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Die Rente ist sicher? Von wegen! Was Sie jetzt tun sollten

Die Löcher in der Rentenkasse werden immer größer und viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie es jetzt mit der neuen Regierung weitergeht.

Die SPD will das Rentenniveau dauerhaft bei mindestens 48 Prozent halten, alle Erwerbstätigen sollen einzahlen, also auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete. Die Union setzt weiter auf die drei Säulen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge. Die FDP ist gleicher Meinung, fordert jedoch eine Kombination nach dem Baukastenprinzip. Die Grünen wollen die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Bürgerversicherung umbauen.

Trotz unterschiedlicher Konzepte sind sich außer der FDP alle im Bundestag vertretenen Parteien einig, dass mehr Menschen dazu verpflichtet werden müssen, in die staatliche Rentenversicherung einzuzahlen. Dazu gehören zum Beispiel Selbstständige, Beamte, Politiker oder mehr Zuwanderer.

Mehr Beitragszahler: Zu kurzfristig gedacht

Martin Werding, Sozialökonom an der Universität Bochum, steht diesem Ansatz skeptisch gegenüber. „Das ist ein Stück weit nur eine zeitliche Verlagerung der Probleme“, äußerte sich der Experte auf tagesschau.de. Zwar schaffe man so mittelfristig mehr Beitragszahler, aber später natürlich höhere Rentenansprüche. „Man kann damit nicht irgendeine Situation überbrücken oder untertunneln, weil es nach 2035 mit der Demographie auch nicht besser wird.“

Im Wahlkampf wurde deutlich, dass die Rente definitiv ein Thema ist, das die Deutschen beschäftigt und das auch angegangen werden muss, aber an einem durchdachten Plan fehlt es bisher. Leider! Denn die Zeit drängt!

Laut Statistischem Bundesamt ist die Lebenserwartung erneut gestiegen. Grundsätzlich ist es natürlich erfreulich, dass Männer im Schnitt 78,6 Jahre alt werden und Frauen 83,4 Jahre, Tendenz weiter steigend. Die Statistiker rechnen für das Jahr 2060 noch einmal mit einem Plus von 3 bis 7,6 Jahren, je nach Szenario.

Für das Rentensystem spitzt sich die Lage aufgrund der höheren Lebenserwartung jedoch weiter zu. Insbesondere wenn die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1960 und 1970, die sogenannten Babyboomer, in Rente gehen, wird es finanziell eng. Kamen in den 1960er-Jahren noch auf einen Rentner 3,8 Beitragszahler, liegt das Verhältnis aktuell bei 1,9 und laut Prognose des Bundesarbeitsministeriums werden im Jahr 2034 auf einen Rentnern nur noch 1,5 Beitragszahler kommen.

Rücklage der Rentenversicherung schmilzt dahin

Die Rücklage der Rentenversicherung – derzeit 34,2 Milliarden Euro – wird aktuell vor allem für die sogenannte „doppelte Haltelinie“ gebraucht. Die Bundesregierung hatte beschlossen, dass bis einschließlich 2025 das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fällt und der Rentenbeitrag nicht über 20 Prozent steigt. Positiven Einfluss auf das Umlagesystem hätte ein höheres Renteneintrittsalter, was jedoch die Bürgerinnen und Bürger ablehnen.

Ein Dilemma, zumal jetzt auch noch die Inflation dafür sorgt, dass Ihre spätere Rente nicht mehr den gleichen Wert haben wird, den sie heute hat. Im August lag die Inflationsrate bei 3,9 Prozent und ist damit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Steigt die Inflation stärker als die Rente, werden Sie sich von Ihrem Geld später weniger kaufen können. Viele Menschen sorgen sich um ihren Lebensstandard, befürchten Altersarmut. Leider zu Recht.

Kommende Generationen könnten vielleicht von einer kapitalgedeckten Rente profitieren, etwa in Form eines Staatsfonds, aber wie sieht es mit den Bürgerinnen und Bürger aus, die in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren in Rente gehen?

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