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Wirtschaftsfaktor Oktoberfest: Krise auf der Wiesn?

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Es ist das größte Volksfest der Welt – und nach zwei Jahren Pandemiepause in diesem Herbst endlich wieder da: das Oktoberfest. Mit rund 6 Millionen Besuchern aus aller Welt, die sich während der gut zwei Wochen auf dem Festgelände der Theresienwiese in München tummeln, handelt es sich für die bayerische Landeshauptstadt auch um einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor.

Milliardenumsätze rund ums Oktoberfest

Mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz wurden vor der Pandemie auf der Wiesn umgesetzt. Neben den Ausgaben direkt vor Ort für Bier, Hendl, gebrannte Mandeln und dergleichen mehr spülten die auswärtigen Gäste auch auf anderem Wege Geld in die Stadtkasse: Das Hotel- und Gastgewerbe machte 2019 allein mit den Wiesn-Besuchern eine gute halbe Milliarde Euro Umsatz, ein weiterer dreistelliger Millionenbetrag floss in Einkäufe, Verpflegung oder Transportmittel wie Taxen oder ÖPNV.

Nachdem es in diesem Jahr nun endlich wieder hieß „O’zapft is!“, tummeln sich tatsächlich wieder unzählige Menschen in den Festzelten auf der Theresienwiese. Doch abseits der weltberühmten Bierzelte haben es Schausteller vergleichsweise schwer: Viele Tage sind verregnet, was die Lust der Besucher deutlich schmälert, im Freien zu flanieren oder Fahrgeschäfte zu nutzen.

Inflation dämpft Kaufkraft: Schausteller spüren Auswirkungen

Hinzu kommt die hohe Inflation. Die Preise für Vergnügungsbetriebe auf der Wiesn waren noch nie besonders günstig, manch einer sah sich nun gezwungen, gestiegene Kosten zumindest teilweise an die Kunden weiterzugeben. Doch dem gegenüber steht eine bereits jetzt geringere Kaufkraft und Konsumlust der Bevölkerung: Viele haben bereits einen Brief vom Energieversorger erhalten, die Abschlagszahlungen für die kommenden Monate verzeichnen oftmals einen saftigen Aufschlag.

Die Lebenshaltungskosten sind in den vergangenen Monaten ohnehin stark gestiegen. Ein Trend, der sich im Winter nicht nur fortsetzen, sondern wohl auch weiter verschärfen dürfte. Das schlägt sich – vor allem bei Besuchern aus der Region – auch im Ausgabeverhalten auf dem Volksfest nieder.

Da wird sich entschieden zwischen Schieß- und Losbude, zwischen Achterbahn und Riesenrad. Selbst wenn sie wollten, viele Familien mit Kindern können sich schlichtweg nicht mehr leisten, all das an Freizeitspaß auf dem Oktoberfest zu ermöglichen, was in früheren Jahren mal drin war.

Maßpreis übersteigt 13 Euro

Für die Maß Bier werden inzwischen mitunter mehr als 13 Euro fällig, die Schausteller hingegen können weniger beliebig an der Preisschraube drehen. Stattdessen spüren auch die Budenbetreiber auf der Wiesn die Auswirkungen der globalen Lieferengpässe: Plastikrosen und Plüschtiere sind kaum noch aufzutreiben, manch ein Container hängt auf einem Frachtschiff irgendwo zwischen China und Europa fest.

So sehr sich die Oktoberfest-Fans über die Rückkehr des Volksfestes nach der Pandemie freuen: Ob unter den gegebenen Vorzeichen in diesem Jahr neue Rekorde aufgestellt werden können, darf bezweifelt werden.