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Wie man die Übertreibung im Bund Future ohne große Verluste durchhält

Natürlich stellt dies aber wie immer, und das möchte ich hier nun besonders betonen, KEINE Aufforderung zum Kauf oder Verkauf dar. Es handelt sich wie immer nur um Beispiele. Hier der Dialog mit dem Leser per E-Mail:

Wie hält man die Übertreibung im Bund Future ohne große Verluste durch?

Vorgestern ich also eine Leser-Mail, in der folgendes Zitat stand:

Aufgrund einer Leser-Mail möchte ich in diesem Zusammenhang angeben, dass Knock-Out-Produkte vor diesem Hintergrund NICHT zu empfehlen sind.

Dazu schrieb der Leser:

Hallo Herr Weisenhaus,

da habe ich mich auch schon gefragt, wie weit Sie wohl schon ins Minus gelaufen sind und das zeitlich durchhalten können.

Bei mittel- und langfristigen Trades, bei denen die Gefahr der gegensätzlichen Bewegung besteht, bieten sich doch bevorzugt Faktorzertifikate an.

Beste Grüße

Der Leser nimmt meine Antwort eigentlich bereits vorweg. Am darauf folgenden Tag schrieb ich zurück (wie üblich hier im Wave Daily durch Zwischenüberschriften zur besseren Lesbarkeit ergänzt):

Faktor-Zertifikate – geringer Hebel, ohne Knock-Out

Hallo Herr XXX,

völlig richtig. Faktor-Zertifikate gibt es mit geringer Hebelwirkung von 2, 4, 5 oder maximal 10 (wenn überhaupt) – und das OHNE Knock-Out.

Nimmt man nun meinen Hinweis im Wave Daily, zuletzt bei 142,2 short gegangen zu sein, so bedeutet dies bei einem aktuellen Bund Future von im Maximum 144,4 einen Kursgewinn des Futures von 1,5 %.

Selbst bei einem Faktor-Zertifikat mit Hebel 5 (mehr würde ich nicht nehmen) beliefe sich der Verlust im Zertifikat damit auf gerade einmal 7,5 %. Also bei gemäßigtem Einsatz wäre alles nur halb so schlimm. Selbst wenn man weitere Positionen bereits bei 138 oder 139 aufgebaut hätte (die man ja in der Zwischenzeit bereits bei 136 hätte versilbern können, um dann bei über 140 wieder einzusteigen, wie ich es in den Beiträgen beschrieben habe), wäre der Verlust im Verhältnis zum potentiellen Gewinn, wenn der Bund Future erst mal deutlich zurück kommt, z.B. auf 130 (unteres Ende der Seitwärtsrange), noch moderat.

Exzellentes Chance-Risiko-Verhältnis

Interessant wird das Ganze zum Beispiel, wenn der Bund mal wieder auf besagte 130 zurück fällt. Dann bedeutet dies einen Kursverlust des Bund Future vom Einstieg bei 140 oder 142,2 aus gesehen von 7,15 % oder 8,6 % bzw. ein Kursgewinn des Zertifikates von 35,75 % oder 43 %.

Das Chance-Risiko-Verhältnis ist hier also exzellent.

Und selbst auf diesem Niveau wäre der Bund Future immer noch extrem hoch bewertet.

Dies sind natürlich nur Rechenbeispiele, sie sind aber sehr nah an dem, was ich im Wave Daily beschrieben und auch privat umgesetzt habe.

Wie immer stellt dies natürlich keine Kauf- und Verkaufsempfehlung dar.

Betrachten Sie den heutigen Wave Daily. Dort schreibt ein Leser von einem Knock-Out-Produkt mit KO-Schwelle bei 149. Das bedeutet einen Hebel von locker 17 oder mehr. Bei einem langfristig ausgelegten Trade im Rahmen einer Übertreibung die absolut falsche und viel zu spekulative Art, auch wegen der Finanzierungskosten bei Knock-Out-Produkten.

Insbesondere auch dann, wenn man in steigende Kurse hinein nach(ver)kauft.

Viele Grüße

Sven Weisenhaus“

Am Ende des Dialogs stand noch eine erfreuliche Mail des Lesers:

Vielen Dank für diese ausführliche Darstellung. Das macht Lust auf mehr. Ich warte auf den Start Ihres Dienstes! :)

Beste Grüße

Faktor-Zertifikate (Anbieter: Commerzbank, Deutsche Bank), die sich zum einen durch einen geringen Hebel und zum anderen dadurch auszeichnen, dass es eben keine Knock-Out-Barriere gibt, könnten also ein geeignetes Produkt sein.

Alternative: Contract for Difference (CFD) – Differenzkontrakt

Alternativ bieten sich auch insbesondere sogenannte Differenzkontrakte (engl. Contract for Difference oder kurz CFD) an. Vorteile hier:

  1. kann man hier den Hebel bei den meisten Anbietern selbst einstellen, so dass man einen geringen Hebel wählen kann,
  2. kann man alternativ, aufgrund der geringen Transaktionskosten, sehr kleine Positionsgrößen handeln. Während man bei Zertifikaten mit im Schnitt 20 Euro Handelsgebühren schon mindestens 1.000 Euro pro Position einsetzen sollte, kann man bei CFDs auch schon mit 100 Euro und entsprechendem Habel eine ganze Menge bewegen,
  3. handelt es sich um ein sehr leicht zu verstehendes Produkt, da hier schlicht und ergreifend die Differenz zwischen Ein- und Ausstiegskurs ihren Gewinn oder Verlust darstellt (daher auch der Name Differenzkontrakt).

Erst verstehen, dann handeln

Auch hier gibt es allerdings Finanzierungskosten zu beachten. Und natürlich reichen Ihnen diese extrem kurz gefassten Informationen kaum aus, um nun einfach drauf los zu traden. Ohne sich genauer mit der Funktionsweise, den Möglichkeiten und Risiken sowie den Anbietern dieser beiden Produktarten (Faktor-Zertifikate und CFDs) auseinandergesetzt zu haben, sollte man auch hier nicht investieren. Dies gilt immer und überall.

Der CFX-Broker, dessen Tradingplattform „CFX Trader“ ich für die Charterstellung hier im Wave Daily verwende, ist übrigens ein Anbieter von CFDs. Dies könnte ein erster Anlaufpunkt für Sie sein, sich über das Traden mit CFDs zu informieren.

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Alte Kommentare
  • Wolfgang Boeck schrieb am 25.05.2012, 14:45 Uhr

    hatte mich Anfang Mai mit short-CFDs auf den Bund Future (Jun'12. länger laufendes war nicht geboten)eingedeckt in der Meinung, dass die Übertreibung beim Kurs 142 ein Ende finden würde und es bald nach abwärts gehen würde. Irrtum. Die Übertreibung wurde noch grösser und findet vor der Griechenwahl wohl kein Ende. Also: beim Fälligkeitstermin Totalverlust zu erwarten.

    • Sven Weisenhaus antwortete am 26.05.2012, 23:28 Uhr

      Guten Tag, Herr Boeck! - - - Auf welchem Wege haben Sie denn CFDs erworben? - - - CFDs zeichnen sich auch durch ihre endlose Laufzeit aus. Gewöhnlich ist es daher so, dass bei Fälligkeit des zugrunde liegenden Terminkontraktes lediglich auf den nächst fälligen Kontrakt "gerollt" wird und die CFDs entsprechend umgestellt werden. Ein Fälligkeitstermin des Bund Future Kontraktes sollte daher nicht gleichzusetzen sein mit dem Totalverlust des CFDs. - - - Wie stellt es sich bei Ihnen dar? - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus

    • Wolfgang Boeck antwortete am 28.05.2012, 21:03 Uhr

      Hallo Herr Weisenhaus, der Broker ist Activetrades (GB) und man muss dort das Rollen durch Glattstellen und Neueröffen selbst besorgen. Mein Fehler war, dass ich die Dauer der Blasenbildung unterschätzt hatte. Bleibt der Bund Future 06'12 also bis zum Verfallstermin wesentlich über 142, entsteht Verlust mit diesen CFDs. Werde also schon bei Rückläufern glattstellen zur Verlustminimierung. Sonst: Danke für Ihre Antwort. -W.Boeck

    • Sven Weisenhaus antwortete am 04.06.2012, 16:13 Uhr

      Guten Tag, Herr Boeck! - - - Dann ist in diesem Fall dieser CFD ebenfalls eher ungeeignet. Marketindex arbeitet zum Beispiel mit einem endlos laufenden CFD. Besagte Faktor-Zertifikate laufen ebenfalls endlos. - - - Es ist aber halt immer abhängig von den Erwartungen und Zielen, welches Produkt sinnvoll ist. Wenn ich kurzfristig eine herbe Gegenbewegung nach unten im Bund Future erwarte, dann kann natürlich auch ein KnockOut-Produkt mit Hebel 17 sinnvoll sein. - - - CFDs oder Faktor-Zertifikate sind also nicht zwingend das optimale Produkt, sondern immer nur in Abhängigkeit vom Trading-Stil und -Ziel. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus

  • klingersberger schrieb am 25.05.2012, 22:13 Uhr

    Hallo Herr Weisenhaus, vorerst herzlichen Dank für Ihr ausführliches Feedback. In ihrem Antwortmail schrieben Sie unter anderm, dass Sie gerne beratend zur Seite stehen würden. Ich wollte schon nachfragen, wie Sie den Bund Future shorten? Mit dem heutigen Bericht haben Sie eigentlich die Antwort schon gegeben. Vielen Dank. Da ich als klassischer Trader nur bewerte Aktien und Indizes trade, kenne ich mich bei Faktor-Zertifikaten udgl. nicht so aus. Ich werde mich nun schlau machen, wo diese Zertifikate zu finden sind und hoffe damit ganz stark, meiner Schwester hiermit dienlich zu sein. Mit freundlichen Grüßen klingersberger

    • Sven Weisenhaus antwortete am 26.05.2012, 23:22 Uhr

      Guten Tag, Herr klingersberger! - - - Freue mich, dass ich mit meinen Beiträgen vielleicht noch zu einem positiven Ausgang für das Depot Ihrer Schwester beitragen konnte. - - - Halten Sie mich doch auf dem Laufenden. Gerne können Sie mir hierzu eine E-Mail an info@investor-verlag.de mit dem Betreff "Wave Daily" schreiben. Auf diesem Wege erfolgt der Dialog nicht für alle Leser öffentlich, sondern in dieser privaten Angelegenheit in kleinerer Runde. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus