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Weltbank – Dunkle Wolken über der Weltwirtschaft

In deutschen Landen wird die Lage der Weltwirtschaft im Rausch des durch Extrem-Dopings erzeugten Schein-Booms, insbesondere am Immobilienmarkt, derzeit zumindest massenmedial extrem positiv und schön nach außen dargestellt.

Naja, böse Zungen könnten hier durchaus anmerken, dass die Lage – insbesondere bei den Mainstream-Massenmedien ja selbst– alles andere als glänzend ist. Wie auch immer.

Weltbank warnt

Die Weltbank sieht jedenfalls in der Jubiläumsausgabe ihres jährlichen „Global Economic Prospects“-Berichts kaum Grund für Jubelstimmung. Im Gegenteil. Die Experten der Bank taxierten die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für 2016 auf nur noch 2,4 Prozent.

Das liegt deutlich unter der alten Prognose vom Januar 2016. Damals gingen die Ökonomen noch von einem Weltwirtschaftswachstum von 2,9 Prozent aus.  Alles in allem also kein Anlass, sich entspannt zurück zu legen.

Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Die Probleme für die vormals aufstrebenden Schwellenländer würden zunehmen. Das Wachstum in den Industrieländern bleibe schwach. Und auch der globale Handel und die weltweiten Kapitalflüsse entwickeln sich eher zäh. Garniert werde das Umfeld von anhaltend tiefen Rohwarenpreisen.

Wachsende Divergenzen

Apropos Rohwaren, die Weltbank weist in dem Bericht ferner darauf hin, dass es eine zunehmende Divergenz zwischen rohstoffexportierenden und rohstoffimportierenden Ländern geben würde. Die rohstoffreichen Länder würden 2016 nur noch um 0,4 Prozent wachsen.

Die auf Rohwarenimporte angewiesenen Länder dürften sich auf ein höheres Wachstum von 5,8 Prozent freuen. Unter den großen Schwellenländern seien die Wachstumsprognosen von 6,7% für China und 7,6% für Indien nach wie vor relativ hoch.

Indes haben Brasilien und Russland große Probleme. Die russische Wirtschaft werde der jüngsten Prognose zufolge um 1,2%, die brasilianische um 4% schrumpfen.

Große weltwirtschaftliche Risiken

Die Weltbanker bringen aber auch die großen weltwirtschaftlichen Risiken auf die Agenda. Unter anderem wird auf die stark gestiegene Privatverschuldung, insbesondere von Unternehmen, in Schwellen- und Entwicklungsländern hingewiesen.

Ferner betonen die Experten, dass in einigen rohstoffreichen Ländern die ausstehenden Privatschulden inzwischen ein Niveau erreichen, das in der Vergangenheit mit finanziellem Stress verbunden gewesen sei.

Ja, unter dem Strich alles andere als beruhigend, was die Weltbanker zu vermelden haben. Fraglich ist, ob die Prognosen selbst auf dem aktuell tieferen Niveau nicht noch zu hoch sind. Hintergrund ist, dass gestern Neuigkeiten aus China vermeldet wurden.

Reuters meldet, dass die chinesischen Exporte im Mai wegen der weltweit schwachen Nachfrage überraschend stark gefallen seien. Ein Minus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das spricht schon für sich.  Von Reuters befragte Analysten hätten lediglich ein Minus von 3,6 Prozent erwartet.

Reuters berichtet weiter, dass die Zentralbank des Reichs der Mitte nun damit rechnen würde, dass die Exporte Chinas im Jahr 2016 um ein Prozent schrumpfen würden. Bisher lagen die Erwartungen wesentlich höher. Und zwar bei einem Exportplus von drei Prozent für das Jahr 2016.

Die Zentralbank rechnet nun damit, dass die Ausfuhren auch im Gesamtjahr 2016 schrumpfen werden – und zwar um ein Prozent. Bislang war sie von einem Wachstum von drei Prozent ausgegangen. Die Notenbank verweist darauf, dass sich seit Jahresbeginn das globale und heimische Konjunkturumfeld verändert habe.

Rumms, das sitzt. Selbst die chinesischen Notenbanker rechnen mit schrumpfenden Exporten. Ob in dem Umfeld ein von der Weltbank prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent für China noch realistisch ist?

Anders formuliert, es wäre nicht überraschend, wenn die Weltbanker die Wachstumsprognosen weiter nach unten revidieren werden…

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