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Inflation in Großbritannien und Türkei außer Kontrolle

Das Gespenst der Inflation beherrscht die Stimmung am Parkett. Seit Monaten klettern die Teuerungsraten stetig weiter, haben inzwischen den höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten erreicht. In den USA lag die Inflation im Dezember bei 7 Prozent.

Dreht die Fed schon diese Woche an der Zinsschraube?

Kein Wunder also, dass sich auch die Notenbanker zunehmend besorgt zeigen. Die Federal Reserve hat für dieses Jahr bereits eine deutliche Straffung ihrer Geldpolitik angekündigt, bereits bei der heute beginnenden, zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses könnte es neue Erkenntnisse etwa zur geplanten Zinsanhebung geben.

In mehreren Schritten wollen die Währungshüter den Leitzins anheben, zunächst war von drei Zinsschritten im Jahresverlauf die Rede, inzwischen ist klar: Es dürften noch mehr werden. Europas Notenbanker halten sich bislang noch zurück, könnten dem Beispiel der US-Kollegen aber schon bald folgen, denn auch auf dieser Seite des Atlantiks ist von einer Entspannung der Lage bislang nichts zu merken.

Briten in Not: Energiepreise gehen durch die Decke

Ganz im Gegenteil: Vor allem die Energiepreise schießen bereits seit rund einem Jahr durch die Decke, die Teuerungsrate für Gas und Öl übersteigt den Gesamtschnitt der Inflation um ein Vielfaches. Auch Lebensmittel haben sich deutlich stärker verteuert als jene 7 Prozent, von denen zuletzt immer wieder die Rede war.

Besonders drastisch sind die Auswirkungen zurzeit in Großbritannien: Rund 2,5 Millionen Menschen sind dort auf eine Grundversorgung mit Lebensmitteln über die Tafeln angewiesen, nicht selten müssen sie eine Entscheidung fällen zwischen Nahrungsmitteln und Heizkosten. Viele Familien heizen nur noch einen Raum in der Wohnung, um die Kosten irgendwie im Griff zu behalten.

Doch bereits im Frühjahr könnte sich die Situation jenseits des Ärmelkanals noch einmal deutlich verschärfen: Neben einer Steuererhöhung werden auch die Energiepreise voraussichtlich noch einmal um 50 Prozent nach oben schnellen.

Türkei dreht Firmen den Gashahn zu

Dramatisch entwickelt sich auch die Lage in der Türkei. Auf die dortige Inflation reagieren die Notenbanker – auf Druck von Staatschef Erdogan – nicht etwa mit einer Anhebung, sondern mit einem weiteren Absenken der Leitzinsen und handeln damit gegen jede ökonomische Theorie. Die türkische Lira befindet sich im freien Fall, die Abwertung der Landeswährung befeuert die Teuerung noch zusätzlich.

Weil nun auch noch der Iran einen gesteigerten Energiebedarf anmeldete und weniger Gas ins Ausland exportiert, zog Erdogan Anfang der Woche drastische Konsequenzen – und drehte in der Türkei ansässigen Unternehmen den Gashahn zu, für mindestens drei Tage, wie es hieß. Wer sich dennoch mit Gas beliefern lässt, dem drohen hohe Strafzahlungen.

Die Unternehmen trifft der Schritt völlig unvorbereitet, entsprechend entsetzt reagierten Wirtschaftsvertreter auf den Schritt. Er könnte das Vertrauen in den Standort Türkei nachhaltig beschädigen.

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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