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Hohe Inflation: Es geht für Sie ans Eingemachte

Müssen wir diesen Winter im Kalten sitzen, weil es kein Gas gibt? Versorgungsengpässe schließt die Bundesregierung aktuell zwar aus, aber ärmere Haushalte werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Heizung kleiner oder vielleicht ganz ausdrehen, weil die Preise für Gas eklatant hoch sind.

Die Preissteigerungen werden grundsätzlich spürbarer. Die Inflationsrate hat im September die 4-Prozent-Marke geknackt. Im August war mit 3,9 Prozent schon ein 30-Jahres-Hoch erreicht worden. Die Preise für Lebensmittel sind gestiegen, aber richtig weh tut momentan das Tanken und eben das Heizen, weil die Energiepreise regelrecht explodiert sind.

Warum der Gaspreis so stark gestiegen ist

Die Gründe für die hohen Preise sind unterschiedlich. Zum einen wird aufgrund der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise mehr Gas benötigt. Zum anderen hat der vergangene lange und kalte Winter dazu beigetragen, dass die Gasspeicher weniger gefüllt sind als in den Jahren zuvor. In Deutschland sind diese beispielsweise derzeit nur zu 64 Prozent ausgelastet, obwohl der Winter vor der Tür steht.

Hinzu kommt, dass in Europa, zum Beispiel in den Niederlanden, weniger Gas produziert worden ist, unter anderem wegen Wartungsarbeiten. Darüber hinaus herrscht in Asien ein nicht zu stillender Energiehunger und weil dort mehr gezahlt wird, bevorzugt beispielsweise Russland die Lieferung nach Asien statt nach Europa.

Spielt Russland ein falsches Spiel?

Russland hat im sich zuspitzenden Gas-Dilemma ohnehin eine besondere Rolle eigenommen. Einige EU-Regierungschefs machen Moskau für die Lieferengpässe verantwortlich. Sie sagen, Russland wolle Druck auf eine schnelle Inbetriebnahme der Gas-Pipeline Nord Stream 2 machen. Die Leitung steht, aber Gas kann noch nicht fließen, weil die Bundesnetzagentur derzeit prüft, ob alle Regularien eingehalten werden. Erst dann kann der kommerzielle Betrieb aufgenommen werden. Ein Streitpunkt ist unter anderem der Zugang zur Pipeline.

Russlands Präsident Wladimir Putin weist diese Vorwürfe zurück und betont die Bereitschaft seines Landes zu höheren Gasexporten. „Wenn sie uns fragen, ob wir unsere Lieferungen erhöhen, sind wir bereit“, wird Putin auf tagesschau.de ziert. Zudem verwies Putin darauf, dass die Europäer es in den vergangenen Jahren versäumt hätten, langfristige Verträge mit Russland zu schließen. Eine schnelle Inbetriebnahme von Nord Stream 2 würde die Lage in Europa entspannen.

Was die EU plant

Die EU-Kommission denkt über Werkzeuge nach, welche die Verbraucher entlasten sollen. Frankreich deckelt bereits bis April die Preise für Strom und Gas mit Subventionen und verteilt Energiegutscheine: 100 Euro für sechs Millionen besonders bedürftige Haushalte. Spanien senkt vorübergehend die Mehrwertsteuer auf Strom.

Die amtierende Bundesregierung plant aktuell keine zusätzlichen staatlichen Maßnahmen gegen die steigenden Energiepreise. Gegenüber tagesschau.de erklärt Regierungssprecher Steffen Seibert, dass er solche Maßnahmen, die die nächste Regierung betreffen würden, nicht ankündigen könne. Die Bundesregierung verfolge aber die Preisentwicklung kontinuierlich.

Was Sie jetzt tun sollten

Steigende Preise zu beobachten, reicht unserer Meinung nach nicht aus. Fragen Sie sich manchmal, ob die Inflationsrate nicht schon längst außer Kontrolle geraten ist? Regierung und EZB versuchen zu beruhigen und erklären, dass die hohen Werte durch sogenannte Sondereffekte zustande kämen und nur vorrübergehend wären. Damit soll ohne Frage Panik vermieden wären.

Was genau in den Köpfen der Politiker und Notenbanker vorgeht, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass Vorsehen immer besser als Nachsehen ist. Werden Sie deshalb jetzt aktiv und leiten Sie Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz ein.

Grafik: Geschäftsmann hält fallenden Dominostein auf

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