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Straffung der US-Geldpolitik geplant. Was Sie als deutscher Anleger darüber wissen müssen.

Zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie legten Regierungen rund um den Globus Hilfsprogramme auf. Im Fokus standen vor allem milliardenschwere Anleihekäufe, um die Wirtschaft mit frischem Geld zu versorgen und die Konjunktur anzukurbeln.

Während die Europäische Zentralbank hierzulande ihre Anleihekäufe bislang nur geringfügig reduzieren will, planen die Kollegen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) drastischere Schritte. Das könnte zu Turbulenzen an den Börsen führen. Als Anlegerin oder Anleger sollten Sie Details kennen und rechtzeitig Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz einleiten.

Pro Monat 15 Milliarden Dollar weniger frisches Geld

Die Fed kauft aktuell monatlich Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Wert von 120 Milliarden Dollar, aber damit soll bald Schluss sein. Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank teilte nach einer zweitägigen Sitzung mit, dass die Fed den Betrag für Käufe von US-Staatspapieren monatlich um 10 Milliarden Dollar drosseln will, für Hypothekenpapiere sollen pro Monat 5 Milliarden Dollar weniger ausgegeben werden.

Die Reduzierung der Käufe soll schon Mitte November starten, sodass das Programm im Juni 2022 komplett beendet wäre. Es könnte jedoch noch schneller gehen, denn eine weitere Senkung der Käufe wird nicht ausgeschlossen.

Mit der Reduzierung der Wertpapierkäufe läutet die US-Notenbank eine Normalisierung der Geldpolitik ein. Das ist notwendig, da die Käufe die Fed-Bilanz auf einen Rekordwert von 8,5 Billionen Dollar haben steigen lassen. Bereits im Sommer hatte Fed-Chef Jerome Powell signalisiert, dass er die während der Pandemie beschlossenen Maßnahmen zurückfahren will, sobald sich die Wirtschaft von den Folgen der Pandemie erholen würde. Dies ist jetzt der Fall. Laut tagesschau.de erwarten die USA in diesem Jahr ein Wachstum von über sechs Prozent.

Die Märkte haben sich inzwischen an die zuverlässige Versorgung mit frischem Geld gewöhnt und könnten komplett zusammenbrechen, wenn der Geldhahn der Notenbanken von heute auf morgen zugedreht werden würde. Deshalb will die US-Notenbank behutsam vorgehen und Schritt für Schritt aussteigen.

Wie sieht es mit einer Anhebung der Zinsen aus?

Die Drosselung der Anleihekäufe ist ein erster Schritt in Richtung geldpolitischer Normalisierung, auf den bald ein zweiter folgen könnte: die Anhebung der Leitzinsen. Es ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Fed-Präsident Powell mögliche Zinserhöhungen in Aussicht stellen wird. Bis zur Umsetzung kann es allerdings noch etwas dauern. Laut tagesschau.de erwartet die Deutsche Bank in den USA den ersten Zinsschritt der Fed im Dezember 2022. Ökonomen und andere Geldhäuser sind vorsichtiger und prognostizieren dies erst für Anfang 2023.

EZB-Chefin Christine Lagarde hat eine Zinserhöhung in der Eurozone im kommenden Jahr als sehr unwahrscheinlich bezeichnet, aber was ist heute schon gesichert? Wenn die USA eine Zinserhöhung ankündigt und die Inflationsrate hierzulande weiter steigt, könnte auch die EZB dazu gezwungen werden, über eine mögliche Zinserhöhung nachzudenken.

Turbulenzen an der Börse

Die Unsicherheit ist insgesamt groß und Unsicherheit ist immer Gift für die Börse. Aus diesem Grund könnte es schon bald zu einer Schieflage kommen. Das goldene Zeitalter am Aktienmarkt könnte langsam zu Ende gehen – und darauf sollten Sie vorbereitet sein. Noch ist Zeit, um Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz einzuleiten, aber die Zeit drängt.

Chart im Abwärtstrend

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