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Kontinuität zahlt sich an der Börse aus

Leider erfordert ein erfolgreiches Market Timing nicht nur einen guten Wurf, sondern gleich drei. Sie müssen bei Tiefpreisen einkaufen und bei hohen Preisen verkaufen und dann wieder bei niedrigen Preisen kaufen (um alle Aufschläge, Trading-Kosten und die Kapitalgewinnsteuer abzudecken.) Sonst bleiben Sie außen vor, wenn der Wertpapierzug weiterfährt.

Die Perma-Bären (Analysten, die immer bearish sind) hingegen werden generell argumentieren, dass der kommende Rückgang so schmerzhaft sein wird, dass Sie besser Ihre Aktien verkaufen – ja, all diese profitablen Positionen, von denen Sie Ihnen eh schon abgeraten hatten – um alles Geld in Gold zu stecken. (Das machen sie jetzt schon seit Jahrzehnten.

Für alle, die ihren Argumenten skeptisch gegenüber stehen, ziehen die Perma-Bären ihre Trumpfkarte, die Große Depression. Oder ihren bevorzugten Prügelknaben: John Jacob Raskob.

Gewinnbringender Rat, unglücklicher Zeitpunkt

Im Sommer 1929 machte Ladies Home Journal ein Interview mit Raskob, einer Führungskraft von General Motors. Es ging darum, wie der typische Angestellte Reichtum anhäufen könnte, indem er in Aktien investiert.

In dem im August veröffentlichten Artikel, waghalsig betitelt mit “Jeder sollte reich sein”, stellte Raskob fest, dass selbst der durchschnittlich bezahlte Arbeiter finanzielle Unabhängigkeit erreichen könnte, wenn er 15 Dollar im Monat in gute Aktien stecken würde. Der Zeitpunkt war irgendwie schlecht gewählt. Nur zwei Monate später kam es zum Schwarzen Freitag und dem Börsencrash von 1929.

Es dauerte bis zum 8.Juli 1932, als das “Aktiengemetzel” ein Ende fand. Zu diesem Zeitpunkt war der Marktwert der größten Unternehmen in Amerika um unglaubliche 89 % gesunken und Millionen Investoren einfach so im Nichts verschwunden.

Tausende, die die Aktien auf Pump gekauft hatten, gingen Bankrott. Raskob sich öffentlich belächelt. Nicht nur damals, auch heute noch von den Weltuntergangspropheten. Das passiert, so warnen sie uns, wenn sich der kleine Mann die Manie des Bullenmarktes hinein begibt.

Kontinuität zahlt sich aus

Aber… was wäre passiert, wenn Sie Raskobs Rat gefolgt wären? Es stellt sich heraus, wären Sie nur geduldig genug gewesen, monatlich 15 Dollar in Aktien zu investieren, beginnend mit dem August 1929 (das entspricht einem heutigen Wert von $220), hätten Sie innerhalb von 4 Jahren mehr verdient als jemand, der im gleichen Zeitraum in amerikanische Staatsanleihen investiert hat …  nur nach vier Jahren während der schlimmsten Periode der Aktienmarkt-Performance in der US-amerikanischen Geschichte.

Und in einem Zeitraum von 30 Jahre wäre Ihr Portfolio auf 60.000 Dollar angestiegen, das entspricht heute 313.000 Dollar.

Das ist eine durchschnittliche Jahresrendite von 13 Prozent …

Höhere Gewinne beim langfristigen Ansatz

Lassen Sie mich Ihnen noch ein paar andere extreme Szenarios zeigen: so wie Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg. Dr. Jeremy Siegel schreibt in seinem Buch Stocks for the Long Run:

“In den 12 Jahren von 1948 bis 1960 stiegen deutsche Aktien um 30 % pro Jahr. Tatsächlich glich der Realgewinn deutscher Aktien von 1939 an (als Deutschland den Krieg mit Polen begann) bis 1960 dem der Vereinigten Staaten und war höher als der in England. Trotz der totalen Zerstörung Deutschland durch den Krieg zog der langfristige Investor ebenso viel aus dem besiegten Deutschland wie aus den Siegern Großbritannien und USA. Die Daten attestieren den Aktien eine hohe Durchhaltekraft angesichts destruktiven politischen, sozialen und ökonomischen Wandels.”

In Japan war es recht ähnlich. Ende 1945 lagen die Aktien ungefähr auf einem Drittel des Niveaus vor der Kapitulation. In den nächsten 40 Jahren erbrachte der Nikkei den 20fachen Gewinn des amerikanischen Gegenstücks. Daraus ergibt sich folgende Lektion: Aktien können kurzfristig betrachtet nervenzerreibend sein.

Denken Sie an übermorgen

Aber langfristig lieferte der Markt durchgängig hohe Gewinne, auch während Rezession, Inflation, Deflation und Kriegen. Behalten Sie im Blick: Der Markt kann immer tiefer sinken als Sie meinen – und länger als Sie meinen – bevor ein signifikanter Aufwärtstrend erscheint.

Schon allein aus diesem Grund sollten Sie kein Geld, das Sie in einem nahen Zeitraum brauchen, in Aktien investieren. Aber für alle, die einen langfristigen Investmenthorizont haben – und die (mentale) Stärke, die unausweichlichen Schocks auf dem Weg auszuhalten – gibt es gute Gründe, qualitativ hochwertige Aktien zu kaufen und zu halten.

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