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Regulierung von Kryptowährungen: 5 Fragen und 5 Antworten

Immer mehr Länder wollen Kryptowährungen regulieren. Der jüngste Vorstoß kommt von der Europäischen Union. Bei einem runden Tisch in Brüssel spielte die EU-Kommission eine schärfere Regulierung von digitalen Währungen durch. Und kündigte gleichzeitig eine weitere umfangreiche Prüfung an.

Zuvor hatten Frankreich und Deutschland in einem Brief an die argentinische G20-Präsidentschaft gefordert, das Thema auf die Agenda des nächsten G20-Treffens im März zu setzen. Das Ergebnis könnte ein international abgestimmtes Vorgehen und eine Regulierung sein. Auch in anderen Ländern wie China oder Indien schreitet die Regulierung voran. Doch wie ist überhaupt eine Regulierung möglich und was kann sie bringen? Dazu fünf Fragen und fünf Antworten:

1. Warum sollen Kryptowährungen überhaupt reguliert werden?

Letztendlich geht es darum, dass Staaten und Regierungen weiterhin die Kontrolle über Bezahlvorgänge und Transaktionen haben wollen und verhindern möchten, dass sich das alles in einen virtuellen Raum verlagert, den sie nicht kontrollieren können. Außerdem könnte ein weiterer Aufstieg der Kryptowährungen das Vertrauen in unser Papiergeldsystem untergraben. Auch das wollen Politiker verhindern. Deshalb werden derzeit so viele Regulierungspläne diskutiert. Das macht Kryptowährungen für einige schon jetzt unattraktiver.

2. Aber können Kryptowährungen überhaupt reguliert werden?

Eine komplette und flächendeckende Regulierung ist sehr schwierig und nur durchsetzbar, wenn nahezu alle führenden Länder und Industrienationen an einem Strang ziehen. Das ist allerdings in den kommenden Jahren sehr unrealistisch. Allerdings lässt sich der Handel einschränken oder gar verbieten. Das ist aus Sicht der Regierungen auch schnell und relativ leicht umzusetzen.

Würden große Nationen tatsächlich den Handel verbieten, würde das Interesse an Kryptowährungen automatisch deutlich zurückgehen und damit auch der Preis. Denn wen interessiert schon ein Handel in Botswana oder den Malediven. Das heißt, Kryptowährungen lassen sich vermutlich nicht flächendeckend regulieren, der Handel und das Produkt können aber sehr unattraktiv gestaltet werden.

3. Kann Kryptogeld tatsächlich irgendwann unser derzeitiges Papiergeld ersetzen?

Ja, das ist durchaus möglich. Weil die meisten Menschen nur unser heutiges Papiergeld kennen, denken Sie, dass das Geld nur vom Staat oder einer staatlichen Institution, sprich einer Zentralbank bereitgestellt werden kann. Das ist aber natürlich Unsinn.

Geld kann auch frei entstehen wie jetzt bei Kryptowährungen und als Tauschmittel von der Gesellschaft akzeptiert werden. Deshalb ist es durchaus vorstellbar, dass neue Währungen die jetzt entstehen, auch irgendwann unser Papiergeld ersetzen. Es hängt letztendlich aber extrem davon ab, wie stark Staaten und Regierungen eingreifen und Kryptowährungen regulieren.

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4. Alle ungedeckten Papierwährungen, die es bislang in der Geschichte gab, sind früher oder später gescheitert. Wo befinden wir mit den etablierten Währungen Euro und US-Dollar?

Im aktuellen Umfeld ist keine Schwäche der Papierwährungen zu erkennen, aus der sich ein Vorteil für Kryptowährungen ergeben würde. Die Bestände an Papiergeld sind so hoch wie selten zuvor. Das Vertrauen der Menschen in unsere bestehenden Geldsysteme ist ungebrochen. Die Geschichte hat gezeigt, dass Papiergeldsysteme irgendwann alle ein Ende haben. Doch kann ein ungedecktes System durchaus lange Zeit bestehen. Vieles hängt von den Manipulationen und dem Geschick der Zentralbanken ab.

5. Wodurch könnte das Vertrauen in Fiat-Währungen schwinden und auf der anderen Seite die Menschen in Kryptowährungen treiben?

Das könnte durch eine Krise ausgelöst werden, die dazu führt, dass die Geldnachfrage sinkt. Solange die Nachfrage stabil ist, können die Zentralbanken die Notenpresse am Laufen halten und die Gesellschaften mit Papiergeld überschwemmen. Lässt die Nachfrage plötzlich nach, funktioniert das Spiel nicht mehr. Das Vertrauen in das Papiergeld lässt nach.

Sorgen vor einem drastischen Geldverlust machen die Runde. Geld wird in Sachwerte getauscht. In Immobilien, Edelmetalle, Kunst und Aktien beispielsweise. Die Spirale dreht sich plötzlich immer schneller. Papiergeld verliert immer mehr an Wert und an Bedeutung. Bis es letztendlich irgendwann gar nicht mehr akzeptiert wird als Zahlungsmittel.

 

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Über den Autor
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Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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