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Zins-Rally geht weiter – Rette sich wer kann?

Inhaltsverzeichnis

Gestern hat die US-Notenbank Fed die nächste Zinsanhebung von 75 Basispunkten auf ein Zinsniveau von nun 3 bis 3,25% beschlossen. Und die anschließende Rede von Fed-Chef ließ auch keine Zweifel aufkommen, dass die Fed nachlegen und den Leitzins bis zum Jahresende im Mittel auf ein Niveau von 4,4% anheben wird. Zwischenzeitlich hatte an den US-Börsen eine kleine Erleichterungsrally eingesetzt, als Powell andeutete, dass man die Zinsen auch wieder senken werde. Doch schon im nächsten Satz ließ er die Erleichterung wieder weichen, als er betonte, dass dies nicht vor 2024 zu erwarten sei.

Ich habe heute Morgen nach der Redaktionssitzung gleich die Chance genutzt und mir unseren Wachstumswerte- und Megatrend-Spezialisten Cliff Michel von Der TENBAGGER zur Seite genommen, um ihn zu seiner Einschätzung bezüglich der aktuellen Lage an der Zinsfront und den Auswirkungen auf die Wirtschaft und hier insbesondere auf die Technologiebranche zu befragen.

Pia Gutermuth: Cliff, Du hattest fest mit der Anhebung um 75 Basispunkte gerechnet und auch die Reaktion der Aktienmärkte heute zeigt, dass der Markt das bereits eingepreist hatte.

Cliff Michel: Ja, es verlief alles „nach Plan“. Und auch beim Ausblick kam es zu keiner wirklichen Überraschung. Auch ein Jerome Powell weiß um die zeitliche Wirkungsverzögerung der Zinswende. Und er agiert sehr abwägend. Die Inflation in den USA ist nach wie vor hoch. Doch anders als in Europa, wo die Erzeugerpreise aufgrund einer selbstverschuldeten Energiekrise weiter durch die Decke gehen, entwickeln sich die Produzentenpreise in den USA in den letzten Monaten rückläufig.     

US-Unternehmen laufen Europäern damit endgültig auf und davon

Selbstverständlich kämpfen auch viele US-Unternehmen mit der Inflation und mit den sich eintrübenden Aussichten für die Weltwirtschaft, einen dramatischen Einbruch auf die Gewinne erwarte ich aber nicht. Dafür sind der Arbeitsmarkt und damit auch der Konsum in den USA viel zu robust. Nebeneffekt: Die US-Unternehmen bauen ihren technologischen Vorsprung gegenüber den Europäern weiter dynamisch aus, weil sie eben auch ein Vielfaches in Forschung und Entwicklung investieren (können).“

Pia Gutermuth: Also hast Du in Deinem Premium-Börsenbrief die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Werden die USA als Anlagestandort in den kommenden Jahren noch attraktiver?

Cliff Michel: Davon gehe ich aus. Der Anlage-Schwerpunkt in meinem TENBAGGER-Börsendienst wird wohl auch in den kommenden Jahren ganz klar auf dem US-Markt und den dortigen Technologie- und Wachstumsunternehmen liegen. Doch ich finde man darf auch China nicht aus dem Fokus verlieren. Hier tut sich gerade Einiges, und zwar in die richtige Richtung.

Meine Hoffnungen ruhen auch auf China

So ist die Einigung zwischen China und US-Behörden über die Regulierung von in den USA gelisteten chinesischen Unternehmen mehr oder weniger untergegangen. Die Delisting-Gefahr ist damit jedenfalls erheblich gesunken. Doch auch auf der geopolitischen Seite sollte man nicht nur auf den Streit um Taiwan schauen.

In Bezug auf Russland ist China zuletzt eher auf Distanz gegangen und hat gegen das Interesse von Wladimir Putin beispielsweise Kasachstan die volle Unterstützung in Sachen Unabhängigkeit zugesichert. Zudem hat man die Verbindungen zu weiteren ehemaligen Satelliten der alten Sowjetunion zum Missfallen Russlands weiter intensiviert. China ist und bleibt der Ausbau der ökonomischen Stärke wichtiger als geopolitische Fantasien. China bietet also einiges an Überraschungspotenzial.

Pia Gutermuth: Doch der schwierige Börsenmonat September ist noch nicht ganz vorbei und man hört und sieht aktuell eigentlich fast ausschließlich Negatives. Glaubst Du dennoch an eine Jahresendrally 2022?

Cliff Michel: Keine Frage, die Entwicklung an den Aktienmärkten macht derzeit ebenso wenig Freude wie die aktuellen Nachrichten. Überall liest und hört man einfach nur noch Negatives. Gerade erst hat Putin mit der Teilmobilmachung die nächste Eskalationsstufe im nicht enden wollenden Ukraine-Krieg gezündet. Und trotzdem bleibe ich optimistisch.

Auf die Jahresendrally ist eigentlich immer Verlass

Ab Oktober nimmt traditionell das Handelsvolumen an den Aktienmärkten wieder deutlich zu und auf die Jahresendrally ist eigentlich immer Verlass – zumal in diesem Jahr auf ein Ende so mancher Krise spekuliert werden kann. Zumindest Corona könnte bald komplett seinen Schrecken verlieren. US-Präsident Biden hat jedenfalls das Ende der Pandemie verkündet.