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Kriegsfolgen: Russlands Wirtschaft darbt auf Jahre hinaus

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Mit den umstrittenen Referenden in der Ostukraine und der Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte setzt Wladimir Putin alles auf eine Karte. Der Kreml-Chef zündet die nächste Eskalationsstufe und droht zunehmend unverhohlen auch mit dem Einsatz von Nuklearwaffen.

Westliche Unternehmen haben Russland den Rücken gekehrt

Es ist das Aufbäumen eines Machtmenschen, der sich in die Ecke gedrängt sieht. Der Plan des kurzen Einmarschs und der schnellen, geräuschlosen Annexion, analog zur Krim 2014, ist nicht aufgegangen. Stattdessen leistet die Ukraine erbitterten Widerstand, unterstützt von westlichen Verbündeten.

Dazu zählen neben der Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte auch umfassende wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, die bereits wenige Wochen nach Beginn des Kriegsgeschehens in Kraft getreten sind. Etliche westliche Unternehmen haben sich seither größtenteils oder vollständig aus Russland zurückgezogen, Filialen und Produktionsstandorte geschlossen und ihre Handelsbeziehungen gekappt.

Russische Wirtschaftsleistung: Rückkehr zum Vorkriegsniveau erst 2030?

In Russland versucht man den Weggang zu kompensieren durch eigene Produkte oder neue Kooperationen im asiatischen Raum. Doch die Einschnitte für die russische Wirtschaft sind enorm. Nach Berechnungen der Ratingagentur Scope wird Russlands Wirtschaftskraft erst gegen Ende des Jahrzehnts wieder zu das Niveau zurückkehren, das sie vor Beginn des Einmarschs in die Ukraine noch hatte – und auch dieses Niveau war nicht besonders rosig.

Lange vor dem Krieg und den Sanktionen hatte die russische Wirtschaft mit Herausforderungen zu kämpfen, das Wachstum lag bei lediglich 1,5 bis 2,0 Prozent im Jahr. In den kommenden Jahren dürfte sich dieser Wert noch verringern – vor allem deshalb, weil wichtige Vorprodukte aus westlicher Herstellung für die eigene Produktion fehlen.

Lada stellt Prestige-Modell ein – zu viele westliche Komponenten

So hat erst vor kurzem der russische Autobauer Lada angekündigt, sein Prestigeprojekt Xray einzustellen. Das SUV-Modell, das für ein neues Image des angestaubten Herstellers sorgen sollte, kann nicht mehr gefertigt werden – weil tausende Komponenten aus dem Ausland importiert werden müssten, auf die das Unternehmen nun nicht mehr zugreifen kann.

In der Vergangenheit unterhielt Lada eine langjährige Kooperation mit Renault-Nissan, doch der Partner hat sich inzwischen zurückgezogen. Für mindestens 1.500 Bauteile hat Lada eigenen Angaben zufolge noch keinen Ersatz gefunden. Möglicherweise ist das Ende des Xray daher nur der Anfang eines umfassenden Niedergangs des Herstellers.

Staatshaushalt leidet unter Einbruch der Energieexporte

Für den russischen Staatshaushalt sieht es ebenfalls nicht rosig aus. In der Vergangenheit konnte das Land hohe Gewinne realisieren mit dem Export von Öl und Gas vor allem in europäische Länder. Zwar ist das Gasgeschäft von den EU-Sanktionen bislang ausgenommen, doch Russland hat seinerseits in den vergangenen Monaten die Lieferungen immer weiter zurückgefahren und exportiert inzwischen kaum noch Energie gen Westen.

Stattdessen fokussiert man sich nun stärker auf östliche Abnehmer, allen voran Indien und China – diese aber sind nicht bereit, entsprechend hohe Beträge zu zahlen, sodass Russland empfindliche Preisnachlässe gewähren muss, um seine Rohstoffe überhaupt noch loszuwerden.