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Ex-EZB-Vorstand warnt vor Euro-Krise

Otmar Issing, ehemaliger Chefvolkswirt und Direktoriumsmitglied der EZB, hat sich letzte Woche für einen „Euro Sabbatical“ für Griechenland ausgesprochen. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche warnte Issing außerdem vor einem neuen Aufflammen der Euro-Krise.

In Griechenland mache „die Regierung noch immer eine wachstumsfeindliche Politik. Auch Italien hat die Chance nicht genutzt. Das Land hat zig Milliarden an Zinsen gespart, ohne den Spielraum zu nutzen.“

Issing verlangte von EU-Politikern, Mitgliedsstaaten die Möglichkeit eines zeitweise begrenzten Austritts aus der Währungsunion zu erlauben.

„Staaten wie Griechenland täte ein Sabbatical außerhalb der Währungsunion gut. Allerdings müsste es von massiven Hilfen der anderen Länder und einer wachstumsorientierten Wirtschaftspolitik begleitet werden. Und man müsste den Wiedereintritt in die Euro-Zone von grundlegenden Reformen abhängig machen“, sagte Issing gegenüber der Wirtschaftswoche.

Stabilitätspakt ist längst außer Kraft gesetzt

Der europäische Stabilitätsakt, ein Kernelement der EU-Wirtschafts- und Währungsunion, bietet lautet Issing keinen Schutz mehr. „Die Dimension seiner Demontage durch die Regierungen hätte ich nicht für möglich gehalten.“

Stattdessen würden sich die Politiker darauf verlassen, „dass es die Europäische Zentralbank im Krisenfall schon richten werde.“

Bereits 2015 sagte er in einem Interview mit CNBC: „Es gibt für Griechenland sehr gute Argumente, dass ein Austritt aus der Eurozone dem Land langfristig helfen würde. Aber es hängt alles von der Reaktion der griechischen Regierung ab.“

„Euro Sabbatical“ ist Codewort für Grexit

Was Issing nicht offen sagt, ist dass die „massiven Hilfen anderer Länder“ im Fall eines Euro-Sabbatical oder Grexit ein weiterer Bailout wären. Finanzminister Wolfgang Schäuble kalkulierte Kosten von 5 Milliarden Euro für einen 5-jährigen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion.

Schäuble bot Griechenland ebenfalls bereits 2015 einen solchen temporären Ausstieg an.

Der Grexit gilt in politischen Kreisen als Tabu, obwohl das Land wirtschaftlich am Abgrund steht.

Ein Euro-Sabbatical – ein temporärer Grexit – ist letztlich nichts anderes, als eine politisch korrekte Version des Grexit. Verlässt Griechenland erst einmal die Währungsunion, dann könnten andere Pleitestaaten wie Spanien, Portugal und Italien schnell folgen.

Ein Euro-Crash wäre katastrophal

Das Ergebnis wäre ein Zerfallen der Währungsunion, genau der Super-GAU, den die politische Elite um jeden Preis verhindern will – und der letztlich trotzdem unvermeidlich ist.

Die Folgen eines solchen Euro-Crash wären katastrophal. An den Automaten gibt es kein Geld mehr. Der Warennachschub wird schlagartig gestoppt, weil Lieferanten kein Geld mehr bekommen. Der Sozialstaat bricht zusammen oder muss seine Leistungen extrem zurückfahren.

Denn Fakt ist: Der Euro ist ein Kartenhaus und selbst sein Schöpfer Otmar Issing hat längst das Vertrauen in dieses EU-Experiment verloren.

 


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