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Warum die Evergrande-Pleite Ihnen nicht egal sein darf

Der chinesische Immobiliengigant Evergrande steht mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Der Handel mit den Aktien von Chinas zweitgrößter Bauträgergesellschaft wurde an der Börse in Hongkong bereits ausgesetzt.

Evergrande muss sich dringend Geld beschaffen, um das Vertrauen der Investorinnen und Investoren zurückzugewinnen. Wird das gelingen? Evergrande gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Hinzu kommt, dass weitere chinesische Immobilienfirmen Probleme gemeldet haben. Entwickler Fantasia schränkt den Handel mit seinen Anleihen ein und auch ein kleineres Unternehmen kann Zahlungen nicht pünktlich leisten.

Anlegerinnen und Anleger sind zu Recht besorgt, erinnern sich an die letzte Finanzkrise und sprechen von einem „chinesischen Lehman“. Sie fürchten einen globalen Schock wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor 13 Jahren.

Das nächste Lehman-Desaster

Droht dem Weltfinanzsystem tatsächlich ein vergleichbares Ungemach – diesmal aus China? Fakt ist: Chinas Immobilienmarkt boomt seit den 2000er-Jahren und ist extrem überhitzt. Die Immobilienpreise in Shanghai oder Peking haben sich ungefähr verachtfacht.

Das allein ist bereits besorgniserregend, aber hinzu kommt, dass viele Chinesen ihre Immobilien nur in der Erwartung steigender Preise kauften – oft auf Kredit. So entstanden sogar Geisterstädte mit zehntausenden leerstehenden Wohnungen. Der Bau vieler Immobilien wurde begonnen, aber nicht vollendet, weil den Bauunternehmen das Geld ausging.

In diesem Kontext sind die Entwicklungen rund um Evergrande noch dramatischer zu sehen. In den letzten Jahren wurde die Immobilienblase immer weiter aufgepumpt, jetzt könnte sie jederzeit platzen.

Sie fragen sich, welche Auswirkungen das für uns hier in Deutschland hätte?

Schauen wir uns dazu diesen Chart an, der die Gesamtverschuldung des nichtfinanziellen Sektors Chinas relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigt. In Orange sehen Sie die Schulden der privaten Haushalte, in Blau die der Unternehmen und in Geld die des Staates.

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Sie erkennen, dass in China seit der Finanzkrise 2008 der Wert der Gesamtverschuldung von etwa 135 Prozent auf rund 270 Prozent, also auf das Doppelte angestiegen ist. Und das relativ zur Wirtschaftsleistung.

Berücksichtigen wir zusätzlich die Größe der chinesischen Volkswirtschaft dürfte es sich um die größte Schuldenexpansion der Geschichte in Friedenszeiten handeln.

Ein solch großer Schuldenberg ist gefährlich, denn je mehr Schulden eine Volkswirtschaft hat, desto mehr Forderungen können ausfallen und den Zusammenbruch des Systems provozieren. Im Fall China wären die Auswirkungen rund um den Globus zu spüren, weil die Blase extreme Ausmaße angenommen hat und das involvierte Volumen groß ist.

Wird Peking als Retter auftreten? Eher nicht!

Da Chinas kommunistische Staatsführung immer das letzte Wort bei wichtigen Wirtschaftsentscheidungen hat, könnte Peking vielleicht noch eine Lösung aus dem Hut zaubern, die rein betriebswirtschaftlich jedoch keinen Sinn ergeben würde.

Denn: Das Problem der Immobilienblase kann nicht mehr lange ignoriert werden, sondern muss stattdessen angegangen werden. Einerseits stehen teilweise rund 20 Prozent der Wohnungen leer, andererseits bleiben junge Menschen bei ihren Eltern, weil sie sich keine eigene Wohnung leisten können. Deshalb werden weniger Familien gegründet, sodass die Geburtenrate zum Erhalt des Bevölkerungsbestandes viel zu niedrig ist. Der Blick auf die aktuellen demografischen Probleme könnte die Entscheidung der chinesischen Regierung beeinflussen.

Grundsätzlich treffen die Probleme in China auf eine überschuldete Weltwirtschaft, mit der China sowohl finanz- wie auch realwirtschaftlich eng verknüpft ist. Durch das Platzen der chinesischen Immobilienblase könnten auch andere Blasen in ganz unterschiedlichen Anlageklassen angestochen werden und zu einem Absturz der Aktienkurse führen. Gleichzeitig steigt die Inflation und die Gelddruckerei der EZB geht weiter. Eine gefährliche Mischung, die zu schweren Verwerfungen an den Finanzmärkten führen könnte.

Nutzen Sie deshalb die Zeit, solange die Märkte noch halbwegs stabil sind und leiten Sie Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz ein

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