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Das Vertrauen in staatliche Währungen wie dem Euro sinkt

Inhaltsverzeichnis

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind nach wie vor genauso angespannt, wie die Stimmung unter den Börsianern. Das betrifft die Aktien-, Anleihen- und Rohstoffmärkte ebenso wie die Devisen- und Kryptomärkte. Die Optimisten hoffen, günstige Einstiegsniveaus zu nutzen, während die zahlreichen Skeptiker den makroökonomischen Gegenwind fürchten. Dieser trifft Europa aufgrund der Abhängigkeit vom russischen Gas weit stärker als die USA. Der starke Dollar hilft der US-Wirtschaft, da Importe billiger werden. Allerdings werden dadurch auch die Bilanzen der US-Unternehmen belastet, weil große Umsatzanteile im Ausland erwirtschaftet und somit Währungsverluste verbucht werden.

Noch im Jahr 2014 gab es für einen Euro 1,38 US-Dollar. Zu Jahresbeginn 2022 lag das EUR/USD-Verhältnis noch bei rund 1,20. Zwischenzeitlich hat der US-Dollar erstmals seit 20 Jahren wieder die Parität, also ein Tauschverhältnis von eins zu eins, erreicht. Für den massiven Verfall des Euro in den letzten Monaten gibt es mehrere Gründe: Die US-Notenbankpolitik massiver Zinserhöhungen, die den US-Dollar als Investmentwährung gegenüber dem Euro deutlicher attraktiver gemacht hat. Aber auch die vielfältigen wirtschaftlichen Probleme großer Volkswirtschaften in der Eurozone, aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Abhängigkeit von russischen Rohstofflieferungen.

Das Vertrauen in staatliche Währungen sinkt!

Die große Sorge vor einer totalen Eskalation der Energiekrise verschärfte zuletzt den Euro-Absturz. Bei all den großen Sorgen Europas mit Blick auf den Euro ist der US-Dollar dennoch kein Hort der Stabilität. Die Schulden der USA explodieren, auch aufgrund der gestiegenen Zinsen, mit zunehmender Dynamik. Aufgrund der Kaufkraftverluste ist es nicht überraschend, dass das Vertrauen der Bürger in staatliche Währungen weiter sinkt.

Auch die Kryptomärkte stehen weiterhin im Bann der Weltwirtschaft und der Verarbeitung der Folgen des Delevaraging (Zwangsverkäufe), die aus der den Marktverwerfungen und dem Niedergang zahlreicher Krypto-Kreditprojekte der letzten Wochen und Monate resultieren. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass die Apokalyptiker weiterhin Hochkonjunktur haben. An meiner Einschätzung, dass dieser Bereinigungsprozess einen gesunden Nährboden für die Zukunft für Bitcoin, Ethereum & Co. liefert, hat sich dabei nichts verändert.

Deswegen gilt heute mein analytischer Blick einer aktuellen Kryptowährungs-Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint: Nur noch jedem zehnten Deutschen sind Kryptowährungen unbekannt. Der großen Mehrheit sind Bitcoin und Ethereum mittlerweile ein Begriff und jeder fünfte Bundesbürger (20%) stuft diese auch als vertrauenswürdig ein. Im Gegenzug sinkt das Vertrauen in die staatlichen Währungen, allen voran dem Euro.

Die Zahl der Nutzer von Kryptowährungen ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr von sieben auf acht Prozent leicht gestiegen. Während 2021 noch 85% der Befragten die staatliche Währung für vertrauenswürdig hielten, sagen dies heute nur noch 66%. Gold ist für 84% der Befragten weiterhin die vertrauenswürdigste Anlageform, jedoch sinkt auch hier das Vertrauen im Vergleich zum Vorjahr (88%). Dagegen steigt das Vertrauen in Kryptowährungen von 17% im Jahr 2019 auf immerhin 21% heute.

Mein Fazit: Zeiträume – nicht Zeitpunkte – sind entscheidend für Bewertungen!

Der Bitcoin war die letzten Monate natürlich auch nicht „preisstabil“. Mit Blick auf die Gesamtentwicklung der letzten Jahre hingegen sehr wohl und dieser langfristige Effekt ist entscheidend!