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Mick Knauff: Handeln Sie mit dem Trend und nicht dagegen!

Börsenexperte Mick Knauff schwimmt lieber mit dem Börsentrend, als sich dagegen zu stemmen. Denn es ist deutlich leichter, mit dem Trend Geld zu verdienen, als im Kampf gegen den Trend.

Trends sind Stimmungsindikatoren, Stimmungen sind erstaunlich stabil und Trends damit gute Wegweiser an der Börse

Trends drücken die aktuelle Anlegerstimmung aus. Ist die Stimmung gut, sind die Anleger bereit, für den Kauf einer Aktie ein bisschen mehr auszugeben als andere Anleger, nur um die Aktie auch garantiert sofort zu besitzen. Und mit jedem Handelsabschluss, bei dem ein Anleger bereit ist, einen kleinen Aufpreis zu zahlen, steigt der Kurs. Das sehen andere Anleger und bessern ihr Kaufangebot nach – der Preis steigert sich immer weiter und wir haben einen Aufwärtstrend.

Umgekehrt kann die Stimmung auch schlecht sein. Dann sagen sich viele Anleger: „Die Aktie hätte ich gern, aber nicht zu dem Preis. Gehst du noch 10 Cent mit dem Preis runter, kauf ich dir die Papiere ab.“ Und schwupps: Der Kurs sinkt um 10 Cent. Das wiederum veranlasst andere Anleger dazu, den Preis zu drücken. Und Verkäufer sind gern bereit, mit dem Preis herunterzugehen, um die Papiere auch garantiert loszuschlagen. Eine Kaskade sich nach unten unterbietender Anbieter und Nachfrager ist gestartet – ein Abwärtstrend.

Ich habe es nicht im Video gesagt, aber sie existieren natürlich trotzdem: Seitwärtstrends. Seitwärtstrends kommen immer dann vor, wenn die Marktteilnehmer keine klare Marktmeinung haben. Wenn jeder denkt: „Die Stimmung ist nicht gut, aber auch nicht schlecht. Keine Ahnung, was passiert… ich mache lieber gar nichts.“ In diesen Phasen ist kein Verkäufer bereit, mit dem Preis ein Stück herunter zu gehen und kein Käufer will einen kleinen Aufpreis bezahlen, um auf jeden Fall Besitzer der Aktien zu werden. Der Markt läuft dann ohne große Kursänderung seitwärts.

Für eine Trendwende muss sich die Stimmung ändern, nicht die fundamentale Datenlage – und das dauert lange

Trends sind übrigens oftmals KEIN Spiegel von realwirtschaftlichen Daten, sondern vor allem ein Stimmungsindikator. Ist die Stimmung gut, werden negative Nachrichten gern ignoriert und positive Nachrichten überbewertet. Ist die Stimmung schlecht, läuft es genau umgekehrt.

Der Reiz eines Trends besteht darin, dass die Wahrscheinlichkeit einer Trendfortführung größer ist als die Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr. Denn für eine Trendumkehr reicht es wie gesagt nicht, dass sich Fundamentaldaten ändern. Nein, es muss sich auch die Anlegerstimmung ändern. Und Sie kennen es sicherlich von sich selbst: Wenn Sie einmal so richtig schlechte Laune haben, brauchen Sie auch eine ganze Weile, um wieder besser gelaunt zu werden. Genauso ist es natürlich auch an der Börse.

Daher gilt an der Börse: Lieber mit dem Trend schwimmen als sich dagegen stemmen.

Wie immer gibt es natürlich auch erfolgreiche Anleger, die es genau anders herum handhaben. Warren Buffett zum Beispiel. Der kauft gern dann, wenn alle anderen verkaufen wollen. Der kann es sich aber auch leisten. Erstens handelt er großteils nicht mit eigenem Geld, zweitens hat er extrem starke Nerven und drittens hat er genug Geld, um auch jahrelange Abwärtstrends einfach auszusitzen. Für die meisten Anleger ist es deutlich nervenschonender und auch einfacher, Geld einfach mit dem Trend zu verdienen.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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