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Die USA sind Pleite. Was das für Sie als Anleger bedeuten würde

Die USA stehen mal wieder vor einem Shutdown. Bundesbedienstete würden dann in den Zwangsurlaub geschickt, Behörden müssten schließen. Der Grund dafür ist, dass laut neuesten Berechnungen die weltgrößte Volkswirtschaft Mitte Dezember ihre Schulden nicht mehr bedienen kann.

Schwere Finanzkrise droht

Finanzministerin Janet Yellen ist äußerst besorgt und Sie sollten es auch sein. Denn: Wenn die USA Pleite gehen, könnte es zu einer schweren Finanzkrise und einer Rezession kommen. Die Verwerfungen an der Börse könnten dramatisch sein.

Der Schuldenstreit in den USA basiert auf der gesetzlich festgelegten Schuldenobergrenze. Aktuell wird so viel Geld geliehen, dass diese Grenze erreicht wird. Das ist in der Vergangenheit schon häufiger vorgekommen, stellte jedoch selten ein Problem dar, da das Limit in der Regel durch die Stimmen beider Parteien angehoben wurde. Zuletzt hatten die Demokraten mitgemacht, als Donald Trump Geld für das Corona Konjunkturpaket brauchte.

Im Oktober diesen Jahres hatte es dann Streit um die Finanzierung billionenschwerer Programme für den Ausbau der Infrastruktur und der Sozialprogramme gegeben. Das Sozialpaket hat einen Umfang von 1,85 Billionen Dollar und sieht unter anderem den Ausbau der Kinderbetreuung, der Altenpflege und der gesetzlichen Krankenversicherung vor. Hinzu kommen Steuersenkungen für Familien sowie 555 Milliarden für die Klimapolitik.

Uneinigkeit in den eigenen Reihen

Die Republikaner lehnen das sogenannten Build Back Better Paket geschlossen ab. Allerdings gibt es rund um das Sozialpaket auch Probleme in den Reihen der Demokraten, Bidens Regierungspartei. Der linke Flügel der Demokraten im Repräsentantenhaus will nämlich nur dann den Ausgaben für das Infrastruktur-Paket zustimmen, wenn das Sozialpaket beschlossene Sache ist.

Die Fronten sind also arg verhärtet. Ob die dringende Warnung von Finanzministerin Janet Yellen in dieser sich zuspitzenden Lage überhaupt Gehör gefunden hat? In einem Brief an die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, riet Yellen zu einer Anhebung oder Aussetzung der Schuldengrenze, um „das Vertrauen in die Vereinigten Staaten und die Kreditwürdigkeit“ des Landes sicherzustellen.

Im Oktober konnte ein Shutdown in letzter Minute abgewendet werden, aber schon damals war klar, dass dieser Beschluss nur als Übergangslösung taugt. Noch nicht einmal zwei Monate später sieht es erneut düster aus.

Yellen spricht klare Worte: Das sind die Folgen!

Yellen wird inzwischen immer häufiger konkreter, bringt auf den Punkt, was ein Shutdown für das amerikanische Volk und für andere Nationen bedeuten würde. 50 Millionen Rentner würden keine Rente bekommen, die Truppen wüssten nicht, wann ihr Sold kommt. Unterstützungen für Hurrikan-Opfer oder die Corona-Hilfen wären sofort beendet.

„Explodierende Zinsen machen Hypotheken genauso teuer wie die Rückzahlungen für Kredite oder Kreditkarten“, droht Yellen auf tagesschau.de.

Wie so häufig unter Politikern wird sich momentan sehr auf Schuldzuweisungen konzentriert, anstatt konstruktiv zu diskutieren und nach einer Lösung zu suchen. Ob sich die Parteien überhaupt bewusst sind, wie ernst die Lage ist?

Investorinnen und Investoren sind bereits in großer Sorge, dass die USA am Ende wegen politischer Sturheit in eine massive Finanzkrise rutschen. Würde es dazu kommen, wären die Folgen rund um den Globus zu spüren – so wie damals 2008. Dieses Mal würde es jedoch wahrscheinlich noch dramatischer werden, weil die Welt schon tief in der Coronakrise steckt und ohnehin genügend Probleme hat.

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