alte kämen. Es sei also nötig, dass große Migrantenströme nach Europa ungehindert einfließen. Letztlich schlägt man damit aus Sicht des amerikanischen Globalisierers auch eine ganze Menge Fliegen mit einer Klappe.

Der Sinn für nationale Identität und weitere hinderliche Faktoren wird durch die Migrantenströme aufgelöst und gleichzeitig wird Europa durch die kulturellen Inkompatibilitäten zwischen der einwandernden Massen und der bestehenden Bevölkerung in sich stark geschwächt und kann damit der Vormachtstellung der USA nicht weiter gefährlich werden. Das Resultat laut Barnett wäre eine in sich zerstrittene, kulturell orientierungslose Mischbevölkerung.

Und hier kommt die „Migrationswaffe“, die ich anfänglich erwähnte, ins Spiel. Sie ist nichts anderes als ein Mittel zum Zweck.

Doch dabei ist Europa keineswegs nur Opfer, sondern Täter. Europäische Politiker haben sich zu willfährigen Gehilfen der hier beschriebenen Ideologie gemacht. Teilweise, weil man sich kurzfristige Vorteile für sich selbst erhoffte, teilweise sich auf Druck und Erpressung von jenseits des Atlantiks.

Sehen wir uns also an, was die Flüchtlingsströme überhaupt ausgelöst hat.

Auslösende Faktoren der Flüchtlingsströme

Letztlich gab es eine Reihe an Faktoren, welche die Flüchtlingsströme, die wir momentan sehen, überhaupt erst auslösten.

Zunächst einmal haben NATO, US-Militär und europäisches Militär in einigen Ländern in Nordafrika, dem mittleren Osten und in Zentralasien, durch ihre militärischen Einsätze die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört. Ja, ich weiß, man hat uns das als „humane Intervention“ verkauft, aber letztlich zählt nicht das Gerede, sondern das Resultat der Aktionen.

„Wir“, also der Westen, haben den Menschen die Lebensgrundlage weggebombt und Ruinen hinterlassen, in denen sich dann auch noch mit westlicher Hilfe zweifelhafte Gruppen fanden und Angst und Schrecken verbreiten. Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, die Liste der gescheiterten Staaten lässt sich fortsetzen…

Leider möchte der Westen auf politischer Ebene jedoch keinen wirklichen Frieden. Stattdessen verdreht man lieber die Tatsachen und versucht den Menschen zu verkaufen, dass die Syrer nicht vor dem IS, sondern ausschließlich vor Assad fliehen würden. In Wirklichkeit geht es jedoch viel mehr um die Kontrolle von Bodenschätzen, Pipeline-Strecken und das Zurückdrängen von Russland, das sich in Syrien nun mit einer Intervention in Position bringt.

Viele Flüchtlinge dachten anfänglich, sie warten bis der Krieg beendet wird und kehren dann in ihre Heimat zurück. Diese Aussicht für eine Zukunft in Syrien ist jedoch spätestens mit der grausamen Eroberung weiter Teile Syriens durch die ISIS-Horden zerstört worden. Wer will schon unter der Terrorherrschaft im „Kalifat“ leben? Das brachte viele Flüchtlinge auf den Weg nach Europa.

Ein dritter Faktor, warum die Menschen jetzt nach Europa flüchten, die Hilfsorganisationen haben kein Geld mehr, um die Lager zu betreiben. Das World Food Program (WFP) etwa berichtete schon Ende 2014 von Problemen. Würden „wir“, also der Westen solche Dinge nicht zulassen, hätten die Lager vor Ort sicher einen weitaus besseren Job machen können.

Der vierte Faktor: Zahlreiche europäische Politiker haben die Menschen, die in den Lagern leben, aufgefordert und regelrecht eingeladen, nach Europa zu kommen. Es wurde ihnen ein „Paradies“ beschrieben, wo sie finanziell versorgt werden, eine Unterkunft, Arbeit und medizinische Pflege gratis bekommen und wo sie alle herzlich willkommen sind. Am meisten als „gelobtes Land“ wurde dabei Deutschland genannt.

Aussagen von Merkel und Gabriel, „eine Obergrenze an Flüchtlingen kann und darf es nicht geben„, und „wir können locker eine halbe Million über mehrere Jahre verkraften“ sind hier nur als zwei Beispiele zu nennen.

Doch es gibt noch einen fünften Faktor. Und dieser liegt im Bereich der sogenannten NGOs und „Freiwilligen“, deren „Arbeit“ von den Massenmedien wenig erstaunlicherweise totgeschwiegen wird.

Derartige Organisationen, in der Regel finanziert durch „reiche Oligarchen“ (z.B. George Soros), betreiben dabei Webseiten, die genau erklären, wie man als Flüchtling vorgehen muss, welche Rechte man als Asylant hat, wie man sich als einer ausgeben kann, auch wenn man keiner ist, welche Beratungsstellen sofort einem zur Seite springen, Telefonnummern und vieles mehr.

In diesem Zusammenhang hatte ich Ihnen bereits von der US-Inititiative berichtet, die deutsche Bürger gezielt zu Straftaten aufruft. Doch es gibt weitere interessante Punkte. Scheinbar erhalten die Flüchtlinge im industriellen Stil gar ganze „Handbücher“, welche den gesamten Reisebetrieb optimal gewährleisten sollen. Dem britischen Nachrichtensender Skynews fiel kürzlich ein derartiges Handbuch in die Finger.

Dabei ist natürlich nicht nur Deutschland vom Primat des „free flow of people“ betroffen. Globalistische Befehlsempfänger bzw. politische Kräfte, die sich vor den amerikanischen Karren spannen lassen, durften auch in England erfolgreich ihre Kampagne fahren. Derartige Aktionen richten sich gegen viele EU-Staaten, doch Deutschland kommt eine zentrale Bedeutung dabei zu. Die Front ist dabei breit, doch letztlich ist das Ziel stets der Barnettsche Faktor des „people flow“.

Selbst in Deutschland ist dabei das Problem noch keinesfalls vom Tisch. Auch wenn in den Medien verkündet wurde, man habe ja jetzt Grenzkontrollen, sieht die Realität herzlich anders aus. Von den Sonderzügen, die aus fadenscheinigen Gründen trotzdem Flüchtlinge abholen, spreche ich an dieser Stelle erst gar nicht…

Globalisierungsprozess a la USA als komplexes, politisch forciertes System

Wenn Sie genau hinsehen, dann erkennen Sie, dass hier ein System abläuft, das auf den Barnettschen Faktoren beruht, welche die USA aufzwingen. Verschiedene Nutznießer aus der wirtschaftlichen Elite weltweit profitieren natürlich hiervon. Rücksicht auf den Wunsch der Massen ist in diesem System jedoch nicht vorgesehen. Viel mehr schlägt Barnett vor, diese möglichst lang in Ruhe einzuschläfern, da, wenn ein derartiger Plan publik würde, es sicher Aufstände und Widerstand gäbe.

Barnett spricht nicht umsonst von der Globalisierung unter US-Vorreiterschaft als „sozioökonomische Revolution“. Dass Kulturen dabei untergehen und Menschen sich „vorübergehend“ die Köpfe einschlagen, nimmt er bewusst in Kauf.

Damit dieser Prozess weiter laufen kann, sind, wie bereits erwähnt, die obigen fünf Faktoren am ungestörten Laufen zu halten.

Gleichzeitig leitet sich damit jedoch auch ab, dass so manch ein „Terrorist“ und die Flüchtlingshorden ebenfalls nur bemitleidenswerte „Spielfiguren“ sind und nicht die Leute, gegen die Sie einen Groll hegen sollten. Mit Pauschalisierungen und Fremdenhass ist niemandem geholfen. Damit spielen Sie nur genau das Spiel, was sie spielen sollen. Natürlich gibt es bei uns Regeln, an die sich auch Flüchtlinge halten müssen und Terroristen und anderes Gesindel, was chronisch Gesetze bricht und Verbrechen geht, darf nicht ungestraft bleiben.

Unsere öffentliche Ordnung muss bestehen bleiben. Denn ein Bürgerkrieg wäre der perfekte Vorwand, um Freiheitsrechte massiv zu beschneiden und den obigen „Plan der neuen Weltordnung“ beschleunigt und par force durchzusetzen. Auch ist die Gefahr, dass dabei die Leute vergessen werden, die wirklich Schutz und unsere Hilfe brauchen und aus gutem Grund geflohen sind.

Doch wirklich lösen lässt sich das Problem durch politische Schritte, welche gegen die oben beschriebenen fünf US-Prinzipien gerichtet sind.

Das eigentliche Problem der aktuellen Entwicklung liegt in meinen Augen tiefer und an mehreren Orten, nicht nur in Berlin oder Brüssel, sondern vor allem auch jenseits des Atlantiks.

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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