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Was der Ukraine-Krieg mit der Vormachtstellung des US-Dollars zu tun hat

Inhaltsverzeichnis

Wer von Ihnen den Krieg in der Ukraine verstehen will, muss tiefer in die Geschichte eintauchen und wird erkennen, dass es bei diesem Krieg nicht nur um den menschenverachtenden Angriff auf ein Land geht, sondern auch darum, ob der Petro-Dollar weiter die führende Rolle in der Welt spielen wird.

Um diesen Zusammenhang klarer zu machen, müssen wir heute ins Jahr 1975 zurückgehen, genauer zum 15. August 1971! Das war der Tag, an dem der Grundstein für das heutige Debakel mit all seinen Folgen gelegt wurde.

Am 15. August 1971 begann das größte Geldexperiment, dass die Welt je gesehen hat

Damals vor jetzt fast 51 Jahren begann das größte Geldexperiment der Welt, dass jetzt sein Ende zu finden scheint. Als der damalige US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 die Goldbindung des US-Dollars aufgab, trug er das 1944 vereinbarte „Bretton-Woods-System“ de facto zu Grabe.

Dieses beruhte darauf, dass ausländische Zentralbanken ihre US-Dollar-Banknoten in physisches Gold eintauschen konnten. Das „Bretton-Woods-System“ war also noch an Gold gebunden, wenngleich nur mehr lose.

Das änderte sich am 15. August 1971! Ab diesem Zeitpunkt wurde die Goldbindung aufgehoben und das neue Weltwährungssystem etabliert. Die Wechselkurse wurden freigegeben, wobei der US-Dollar seine Rolle als globale Leit-, Handels- und Reservewährung zu sichern und auszubauen versuchte.

Ein Schlüsselereignis in der Errichtung der neuen Weltwährungsordnung war der Besuch Saudi-Arabiens durch den damaligen US-Finanzministers William Simon. Bei diesem Besuch finalisierte dieser ein von US-Präsident Richard Nixon, US-Außenminister Henry Kissinger und dem saudischen König Faisal ibn Abd al-Aziz vorbereitetes Abkommen.

Der Grundstein für das Petro-Dollar-System wurde geschaffen

Das seinerzeit streng geheim gehaltene Abkommen legte den Grundstein für das Petrodollar-System. Nach Saudi-Arabien schlossen sich binnen weniger Monate noch weitere Ölförder-Staaten diesem Abkommen an.

Dieses Abkommen enthielt folgende Vereinbarungen: Die USA sichern die Macht des saudischen Königshauses innen- wie außenpolitisch und damit auch dessen Zugriff auf Ölfelder und Ölreichtum. Im Gegenzug liefert Saudi-Arabien ausreichend Erdöl, stabilisiert nach Möglichkeit dessen Preis und investiert seine Überschüsse in US-Schuldverschreibungen.

Dieses Abkommen hatte drei konkrete Folgen, die die Finanzarchitektur und die Geldanlage seitdem wesentlich mitbestimmen:

  1. Wesentliches Ziel des Abkommens war für die US-Regierung die Finanzierung des Defizits gegenüber dem Ausland durch staatliche ausländische Stellen. Diese lösten eine langfristige zusätzliche Nachfrage nach US-Schuldverschreibungen aus. Dadurch konnten sich die USA günstiger finanzieren.
  2. Die Finanzierung über ausländische Zentralbanken ermöglichte es den USA, sich gegenüber dem Ausland über Jahrzehnte im Defizit zu befinden. Die USA erhalten seit langem aus dem Ausland Waren und Dienstleistungen und bezahlen diese nicht mit US-amerikanischen Waren, sondern mit neu gedruckten US-Dollar.
  3. Ohne die zusätzliche Nachfrage durch die ausländischen Staaten hätte der US-Dollar tendenziell niedrigerstehen müssen. Der langjährig etwas zu hohe US-Dollarkurs minderte die Wettbewerbsfähigkeit der US-amerikanischen Wirtschaft. Er trug somit wesentlich zur schleichenden Deindustrialisierung der USA bei.

Sie sehen es selbst, der Tag, an dem die ersten saudischen Ölexporte nach China tatsächlich in chinesischen Yuan abgerechnet werden, würde einen Epochenwechsel signalisieren, so wie das Schließen des Goldfensters am 15. August 1971.

Ein hochrangiger US-Beamter bezeichnete das Vorhaben daher auch als „aggressiven“ Schritt. Einige Hürden stehen der Umsetzung dieses Vorhabens noch im Weg, die Richtung scheint jedoch klar:

Der US-Dollar soll seine Vormachtstellung verlieren

Die ölexportierenden Staaten halten Russland die Treue. Das Krachen im Gebälk des Petrodollar-Systems wird immer lauter und zieht immer weitere Kreise.

So geschah am 10. März diesen Jahres Ungeheuerliches: Sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate weigerten sich, einen Anruf von US-Präsident Joe Biden entgegenzunehmen.

Ende März erklärte dann der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, die wie Saudi-Arabien mit den USA verbündet sind, dass Russland „immer“ ein Teil der „OPEC+“ sein werde. Die OPEC+ umfasst die 13 Mitglieder der „Organisation erdölexportierender Länder“ plus einige weitere Staaten wie Kasachstan, Mexiko und Oman sowie eben Russland.

Mit dieser Aussage machen die Vereinigten Arabischen Emirate klar, dass sie nicht gewillt sind, Russland auszuschließen. Damit stellen sich die Vereinigten Arabischen Emirate offen gegen die Sanktionspolitik des Westens, der Russland gänzlich isolieren will.

Im Ukraine-Krieg geht es auch um die Weltordnung

Beide Vorgänge belegen, dass die Macht und der Einfluss der USA schwinden und zugleich die Vorrangstellung des US-Dollars. Weil die USA für die Nutzung des US-Dollars im internationalen Handel und die Veranlagung desselben in US-Staatsanleihen im Gegenzug militärischen Schutz versprochen haben, ist es für die USA höchst gefährlich, wenn der Nimbus der militärischen Überlegenheit noch weiter angekratzt wird.

Der Konflikt in der Ukraine zeigt der Welt, dass die USA nicht in der Lage sind, Länder in ihrer Einflusssphäre zu schützen, beziehungsweise die „Pax Americana“, die US-amerikanische Friedensordnung, durchzusetzen. Verstehen Sie jetzt, warum die USA im Ukraine-Krieg mitmischen? Es geht hier für alle um so viel mehr!