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El Salvador und der Bitcoin: Nur ein kurzer Traum?

Inhaltsverzeichnis

In El Salvador kann man seit einigen Wochen ganz offiziell mit Bitcoin bezahlen – sogar die Steuern. Als erstes Land der Welt hat der Staat in Mittelamerika die Kryptowährung kürzlich als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Doch damit könnte schon bald wieder Schluss sein, zumindest wenn es nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geht.

Bitcoin extrem schwankungsanfällig

Der IWF hat das Land eindringlich aufgefordert, den Bitcoin als staatlich akzeptiertes Zahlungsmittel wieder abzuschaffen. Die Institution verweist dabei auf die erheblichen Risiken, die mit Kryptowährungen generell verbunden sind. Gerade der Bitcoin gilt als extrem schwankungsanfällig. Innerhalb weniger Tage kann sich der Wert eines Bitcoin vervielfachen – oder um mehrere Tausend Dollar einbrechen.

Das hat im vergangenen Jahr unter anderem der erklärte Bitcoin-Fan und Tesla-Gründer Elon Musk unter Beweis gestellt. Wann immer dem reichsten Mann der Welt eine Idee durch den Kopf ging und er diese mit seiner Twittergemeinde teilte, konnte dies potenziell den Bitcoin-Kurs extrem beflügeln – oder ihn in die Tiefe rauschen lassen. Ausschläge in beide Richtungen hat Musk in den zurückliegenden 12 Monaten gleich mehrfach maßgeblich verursacht.

Bitcoin ist kein digitales Gold

Dementsprechend weit gefasst ist die Spanne zwischen Jahreshoch und Jahrestief: War der Bitcoin im vergangenen Juni zeitweise unter die 30.000-Dollar-Marke gerutscht, markierte die Kryptowährung im November ein Allzeithoch bei mehr als 68.000 Dollar. Seither ging es allerdings wieder deutlich bergab: Allein in den letzten drei Monaten rutschte der Kurs um rund 40 Prozent ab, zum Wochenwechsel war der Bitcoin nur noch 38.000 Dollar wert.

Damit ist auch klar: Der Bitcoin taugt keineswegs als Alternative zum Gold, das bei Anlegern seit jeher als sicherer Hafen gilt, um Kapitalbestände abzusichern. Dabei war der Bitcoin einst explizit an das beliebte Edelmetall angelehnt konzipiert worden, so wurde beispielsweise die Menge begrenzt. Es können also nicht unendlich weiter Bitcoins geschürft werden.

Dennoch ist der Bitcoin vor allem ein Spekulationsobjekt. Seine enorme Schwankungsanfälligkeit droht die Finanzstabilität zu gefährden, gerade wenn Staaten die Kryptowährung akzeptieren. Die Risiken sind laut IWF erheblich.

El Salvador hat 1.800 Bitcoins gekauft

In El Salvador sieht man das offenbar anders: Die Regierung hat hohe Summen in Bitcoin gesteckt und 1.800 Bitcoin erworben. Zugleich verhandelt das Land mit dem IWF derzeit über Kredite in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar. Gespräche über entsprechende Darlehen waren vor wenigen Tagen der Anlass für die Kritik des IWF.

Denkbar scheint, dass Kreditlinien des IWF an Bedingungen geknüpft werden könnten. Werden El Salvador wegen seiner Bitcoin-Politik Kredite nicht gewährt, könnte das andere Länder abschrecken, die ebenfalls mit der Akzeptanz von Kryptowährungen liebäugeln.

Gerade für Schwellenländer sind Digitalwährungen interessant – nicht zuletzt, weil viele Menschen dort davon leben, dass Verwandte, die im Ausland arbeiten, Geld in die Heimat schicken.