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Cannabis Aktien: Wird Kiffen bald legal?

Noch laufen die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP auf Hochtouren. Nach außen dringt dabei wenig, die Verhandlungspartner haben Stillschweigen vereinbart. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass es schwierig werden dürfte, ambitionierte Klimaschutzprojekte umzusetzen, ohne dabei an irgendeiner Steuerschraube zu drehen. Ob den Politikern die Quadratur des Kreises am Ende gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Cannabis-Legalisierung könnte Haushaltslöcher stopfen

Eine mögliche Einnahmequelle, die in der breiten öffentlichen Diskussion bislang nur wenig diskutiert wird, offenbart sich beim Blick in die Wahlprogramme der drei Parteien: Seit Langem befürworten alle drei die Legalisierung von Cannabis.

Bereits heute werden bestimmte Cannabisprodukte in der Medizin eingesetzt. Eine flächendeckende Legalisierung und damit Regulierung des Marktes könnte dem Staat hohe Steuereinnahmen garantieren: Cannabis gilt unter den bislang in Deutschland illegalen Rauschmitteln als die mit Abstand am weitesten verbreitete Freizeitdroge.

Nur eine Frage der Zeit?

Von dem Milliardengeschäft profitiert bis dato aber nur der Schwarzmarkt, die Staatskasse geht leer aus. Das könnte sich ändern, sollte im Koalitionsvertrag tatsächlich eine Legalisierung von Cannabisprodukten vereinbart werden.

Angesichts des hohen Einnahmepotenzials, der ohnehin starken Verbreitung und dem Trend, dass immer mehr Länder den Handel mit Cannabisprodukten unter Auflagen erlauben, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch in Deutschland soweit ist.

Anleger haben das Potenzial erkannt

Anleger haben das Potenzial längst erkannt: Seit Jahren sind Cannabis Aktien auf dem Vormarsch, gleich mehrere große Namen haben sich in der Branche bereits etabliert. Dabei geht es in erster Linie um den medizinischen Nutzen von Cannabisprodukten, die unter anderem – auch in Deutschland – bereits zur Schmerztherapie eingesetzt werden.

Als Big Player im Cannabis-Business gelten an der Börse die Unternehmen Canopy Growth mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 4 Milliarden Euro, Tilray und Aurora Cannabis. Alle drei Unternehmen sind in Kanada angesiedelt, haben ihre Geschäfte aber über die Jahre international ausgebaut und sind unter anderem auch in den USA und Europa aktiv.

Vorsicht: Volatil!

Wer in Cannabis Aktien investieren will, sollte bedenken, dass die Branche noch relativ jung ist und es zu Konsolidierungseffekten, aber auch Firmenpleiten kommen kann. Zudem gelten die Aktien als ziemlich anfällig für eine hohe Volatilität, es braucht also Geduld und starke Nerven, kann sich unterm Strich aber lohnen.

Wie überall gilt auch beim Investment in Cannabis Aktien: Die Mischung macht’s. Anleger sollten auf eine Diversifizierung im Depot achten. Das heißt, es sollte weder nur auf ein Unternehmen noch auf eine Einzelbranche gesetzt werden, stattdessen empfiehlt es sich, das eingesetzte Kapital über verschiedene Konzerne und Branchen zu streuen.

Chancen und Risiken beim Cannabis-Investment

Für Cannabis Aktien gibt es inzwischen eigene Branchenindizes, in denen neben den Platzhirschen auch weitere, kleinere Unternehmen aufgenommen werden. Wie schwankungsanfällig der Markt bislang ist, zeigt sich beim Blick auf die Entwicklung der verschiedenen Aktien seit Jahresbeginn: So hat sich der Anteilsschein von Canopy Growth seit Anfang des Jahres im Kurs halbiert, Aurora Cannabis verzeichnet im gleichen Zeitraum ein Minus von rund 25 Prozent – während Aktien von Tilray um 25 Prozent zulegen konnten.

Fazit: Der Cannabismarkt ist nichts für risikoscheue Anleger, bietet aber durchaus Chancen – und dürfte einiges an Wachstumspotenzial bereithalten, sollten sich die künftigen Koalitionäre in Berlin tatsächlich dazu durchringen, nicht nur den medizinischen, sondern auch den Freizeitgebrauch in Deutschland zu legalisieren.

 

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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