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Deutsche Industrie überrascht mit starken Aufträgen: Ist das schon die Trendwende?

Die deutsche Industrie hat im Juli aus dem Ausland neue Aufträge in Rekordhöhe erhalten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Auftragsplus gegenüber dem Vormonat bei 3,4%.

Der höchste Auftragsstand seit 1991

Das Statistischen Bundesamt kommentiert diese Entwicklung so: „Der Auftragsstand erreichte damit seinen höchsten Stand seit dem Beginn der Zeitreihe 1991“. Nach einem Plus von 4,6% im Vormonat hatten die Volkswirte überwiegend mit einem Rückgang gerechnet. Ein genauerer Blick auf die Zahlen lässt den Jubel jedoch schon schnell verklingen.

Starker Auftragseingang nur durch Großaufträge

Mit Blick auf die Herkunft der Aufträge für die deutsche Industrie erklärt das Statistischen Bundesamt: „Der deutliche Anstieg kommt durch Großaufträge zustande.“ Wenn man diese Großaufträge nicht berücksichtigt, wären die Bestellungen um 0,2% gefallen. Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Der starke Auftragsanstieg im Juli stammt vor allem von einem Sektor, den man als „sonstigen Fahrzeugbau“ bezeichnet. Darunter versteht man zum Beispiel Flugzeuge oder Schiffe, auf jeden Fall keine Autos.

Materialengpässe blockieren Produktion

Die Automobilbranche, aber auch die Metall- und Elektrobranche werden derzeit durch Engpässe bei zahlreichen Vorprodukten behindert. Darunter fallen nicht nur Chips, sondern auch Stahl, Aluminium, Kupfer und Holz. „Aufgrund fehlender Materialien und Vorprodukte gibt es erhebliche Schwierigkeiten, die Aufträge abzuarbeiten“, so der Volkswirt Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampel. Auch der Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen sieht die Entwicklung kritisch: „Damit zeigt sich einmal mehr, dass der Auftragsboom der deutschen Industrie mehr und mehr an Fahrt verliert“

Fazit: Der auf den ersten Blick schöne Auftragsboom steht auf wackeligen Beinen. Für das dritte und vierte Quartal ist bei der Industrieproduktion wenig Dynamik zu erwarten.

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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