Geldmarkt ETFs – lukrative Alternative zum Tagesgeld?
Die Weltordnung, die wir seit Jahrzehnten kennen, schätzen gelernt und von der insbesondere wir in Deutschland enorm profitiert haben, wird offenbar ad acta gelegt. Unter reger Beteiligung der drei Supermächte USA, China und Russland. Auf die USA als Schutzmacht der westlichen Welt ist seit Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps wohl kein Verlass mehr. Insbesondere Europa muss sich politisch und auch wirtschaftlich neu orientieren sowie all jenes nachholen, was über die Jahre versäumt wurde.
Trumps Unkalkulierbarkeit, insbesondere seine protektionistische Zollpolitik, hat die Märkte ein ums andere Mal ordentlich durchgeschüttelt. Die Aktienmärkte schwanken seitdem ähnlich stark wie eine Gruppe trinkfester Schweden auf der Fähre von Sassnitz nach Ystad. Vorzugsweise für viele Privatanleger ist deshalb Liquidität schon seit langem erste Bürgerpflicht. Lieber gar nicht einsteigen als zum falschen Zeitpunkt. Wer will schon über satte Kursverluste jammern? Dann besser das Pulver trocken halten
Doch was tun mit der Liquidität? Sie zinslos auf einem Girokonto zu parken, wäre die schlechteste aller denkbaren Ideen. Infrage kommen stattdessen Tagesgelder und Festgelder und auch Geldmarkt-ETFs. Gerade diese scheinen attraktiv, wie ein Geldmarkt-ETF-Vergleich zeigt.
Tagesgeld: der Klassiker unter den Parkplätzen
Von hier auf jetzt verfügbar und verzinst – Tagesgeld ist gleichsam die schnelle Eingreiftruppe. Sie kommt vorzugsweise zum Einsatz, sobald Privatanleger einen dip oder gar einen Crash an den Aktienmärkten nutzen wollen, um sich billig mit Qualitätsware einzudecken. Dabei müssen sich Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken oft mit Magerkost begnügen. Es sei denn, sie verfügen über sechs- oder siebenstellige Guthaben, kombiniert mit etlichen Kreditengagements – etwa zwecks Immobilienfinanzierung. In solchen Fällen sind ein paar Schnäpse Verzinsung mehr möglich.
Online-Banken statt Filial-Banken
Ansonsten bleiben letztlich nur Online-Banken, die fast im Wochenrhythmus neue Zins-Angebote präsentieren, um die Konkurrenz vom Hof zu jagen. Da sind Tagesgeld-Zinsen von drei Prozent und mehr möglich – allerdings nicht für jeden auch nicht bedingungslos.
Heißt: Banken sind erfinderisch, um – erstens – neue Kunden zu ködern und – zweitens – sie mit obligatorischen Zusatz- Dienstleistungen möglichst lange an sich zu binden. So bekommen den Hoch-Zins in der Regel nur Neukunden – und diesen für nur drei, maximal sechs Monate. Danach gelten die Konditionen für Bestandskunden, oft nur die Hälfte vom Aktionszins.
Manche Geldhäuser koppeln ihre „Fishing-Offerten“ mit der Eröffnung einer eines Giro-Kontos. Darin enthalten zum Beispiel eine Kreditkarte, die lediglich für einen begrenzten Zeitraum gebührenfrei ist. Letztlich können die Institute einen vergleichsweise hohen Aktionszins durch nachgelagerte Erträge überkompensieren.
Festgeld: als Liquiditätsreserve ungeeignet
Festgelder gibt es in unterschiedlichen Laufzeit-Varianten. Von sechs Monaten bis hin zu mehreren Jahren. Klar, in der Regel ist die Verzinsung etliche zehntel Prozentpunkte höher als bei Tagesgeld. Erheblicher Nachteil: Das Geld ist festgetackert hat wie Laminat im Wohnzimmer. Zwar liegt die Liquidität auch in diesem Fall nicht sinnlos rum, aber Festgeld ist von der eben zitierten schnellen „Eingreiftruppe“, die das Tagesgeld auszeichnet, Galaxien entfernt.
Deshalb, ordentlich verzinstes Festgeld hat zweifellos seine Berechtigung – doch nur als Stabilisator im Rahmen einer breit diversifizierten Anlagestrategie.
Geldmarkt-ETFs: gute Alternative zu Tagesgeld
ETFs gibt es wie Sand am Meer. Für alle möglichen und fast auch unmöglichen Basiswerte. Geldmarkt-ETFs sind zwar vergleichsweise langweilig, können aber erhebliche Vorteile bieten – auch im Vergleich zu Tagesgeld. Solche Exchange Traded Funds sind börsennotiert. Das Geld der Investoren fließt in kurzfristige und weit gehend sicher geltende Anlagen – etwa Bankeinlagen und kurz laufende Staatsanleihen, die nur ein geringfügiges Kursrisiko bergen. Nachgebildet wird die Entwicklung der Geldmarktzinsen. Solche Fonds sind Sondervermögen, die bei Banken übliche Einlagensicherung (in der Regel bis 100.000 Euro) gilt nicht. Trotz der (vergleichsweise sehr geringen) Kosten sind Geldmarkt-ETFs nicht selten besser verzinst als Tagesgelder. Der börsentägliche Handel von Geldmarkt-ETFs sollte Investoren ausreichend Flexibilität bieten, um günstige Gelegenheiten an den Aktienmärkten wahrzunehmen.