MenüMenü

Chinas so schwach wie seit Jahren nicht. Anleger sollten weiter vorsichtig sein

Die chinesische Wirtschaft hat im 3. Quartal 2021 um 4,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. Für europäische Verhältnisse wäre das ein hervorragendes Ergebnis – für China ist das aber ein erneutes Alarmsignal. Das aktuelle Quartalswachstum liegt unter den Erwartungen.

Chinas Wirtschaft verliert weiter an Schwung

Saisonbereinigt sehen die Zahlen sogar noch schlechter aus. Nach Angaben des Pekinger Statistikamts liegt die saisonbereinigte Wachstumsrate nach 1,2% im Vorquartal jetzt nur noch bei 0,2%. Das nachlassende Wachstum betrifft zahlreiche Branchen. So ist ebenfalls die Industrieproduktion gesunken und der Konsum bleibt ebenfalls schwach.

Der chinesische Immobilienmarkt ist nicht das alleinige Problem

Chinas Wirtschaft wird gleich von mehreren Seiten in die Zange genommen. Zu den zahlreichen Problemen gehören: steigende Rohstoffpreise, Lieferengpässe, sogar Stromausfälle, das Wiederaufleben des Virus sowie die Turbulenzen am Immobilienmarkt.

Wann greift der chinesische Staat ein?

Über quälende Wochen hatte man den Eindruck, dass der chinesische Staat die Schieflage geratenen Immobilienkonzern ganz bewusst nicht retten will – um kein falsches Signal für Missmanagement und Überschuldung zu geben. Jetzt hat sich aber die chinesische Zentralbank zu den Problemen am Immobilienmarkt geäußert. Und die Botschaft ist klar: Peking will offenbar versuchen, die systemischen Risiken aufgrund der jüngsten Zahlungsausfälle zu verhindern.

Nur einzelne Immobilienprojekte sollen abgesichert werden

Der Gouverneur der Zentralbank Yi Gang, sagte jetzt, dass die Wirtschaft vor Herausforderungen stehe, wie den Ausfallrisiken für bestimmte Unternehmen aufgrund von „Missmanagement”. Damit zeigt sich die Strategie von Peking: Man will die Fertigstellung einzelner Immobilienprojekte gewährleisten. Damit will offenbar nicht das gesamte Immobilien-Unternehmen retten, sondern eine ungeordnete Ausfallwelle vermeiden, von der zahlreiche Zulieferbetriebe betroffen wären.

Fazit: Die chinesische Führung steht unter Druck, ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und Finanzstabilität zu gewährleisten. Das Wachstum in China wird sich in den nächsten Quartalen weiter abschwächen und liefert damit keinen Grund, sich derzeit im großen Stil China-Aktien ins Depot zu legen.

Immobilien – Roman Babakin ado

Warum Chinas Immobilienblase der Schwarze Schwan für die westliche Welt sein könnteChinas gewaltige Immobilienblase scheint Luft abzulassen. Dabei ist der Immobilienentwickler „Evergrande“ nur die Spitze des Eisbergs, der die ganze Welt in den Abgrund reißen kann. › mehr lesen

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
vm_experte
Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "Mick Knauff Daily". Hrsg.: Investor Verlag | FID Verlag GmbH. Jederzeit kündbar.

Hinweis zum Datenschutz