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Spiel mit dem Feuer: Coinbase Aktie macht Anleger verrückt

Kryptowährungen sind an den Finanzmärkten eines der umstrittensten Themen dieser Zeit. Mit Coinbase ist nun ein Unternehmen an der US-Technologiebörse Nasdaq platziert worden, dessen Geschäftsmodell im Wesentlichen auf jenen virtuellen Währungen basiert.

Gemessen am Starterfolg der Coinbase Aktie scheinen etliche Anleger von einer starken Zukunft von Kryptowährungen überzeugt zu sein: Zeitweise wurde das Unternehmen gleich am ersten Tag mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet – und war damit auf einen Schlag der am höchsten bewertete Börsenbetreiber der Welt.

Coinbase startet durch

Schon der Startpreis der Aktie lag am Mittwoch bei 381 US-Dollar und damit mehr als 50 Prozent über dem Referenzpreis von 250 Dollar je Aktie, den die Nasdaq vorab festgelegt hatte. Da es sich um eine Direktplatzierung handelte und nicht um einen klassischen Börsengang, gab es im Vorfeld nicht das sonst übliche Preisfindungsverfahren. Stattdessen handelt es sich bei dem Referenzpreis um einen gröber angesetzten Schätzwert.

Fraglich ist jedoch, ob die hohe Bewertung auf Dauer standhalten wird – oder ob schlicht das Timing der Aktienplatzierung glücklich gewählt war. Immerhin befindet sich die älteste und wohl bekannteste Kryptowährung Bitcoin seit etlichen Wochen auf Rekordjagd, erst in dieser Woche wurde eine neue Bestmarke erzielt, ein Bitcoin ist inzwischen mehr als 60.000 US-Dollar wert.

Aber wird der Hype langfristig anhalten? Kritiker haben ihre Zweifel. Mit einem Wertverfall des Bitcoins würde auch Coinbase in Schieflage geraten, und insbesondere der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt sich die extreme Schwankungsanfälligkeit der Kryptowährung.

Bitcoin: Paradebeispiel für Volatilität

Im Jahr 2013 war ein Bitcoin erstmals 1.000 Dollar wert, Anfang 2015 entsprach der Wert nicht einmal mehr 250 Dollar, im Jahr 2017 schoss der Gegenwert in die Höhe von 1.000 auf fast 20.000 US-Dollar. Danach folgte ein Absturz auf unter 3.500 Dollar in 2018. Besonders anschaulich wird die Volatilität im Jahresverlauf 2020: Innerhalb weniger Monate crashte der Bitcoin von 10.000 auf 4.000 Dollar, um dann wieder auf über 10.000 anzusteigen – und das alles innerhalb von sechs Monaten.

Zuletzt ging es extrem steil aufwärts. Anfang Januar 2021 stieg der Bitcoin erstmals über 30.000 Dollar, seither hat sich der Wert mehr als verdoppelt – in gerade einmal dreieinhalb Monaten. Da kann einem schon mal schwindelig werden.

Tesla akzeptiert Bitcoin als Zahlungsmittel

Zusätzlich angetrieben wurde der Kurs nicht zuletzt durch freundliche Unterstützung von Elon Musk. Der Gründer und Chef des Elektroautobauers Tesla sorgte zunächst mit Tweets in Sachen Bitcoin für Aufsehen – und machte schließlich Schlagzeilen mit der Ankündigung, Tesla werden Bitcoin als Zahlungsoption akzeptieren.

Die große Frage bleibt nun, ob sich die Kryptowährung durch derartige Aktionen auf Dauer etabliert und stabilisiert, oder ob der Bitcoin mit der ihm innewohnenden Volatilität imstande ist, andere Unternehmen mit in den Abgrund zu reißen.

Coinbase: Auf Gedeih und Verderb

Bislang sind Kryptowährungen als Zahlungsmittel nicht allzu weit verbreitet. Durch Offensiven wie jüngst die von Tesla könnte sich das in den kommenden Jahren aber durchaus ändern. In dem Fall könnte auch Coinbase profitieren.

Schon im Fahrwasser des aktuellen Bitcoin-Runs verzeichnet das Unternehmen kräftige Gewinne. Für den Zeitraum von Januar bis Ende März stellte Coinbase zuletzt einen Quartalsgewinn von bis zu 800 Millionen Dollar in Aussicht. Ob es sich dabei um einen beginnenden Megatrend handelt oder um einen einmaligen Ausreißer, wird sich zeigen.

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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