Wo ist mein Geld in dieser schweren Krise noch sicher?

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Die Frage nach einem zuverlässigen Vermögensschutz stellen sich sowohl Sie und andere Sparerinnen und Sparer als auch russische Oligarchen mit einem Milliardenvermögen.

Alltägliche Probleme, wie zum Beispiel steigende Inflationsraten, spielen im Leben der russischen Milliardäre keine Rolle, wohl aber die westlichen Sanktionen.

Nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine standen laut Medienberichten plötzlich teure Immobilien in London und Luxusyachten zum Kauf. Der Oligarch Roman Abramowitsch hätte sogar den FC Chelsea verkauft, wäre die britische Regierung nicht schneller gewesen und hätte sein Vermögen eingefroren – mit unmittelbaren Folgen für ihn und seinen Fußballclub.

Flucht ins Krypto-System

Egal, ob russische Superreiche ihre Besitztümer losschlagen oder nicht: Es bleibt die Frage, wohin mit dem Geld. Experten und Politiker vermuten eine Flucht in Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Co.

„Bitcoin könnte ein möglicher sicherer Hafen für russische Oligarchen sein, um Sanktionen zu vermeiden, da es im Bitcoin-Netzwerk und bei Kryptowährungsgeschäften keinen Zensor gibt“, erklärt Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei der Swissquote Bank auf tagesschau.de. Kryptowährungen entziehen sich der Kontrolle von Banken und Staaten, da die Transaktionen auf der Blockchain-Technologie keinen Zwischenhändler brauchen.

Tatsächlich sorgte allein die Vermutung, russische Oligarchen könnten Kryptowährungen als sicheren Hafen nutzen, für einen immensen Anstieg der Kurse. Zu Beginn des Krieges verteuerte sich der Bitcoin laut der Plattform Coinbase um mehr als 28 Prozent von rund 34.300 US-Dollar auf über 44.000 US-Dollar. In der Ukraine konnte die Kryptobörse Kuna ihr tägliches Handelsvolumen sogar verdreifachen.

Werden also Bitcoin und Co. verhindern, dass den Russen der Geldhahn zugedreht wird? Auf den ersten Blick ist das Krypto-System für russische Oligarchen als sicherer Hafen bestens geeignet. Schließlich sind Kryptowährungen dezentral organisiert und können von Bankensystemen nicht kontrolliert werden.

Warum auch Kryptogeld eingefroren werden könnte

Auf den zweiten Blick könnte die Flucht in Kryptowährungen jedoch auch gehörig scheitern, denn: „Etablierte Plattformen verlangen von ihren Akteuren vor Begründung der Geschäftsbeziehung ein Ausweisdokument zur Identifizierung und ein Bankkonto auf den Namen des Akteurs“, erläutert Uwe Heim, Experte für Krypto- und russisch organisierte Kriminalität auf tagesschau.de.

Letztendlich ist auch die Anonymität mehr Schein als Sein. Sie können eine Kryptowährung zwar theoretisch anonym besitzen. Praktisch wird jedoch die Anonymität aufgelöst, sobald eine Kryptowährung eingesetzt oder an einer Börse getauscht wird.

Eine Flucht in Kryptowährungen könnte also durch entsprechende Sanktionen erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht, werden. Krypto-Experte Timo Emden bringt auf tagesschau.de jedoch auf den Punkt, warum die Flucht letztendlich doch gelingen könnte: „Bis der Gesetzgeber die neuen Regelungen durchwinkt, ist der Zug womöglich abgefahren. Gut möglich, dass vermögende Russen bereits im großen Stil ihre Gelder bewegt und verschleiert haben.“

Wie Sie Ihr Vermögen jetzt schützen

Traurig, aber wahr. Das Einfrieren russischer Gelder könnte an unserer Bürokratie scheitern. Das zögerliche Handeln der Politiker könnte dafür sorgen, dass der Krieg in Europa weiter finanziert wird – mit dramatischen Folgen, vor allem für die ukrainische Bevölkerung, aber letztendlich auch für jeden von uns. Weil die Inflation weiter steigen und Ihr Vermögen entwerten wird.