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Ein Interview mit Ron Paul – Teil 2

Q: Haben Sie je von Eltern oder Großeltern gehört, die zugegeben hätten, dass sie selbst ein besseres Leben haben wollen, als sie sich für ihre Kinder wünschen? Wenn dem nicht so ist, wie kommt es dann, dass wir das tun?

Ron Paul: Nun, den Kindern wird immer klarer, dass eine enorme Last auf ihre Schultern gelegt wird und dass sie sich um diejenigen werden kümmern müssen, die das Rentenalter erreichen. Die alte Redewendung lautete, dass wir uns immer ein besseres Leben für unsere Kinder wünschen, doch in den letzten 60 bis 70 Jahren hat sich das umgekehrt: Die jungen Menschen finanzieren diejenigen, die im Ruhestand sind. Und es ist ein gestreutes Depot, denn viele Leute müssen Social Security bezahlen und sie leisten symbolische Zahlungen für ihre medizinische Versorgung und sie denken, dass sie ihr eigenes Geld zurückbekommen. Aber ihr Geld ist schon ausgegeben. Ich habe in der letzten Zeit herausgefunden, dass vielen Leuten bewusst wird, dass sie mit der Rechnung sitzen gelassen werden.

Q: Können Sie darlegen, was in den vergangenen sechs oder sieben Jahren hier in Washington passiert ist. Welche Note würden sie unserer aktuellen Regierung und der Führungsgruppe in Washington geben?

Ron Paul: Finanziell stehen wir heute deutlich schlechter da als 1999 oder 2000. Die Defizite sind explodiert und wir haben uns in einen Krieg eingemischt, der unsere Ressourcen hat austrocknen lassen, weil wir so viel Geld ausgegeben haben. Und obwohl konservative Republikaner an der Macht waren, haben sie sich nicht zurückgehalten, wenn es darum ging, noch mehr Berechtigungen auszusprechen – egal, ob es sich dabei um die Bildung oder um die Gesundheitsversorgung handelte .

Aber um ganz offen zu sein, gab es auch 1999 und in den Neunzigern schon viel Täuschung. Ja, die Defizite in diesem Jahrzehnt fielen geringer aus, wir waren nie in den schwarzen Zahlen, so sagten sei, weil wir von unseren Treuhandfonds Geld geliehen haben. Wenn es auch deutlich besser aussah, hat es das Problem nicht wirklich gelöst, weil die Regierung auch weiterhin gewachsen ist. Es war schon fast trügerisch in dem Sinne, dass man sagen könnte: „oh-oh, wir werden das in die Hand nehmen. Vielleicht haben die auf der Angebotsseite Recht und wir sollten die Steuern senken, damit die Gewinne steigen und wenn wir uns ein wenig zurückhalten, wird schon alles in Ordnung sein.“

Aber ich mag diesen Ansatz nicht, denn selbst wenn man einen Steuersatz von 10% haben würde und wenn das die Einnahmen der Regierung steigern würde, weil die Wirtschaft aufblüht, dann wäre ich immer noch nicht zufrieden damit, weil ich nicht will, dass die Regierung noch weiter wächst. Denn letzten Endes wird die Sache außer Kontrolle geraten und wenn die Regierung immer größer wird, dann werden die Individuen immer kleiner – sie haben dann weniger Freiheit. Also will ich nicht, dass es für die Regierung leicht wirkt, Geld auszugeben.

In den Jahren, in denen es so schien, als sei das Defizit gar nicht so groß, hat sie uns mehr oder weniger in den Schlaf gesummt und wir haben gesagt. „Ach ja, das können wir machen:“ aber es ist richtig, dass wir in den Neunzigern nicht ganz so verschwenderisch mit dem Haushalt umgegangen sind, weil es damals keinen großen Krieg gab und weil die Zahl der Berechtigungen, die gewährt werden, noch nicht so waren wie in den vergangenen sechs oder sieben Jahre.

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Über den Autor Investor Verlag

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