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Leitzinserhöhung der EZB: Was das für Sie bedeutet und was Sie jetzt tun sollten

Inhaltsverzeichnis

Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt gibt es wieder Zinsen. Die EZB hat die lockere Geldpolitik endlich beendet und die Zinswende eingeläutet. In einem ersten Schritt waren es 0,5 Prozentpunkte, weitere Erhöhungen sollen folgen. Experten gehen davon aus, dass der Zinssatz im kommenden Frühjahr bei 1,5 % liegen könnte.

Für Sparerinnen und Sparer ist das grundsätzlich eine gute Nachricht, aber letztendlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn: Ein halbes Prozentpunkt Zinsen kann definitiv nicht die Inflation ausgleichen. Diese lag im Juni im Euroraum bei 8,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für das Gesamtjahr 2022 schätzt die EU-Kommission durchschnittlich 7,6 Prozent Inflation im Währungsraum der 19 Länder – ein historischer Rekordwert.

Sind Sie auch der Ansicht, dass die EZB viel früher und entschlossener hätte reagieren müssen? Dann denken Sie wie viele andere Experten.

Experten üben Kritik

„Die EZB hat es versäumt, auf den Anstieg der Inflation zu reagieren. Es war schon im Frühjahr 2021 absehbar, dass sie deutlich ansteigt. Bereits damals hätte die EZB ihre sehr lockere Geldpolitik anpassen müssen“, zitiert tageeschau.de den ehemaligen Wirtschaftsweisen Volker Wieland, der sich so gegenüber dem Hessischen Rundfunkt geäußert hatte.

Fakt ist: Die Teuerungsrate liegt weit über dem von der EZB angestrebten jährlichen Ziel von zwei Prozent. Da stellt sich natürlich die Frage, warum die europäischen Währungshüter zögern und zaudern?

Geht es darum Schlimmes zu vermeiden?

Tatsächlich steckt die EZB in einer Zwickmühle. Einerseits erfordern die hohen Inflationsraten eine Zinsanhebung. Ein halbes Prozentpunkt könnte viel zu wenig sein, denn andere Notenbanken gehen viel entschlossener vor. Die US-Notenbank Fed hat beispielsweise die Leitzinsen seit dem Frühjahr auf die derzeitige Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent angehoben. Allein im Juni lag die Erhöhung bei 0,75 Prozent – der höchste Zinsschritt seit 1974. In Kanada haben die Währungshüter den Leitzins sogar um einen ganzen Prozentpunkt angehoben.

Andererseits könnten höhere Zinsen die ohnehin schwache Konjunktur abwürgen, weil Investitionen für Unternehmen kostspieliger werden und sich der private Konsum aufgrund der teureren Kredite abschwächt. Hinzu kommen die Lieferkettenengpässe infolge der Pandemie oder des Ukraine-Kriegs, die sich auf die Energiepreise und damit auf die Inflation auswirken. Darüber hinaus verteuert der schwache Euro die Importe und heizt damit weiter die Inflation an.

Italien: Sorgenkind der EU

Problematisch ist auch die hohe Verschuldung in einigen südeuropäischen Staaten, vor allem in Italien. Schnell angehobene Zinsen könnten vor allem dort zu einer großen Belastung werden und beim Euro heißt es mitgehangen mitgefangen. Nach Draghis Rückblick spitzt sich die Lage in Italien weiter zu. Die Märkte reagierten auf den Rücktritt äußerst nervös, die Renditen für italienische Staatsanleihen stiegen. Somit wird der Schuldendienst für das Land teurer, was die EZB zusätzlich unter Druck setzt.

Es steht außer Frage, dass die EZB sich gerade in einer schwierigen Situation befindet. Für Sie ist es daher wichtiger denn je, eigene Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz einzuleiten. Das geht leichter als Sie denken, denn wir unterstützen Sie gerne.