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Themenschwerpunkt Flutkatastrophe: Schwerwiegende Folgen für die Wirtschaftskraft im Westen

Inhaltsverzeichnis

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat enorme Flächen verwüstet. In einer Schneise von Trier am südwestlichen Rand von Rheinland-Pfalz bis nach Hagen im Ruhrgebiet wurden zahlreiche Dörfer überschwemmt. Wesentliche Teile der Infrastruktur sind zusammengebrochen. Aufräumarbeiten und Wiederaufbau werden Monate, teilweise auch Jahre andauern.

Direkte Auswirkungen hat die Katastrophe nicht nur auf zigtausende Menschen vor Ort, sondern auch auf unterschiedlichste Wirtschaftszweige. In dieser Woche sollen daher die verschiedenen Bereiche und Konzerne im Fokus stehen, für die die verheerenden Wassermassen unmittelbar spürbare Folgen haben werden.

Schwerpunkt: Regionale Wirtschaftskraft

Die Landwirtschaft im Westen ist vielfältig. Es gibt riesige Ackerflächen, herdenweise Nutztiere und entlang der Ahr die Weinanbaugebiete, für die die Region weit über Rheinland-Pfalz hinaus bekannt ist.

Doch nach der Flut ist alles anders. Äcker sind überflutet, ganze Ernten vernichtet, Tierherden wurden von den Wassermassen mitgerissen. Bis die Flächen landwirtschaftlich wieder nutzbar sein werden, dürfte es noch eine ganze Weile dauern.

Landwirte vor dem Aus: Äcker vorläufig kaum nutzbar

Zahlreiche Landwirte stehen vor dem ökonomischen Aus, doch in diesen Tagen helfen sie mit schwerem Gerät, die Region von den gröbsten Schäden zu befreien. Mit Traktoren und anderen Maschinen rücken sie in die zerstörten Ortschaften vor, um bei den Aufräumarbeiten mitzuhelfen. Wie es für sie selbst weitergeht, steht oft noch in den Sternen.

Die Aussicht auf die staatlichen Soforthilfen, die Bund und Länder umgehend zugesichert haben, kann nur ein schwacher Trost: Wenn der Boden keine Bewirtschaftung erlaubt, fehlt die Existenzgrundlage der Betriebe.

Beliebte Ausflugsziele sind zerstört

Ganz ähnlich ergeht es auch der Tourismusbranche und der Gastronomie. Vor der Flut waren malerische Fachwerkstädtchen wie Bad Münstereifel beliebte Ausflugsziele, die vor allem die gestressten Bewohner der nahegelegenen Großstädte anlockten. Das Ahrtal ist neben seinen Weinbergen berühmt für seine Wanderrouten, beliebt bei Jung und Alt. Spezielle Weinwanderwege lockten Kenner und Liebhaber in die Region.

Viele der Ortschaften entlang der kleinen Flüsse, die in der vergangenen Woche zu reißenden Strömen angeschwollen waren, sind stark geprägt von diesem Tourismus. Hotels und Gaststätten laden ein zu Tagesausflügen, Wochenendtrips oder längeren Aufenthalten.

Gaststätten doppelt hart getroffen: Erst Corona, dann „Bernd“

Doch die vergangenen 18 Monate waren auch im Ahrtal geprägt durch die Pandemie. Tourismus und Gastronomie kamen fast vollständig zum Erliegen. Gerade erst richteten sich die Betriebe auf die neue Saison ein, konnten seit wenigen Wochen endlich wieder Gäste empfangen. Der Sommer sollte ein Neustart werden, er sollte die Einbußen der vergangenen Lockdown-Monate zumindest teilweise kompensieren.

Nun fällt der Neustart für die meisten Betriebe dramatisch aus. Gastwirte, die die Zeit der Zwangsschließung dazu genutzt hatten, ihre Einrichtungen zu modernisieren und zu renovieren, sehen ihre Investitionen im wahrsten Sinne des Wortes davonschwimmen. Anstelle von Einnahmen warten nun neue, noch viel größere Ausgaben.

Es wird lange dauern, bis die Region die Wirtschaftskraft wiedergewinnen kann, die zuerst durch die Pandemie und nun durch die Überschwemmungen weitgehend zerstört wurde.